2. HBL
HSG Nordhorn-Lingen dreht die Partie nach der Pause
HSG Nordhorn-Lingen vs. ASV Hamm-Westfalen - Game Highlights
Foto: HSG Nordhorn-Lingen
Bis zur Pause hielt der Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen in Lingen voll mit, doch nach dem Seitenwechsel zog die HSG Nordhorn-Lingen dank einer überragenden Abwehr und Torhüter Luca Tschentscher davon und gewann am Ende deutlich mit 28:20. Der Schlüssel: Die HSG blieb zu Beginn der zweiten Hälfte über eine Viertelstunde ohne Gegentor.
Nach dem 12:12-Pausenstand war von einem klaren Favoritensieg lange nichts zu sehen. Der ASV hatte sich in Halbzeit eins Stück für Stück herangearbeitet, ging phasenweise sogar in Führung und schien auf dem Weg zu einer Überraschung. Entschieden wurde die Partie erst nach dem Wechsel, als bei den Gästen im Angriff nahezu nichts mehr gelang.
Zwischen der 31. und der 46. Minute blieb der ASV torlos, gleichzeitig kombinierte die HSG konsequent aus einer stabilen Deckung heraus Tempogegenstöße und einfache Tore. Aus dem 12:13-Rückstand wurde so ein 20:13-Vorsprung, der die Grundlage für den am Ende ungefährdeten Heimsieg legte.
Zum Matchwinner wurde Tschentscher, der nach der Pause im Kasten der Gastgeber stand und mit neun Paraden den Faden der gegnerischen Offensive immer wieder durchschnitt. Vor ihm übernahm Elmar Erlingsson mit sechs Toren und viel Dynamik im Rückraum die Regie und trieb das HSG-Tempospiel an. Tarek Marschall steuerte ebenfalls sechs Treffer bei.
Beim ASV ragte Lucas Firnhaber mit sechs Toren gegen seinen ehemaligen Verein heraus. Im Tor hielt Marcos Vinicios Colodeti mit acht Paraden sein Team in Halbzeit eins im Spiel.
Ein furioser Start, eine Aufholjagd und der große Bruch nach der Pause
Die HSG erwischte einen Traumstart. Nach gut drei Minuten führte das Team von Trainer Mark Bult bereits mit 3:0, angetrieben von einem hohen Tempo und frühen Ballgewinnen. Nach knapp sieben Minuten stand es 6:4.
Doch der ASV fand ins Spiel. Die Gäste zogen sich schneller zurück, stellten die Räume enger und legten ihren Fokus zunehmend auf ein geduldiges Positionsspiel. Firnhaber wurde immer wieder in gute Wurfpositionen gebracht, und über den 6:6-Ausgleich hinaus drehte Hamm die Partie sogar zur eigenen Führung. Bis zum 12:12-Pausenstand war es eine offene, phasenweise fehlerbehaftete, aber spannende erste Hälfte.
Der Bruch kam unmittelbar nach dem Wechsel. Zwar ging der ASV durch Max Oehler mit 13:12 in Führung, doch danach riss der Faden. Über 16 Minuten gelang den Gästen kein Treffer aus dem Feld, während Tschentscher Parade um Parade zeigte und die HSG die Fehler eiskalt bestrafte. Elias Ruddat und Erlingsson liefen immer wieder frei aufs Tor zu, bis zum 20:13.
Auf der Gegenseite fand der ASV kein Mittel. Zweimal nahm Jamal Naji eine Auszeit, um sein Team zu stabilisieren, doch die Zahl der technischen Fehler blieb hoch. Firnhaber benannte die Ursache selbstkritisch: "Wir verlieren einfach den Kopf, wir machen zu viele technische Fehler. Da gewinnst du kein Spiel."
Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel bleibt die HSG makellos und klettert im vorläufigen Saisonverlauf von Rang sieben auf Platz vier, punktgleich mit dem Spitzenreiter VfL Lübeck-Schwartau bei 4:0-Zählern. Der ASV hingegen bleibt nach der Auftaktniederlage auch im zweiten Spiel ohne Punkt und rutscht mit 0:4 auf den letzten Tabellenplatz ab.
Weiter geht es für die HSG bereits am kommenden Samstag, 12. September 2026, mit dem Auswärtsspiel beim TV 05/07 Hüttenberg. Der ASV Hamm-Westfalen empfängt einen Tag später, am Sonntag, 13. September 2026, GWD Minden zum Heimspiel.
Die Statistiken zum Spiel
HSG Nordhorn-Lingen - ASV Hamm-Westfalen 28:20 (12:12)
HSG Nordhorn-Lingen: Tschentscher (9 Paraden), Ligarzewski (3 Paraden); Erlingsson 6, Marschall 6, Ruddat 4, Lux 3/2, Wilhelm 3, Gentzel 2, Hüter 1, Duvancic 1, Berlo 1, Hoogland 1, Thiel, Rajkovic
ASV Hamm-Westfalen: Colodeti (8 Paraden), Budalic (2 Paraden); Firnhaber 6, Huesmann 3/3, Machner 2/1, Oehler 2, Gabrielsson 2, Bornemann 1, Krawczyk 1, Mühlhauser 1, Böttcher 1, Horvath-Garaba 1, Jacobs, Naji, Lukas, Vreede, Coßmann
Topspieler: Luca Tschentscher (HPI 83) / Jann Keno Jacobs (HPI 74)
Zeitstrafen: 3 / 1
HSG Nordhorn-Lingen: Tschentscher (9 Paraden), Ligarzewski (3 Paraden); Erlingsson 6, Marschall 6, Ruddat 4, Lux 3/2, Wilhelm 3, Gentzel 2, Hüter 1, Duvancic 1, Berlo 1, Hoogland 1, Thiel, Rajkovic
ASV Hamm-Westfalen: Colodeti (8 Paraden), Budalic (2 Paraden); Firnhaber 6, Huesmann 3/3, Machner 2/1, Oehler 2, Gabrielsson 2, Bornemann 1, Krawczyk 1, Mühlhauser 1, Böttcher 1, Horvath-Garaba 1, Jacobs, Naji, Lukas, Vreede, Coßmann
Topspieler: Luca Tschentscher (HPI 83) / Jann Keno Jacobs (HPI 74)
Zeitstrafen: 3 / 1
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