2. HBL
Dormagen sorgt für die Überraschung in Leipzig und beendet die weiße Weste des SC DHfK
SC DHfK Leipzig vs. TSV Bayer Dormagen - Game Highlights
Foto: Trotter
Der TSV Bayer Dormagen hat beim bislang verlustpunktfreien SC DHfK Leipzig für die Überraschung des fünften Spieltags gesorgt. Mit 27:26 (14:13) entführten die Gäste beide Punkte aus Leipzig, fügten dem Tabellenzweiten die erste Saisonniederlage zu und feierten den zweiten Sieg in Serie.
Am Ende gab den Ausschlag, was sich über weite Strecken abgezeichnet hatte: Dormagen zog seinen Matchplan über 60 Minuten konsequent durch, während Leipzig eigene gute Phasen nicht in einen beruhigenden Vorsprung ummünzte. Die Gäste verteilten ihre Treffer auf viele Schultern, spielten geduldig und lange aus und verlagerten das Tempo immer wieder so, wie es ihnen passte. Dass zwei zeitweise erspielte Vorsprünge auf beiden Seiten nicht hielten, lag auch an einer entscheidenden Größe im Dormagener Tor.
Christian Ole Simonsen kam auf 14 Paraden und eine Fangquote von 35 Prozent und hielt seine Mannschaft vor allem in den kritischen Momenten im Spiel. Vor ihm agierte Luca Krist als verlässlichster Angreifer der Partie: Der Rückraumspieler traf sechsmal bei sechs Versuchen und war damit bester Werfer seines Teams. Bei Leipzig ragten Staffan Peter mit acht Toren, darunter drei verwandelte Siebenmeter, sowie Lukas Binder mit sieben Treffern heraus, doch das reichte nicht, um die eigene Chancenverwertung insgesamt stabil zu halten.
Auffällig war die Statistik bei den Zeitstrafen: Fünf Hinausstellungen und zwei Rote Karten standen bei den Gästen zu Buche, gegenüber nur einer Zeitstrafe auf Leipziger Seite. Dass Dormagen die eigenen Unterzahlphasen wiederholt schadlos überstand und trotz dieser Belastung bis zum Schluss den Glauben behielt, gehörte zu den prägenden Elementen dieses Erfolgs.
Für den TSV ist es ein wichtiges Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt. Vor dem Spiel hatte Dormagen als Tabellenfünfzehnter erst zwei Punkte auf dem Konto, danach kletterte das junge Team von Trainer Julian Bauer auf Rang zwölf. Leipzig hingegen musste die erste Niederlage der Saison hinnehmen, gab die weiße Weste ab und rutschte trotz weiterhin 8:2 Punkten auf Rang fünf.
Ein Krimi, der sich bis in die letzten Sekunden zog
Leipzig erwischte den besseren Start und führte früh mit 2:0, doch Dormagen ließ sich davon nicht beeindrucken und blieb dank einer kompakten Abwehr und geduldigem Positionsangriff dran. Die Partie blieb über die gesamte erste Hälfte eng, immer wieder glichen die Gastgeber aus, immer wieder legten die Gäste nach. Mit einer knappen 14:13-Führung ging Dormagen in die Pause, weil die Mannschaft ihre verschiedenen Angriffsvarianten variabel einsetzte und Leipzig kaum ins Tempospiel kommen ließ.
Nach dem Seitenwechsel setzte sich Dormagen erstmals deutlicher ab. Beim 20:16 rund um die 50. Minute lagen die Gäste mit vier Toren vorn, begünstigt durch eine starke Phase von Simonsen. Zwischenzeitlich hatte eine Rote Karte gegen Julius Hein nach einem Treffer im Gesichtsbereich die Personalsituation der Gäste weiter verschärft.
Doch Leipzig fand zurück. Mit einem 5:0-Lauf drehte der SC DHfK die Partie zur 21:20-Führung, angetrieben nun auch von Anadin Suljakovic im Tor, der zehn Bälle entschärfte. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem keine Mannschaft entscheidend davonziehen konnte. Beim 25:23 aus Sicht der Gäste roch es kurz nach der Vorentscheidung für die Gastgeber, doch Dormagen blieb dran und glich immer wieder aus.
Beim Stand von 26:26 nahm Dormagen die Uhr geschickt herunter, ehe Moritz Köster gut 16 Sekunden vor dem Ende aus dem Rückraum zum 27:26 traf. Der letzte Leipziger Angriff brachte keinen Ertrag mehr, Simonsen parierte den Abschluss zum Schlusspunkt.
Köster, der Siegtorschütze, beschrieb die entscheidende Szene nüchtern: "Es war in der Auszeit besprochen, dass wir versuchen, noch ein bisschen Zeit runterzunehmen, wenn wir es schaffen, unentschieden in den letzten Sekunden zu haben. Und dann, dass ich ins Zwei-gegen-Zwei gehe und dass er dann am Ende auch reingeht." Den Schlüssel für den Erfolg sah er im Kollektiv: "Wir müssen dranbleiben, immer an die Chance glauben, am Plan halten. Das haben wir getan, auch in der schwierigen Situation."
Auf Leipziger Seite fand Geschäftsführer Karsten Günther deutliche Worte zur Ursache: "Sie haben das im Kollektiv gelöst, und wir haben das versucht, teilweise einzeln zu lösen. Und das klappt nicht im Handball, das ist ein Mannschaftssport."
In der Tabelle bedeutet der Abend für Leipzig den Rutsch von Platz zwei auf Rang drei bei nun 8:2 Punkten, während Dormagen mit 4:6 Zählern vier Ränge auf Position elf klettert. Weiter geht es für den SC DHfK am Freitag, 2. Oktober, auswärts bei TuSEM Essen, Dormagen empfängt einen Tag später, am Samstag, 3. Oktober, die Eulen Ludwigshafen.
Die Statistiken zum Spiel
SC DHfK Leipzig - TSV Bayer Dormagen 26:27 (13:14)
SC DHfK Leipzig: Suljakovic (10 Paraden), Mrkva (6 Paraden); Peter 8/3, Binder 7, Klima 3, Semper 2, Schroven 2, Bombač 2, Gauer 1, Rogan 1, Haake, Preuss, Koschek, Hertzfeld, Hinriksson, Voß
TSV Bayer Dormagen: Simonsen (14 Paraden), Conzen; Krist 6, Leis 4, Köster 3, Hein 3, Böckenholt 3/2, Schmidt 2, Boehnert 2, Strosack 2, Scholl 1, Leun 1, Doepner, Kriescher
Topspieler: Staffan Peter (HPI 89) / Luca Krist (HPI 90)
Zeitstrafen: 1 / 5
SC DHfK Leipzig: Suljakovic (10 Paraden), Mrkva (6 Paraden); Peter 8/3, Binder 7, Klima 3, Semper 2, Schroven 2, Bombač 2, Gauer 1, Rogan 1, Haake, Preuss, Koschek, Hertzfeld, Hinriksson, Voß
TSV Bayer Dormagen: Simonsen (14 Paraden), Conzen; Krist 6, Leis 4, Köster 3, Hein 3, Böckenholt 3/2, Schmidt 2, Boehnert 2, Strosack 2, Scholl 1, Leun 1, Doepner, Kriescher
Topspieler: Staffan Peter (HPI 89) / Luca Krist (HPI 90)
Zeitstrafen: 1 / 5
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