2. HBL
Ferndorf führt von Beginn an und beendet die Niederlagenserie
HSG Nordhorn-Lingen vs. TuS Ferndorf - Game Highlights
Foto: Bültmann
Der TuS Ferndorf hat sich bei der HSG Nordhorn-Lingen mit 30:33 durchgesetzt und nach drei Niederlagen in Folge wieder zwei Punkte geholt. Die Gäste lagen vom ersten Treffer an vorne, waren im Abschluss deutlich effizienter als die Gastgeber und hatten in Can Adanir einen starken Rückhalt mit zwölf Paraden.
Den Unterschied machte vor allem die Effizienz. Ferndorf brachte fast 79 Prozent seiner Würfe im Tor unter, die HSG nur 61 Prozent. Dazu nutzten die Gäste jede Lücke konsequent: Dreizehn Treffer erzielten sie nach Durchbrüchen, keiner dieser Versuche blieb ungenutzt. Die Gastgeber dagegen fanden gegen eine kompakte Ferndorfer Abwehr nur selten freie Positionen und leisteten sich zu viele Fehlwürfe aus dem Rückraum.
Hinzu kam die Bilanz am Siebenmeterstrich. Die HSG bekam acht Strafwürfe zugesprochen, verwandelte aber nur fünf davon. Adanir parierte zwei Versuche, Filip Baranasic einen weiteren. Ferndorf nutzte seine drei Siebenmeter dagegen alle, Marvin Mundus kam insgesamt auf sieben Tore. Bester Werfer der Gäste war Tom Jansen mit acht Treffern. Bei den Gastgebern übernahm Tarek Marschall mit neun Toren die Verantwortung im Angriff, Maximilian Lux kam auf acht Treffer, fünf davon vom Strich.
Für Ferndorf ist der Erfolg die Antwort auf drei Spiele ohne Punkte. Ein besonderer Nachmittag war es für Nordhorn-Akteur Valentino Duvancic, der nach fünf Jahren in Ferndorf erstmals gegen seinen früheren Verein spielte und zwei Tore erzielte: "Es war schon etwas sehr Besonderes, so viele bekannte Gesichter zu sehen. Aber auf dem Spielfeld geht es in den 60 Minuten um die zwei Punkte."
Früher Rückstand, immer wieder herangekämpft und doch ohne Punkte
Ferndorf erwischte den besseren Start, zog über 5:2 davon und setzte sich nach einer Viertelstunde auf 11:7 ab. Die Gastgeber nahmen ihre erste Auszeit, hatten in dieser Phase aber auch Pech: Adanir hielt innerhalb von gut einer Minute zwei Siebenmeter und nahm der HSG den Anschluss. Bis zur Pause arbeiteten sich die Gastgeber zwar noch einmal auf 12:14 heran, die Gäste antworteten jedoch umgehend und gingen mit 16:13 in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel wurde es noch einmal eng. Die HSG kam über Tempogegenstöße zurück ins Spiel und verkürzte in der 38. Minute auf 20:22. Die Auszeit der Gäste zeigte Wirkung: Jansen stellte den alten Abstand her, bis zur 48. Minute baute Ferndorf die Führung auf 25:21 aus.
Die Vorentscheidung fiel kurz vor Schluss. Als die Gastgeber mit siebtem Feldspieler angriffen, Mikael Helmersson einen Ball abfing und vom eigenen Kreis aus ins leere Tor zum 30:25 traf. Danach warf die HSG weiter alles nach vorne, Marschall traf in der Schlussphase mehrfach, zum Aufholen reichte die Zeit aber nicht mehr. Beim 33:30 blieben die Gäste verdient vorne.
Jansen wollte seine acht Tore nach dem Spiel nicht in den Vordergrund stellen: "Ich mag es nicht, über einzelne Leute zu sprechen. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der heute jeder 110 Prozent gegeben hat." Den Antrieb lieferte die eigene Heimniederlage der Vorwoche: "Wir haben letzte Woche zu Hause eine sehr schlechte Leistung gegen Großwallstadt gezeigt. Das war bei jedem im Kopf, und das wollten wir heute unbedingt besser machen." Dass der Erfolg auswärts zustande kam, machte ihn für den Rückraumspieler umso wertvoller: "In Nordhorn zu gewinnen ist nicht einfach. Darauf sind wir sehr stolz."
Bei der HSG fiel die Analyse nüchtern aus. "Wir kommen nicht gut ins Spiel, und wir verteidigen das Sieben-gegen-Sechs von Ferndorf nicht gut", sagte Duvancic, "das Sechs-gegen-Sechs haben wir eigentlich gut unter Kontrolle. Aber wir verwerfen zu viele Bälle, dazu zwei, drei Siebenmeter."
Weiter geht es für beide Teams schon am Freitag, 23. Oktober. Die HSG Nordhorn-Lingen gastiert beim 1. VfL Potsdam, Ferndorf empfängt den HC Elbflorenz 2006. Vor der Aufgabe in Potsdam gab sich Duvancic kämpferisch: Wir haben gegen jede Mannschaft eine Chance. Vor allem in dieser Liga kann jede Mannschaft jeden schlagen.
Die Statistiken zum Spiel
HSG Nordhorn-Lingen - TuS Ferndorf 30:33 (13:16)
HSG Nordhorn-Lingen: Tschentscher (7 Paraden), Ligarzewski (2 Paraden); Marschall 9, Lux 8/5, Hüter 4, Ruddat 3, Wilhelm 3, Duvancic 2, Hoogland 1, Erlingsson, Thiel, Hof, Gentzel, Lingers, Berlo, Rajkovic
TuS Ferndorf: Adanir (12 Paraden), Baranasic (1 Paraden); Jansen 8, Mundus 7/3, Helmersson 5, Lange 4, Michel 3, Eres 2, Hecker 2, Hideg 1, Fanger 1, Stoyke, Rahmlow, Servos, Würz, Schnabl
Topspieler: Tarek Marschall / Tom Jansen
Zuschauer: 2229 (EmslandArena)
Zeitstrafen: 2 / 1
HSG Nordhorn-Lingen: Tschentscher (7 Paraden), Ligarzewski (2 Paraden); Marschall 9, Lux 8/5, Hüter 4, Ruddat 3, Wilhelm 3, Duvancic 2, Hoogland 1, Erlingsson, Thiel, Hof, Gentzel, Lingers, Berlo, Rajkovic
TuS Ferndorf: Adanir (12 Paraden), Baranasic (1 Paraden); Jansen 8, Mundus 7/3, Helmersson 5, Lange 4, Michel 3, Eres 2, Hecker 2, Hideg 1, Fanger 1, Stoyke, Rahmlow, Servos, Würz, Schnabl
Topspieler: Tarek Marschall / Tom Jansen
Zuschauer: 2229 (EmslandArena)
Zeitstrafen: 2 / 1
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