Großwallstadt findet die Lösung gegen Ferndorfs Sieben-gegen-Sechs
TuS Ferndorf vs. TV Grosswallstadt - Game Highlights
Foto: TV Großwallstadt
Der TuS Ferndorf war in der Sporthalle Stählerwiese noch ungeschlagen, doch der TV Großwallstadt setzte dieser Serie mit einem 24:32 ein Ende. Die Gäste verteidigten das Ferndorfer Sieben-gegen-Sechs mit wechselnden Formationen, nutzten Ballgewinne konsequent und blieben im eigenen Angriff über 60 Minuten auffallend ruhig.
Der Schlüssel lag in der Defensive der Gäste. Mit einer kampfstarken, körperlich präsenten Deckung, die zwischen 6:0 und 5:1 wechselte, nahm Großwallstadt dem Gastgeber die gewohnten Räume und zwang ihn zu Abschlüssen aus schwierigen Positionen. Dahinter stand Žiga Urbič mit zwölf Paraden, darunter ein gehaltener Siebenmeter. Loic Kaysen ordnete nach der Partie ein: Wir haben eine sehr gute Abwehr gestellt. Ich glaube, das war die Basis dafür, dass wir ein schnelles Tempospiel hatten.
Dazu kam ein deutlicher Unterschied in der Effizienz: Großwallstadt verwertete 78 Prozent seiner Würfe, Ferndorf blieb bei knapp 56 Prozent. Besonders teuer wurde für den Gastgeber jeder Fehler im Angriff mit siebtem Feldspieler, denn die Gäste brachten sieben Treffer im leeren Tor unter. Vorne verteilte sich die Last breit, angeführt von Yessine Meddeb mit sieben Toren und Ole Klimpke, der neben vier eigenen Treffern vier Vorlagen beisteuerte. Bei Ferndorf hielt vor allem Tom Jansen mit zehn Toren die Partie offen, Can Adanir kam auf sechs Paraden.
Für den TuS Ferndorf ist es die erste Heimniederlage der Saison und die dritte Niederlage in Serie. Großwallstadt dagegen bestätigte nach dem schwierigen Saisonstart den Aufwärtstrend: Aus den letzten vier Spielen holte das Team 7:1 Punkte.
Nach der Pause zieht Großwallstadt davon
Ferndorf startete druckvoll, arbeitete sich über das Sieben-gegen-Sechs in die Partie und lag nach gut zwölf Minuten mit 6:3 vorn. Dann stellte Großwallstadt die Abwehr tiefer, provozierte Fehler im Aufbau und glich mit einem 0:3-Lauf aus. Von diesem Moment an drehte sich die Partie: Die Gäste gingen in Führung, Ferndorf glich zum 8:8 aus, doch danach übernahm Großwallstadt die Kontrolle und ging mit 12:14 in die Pause. Dass es nicht mehr war, lag auch an Adanir, der mehrfach freie Bälle entschärfte.
Nach dem Seitenwechsel verzichtete Ferndorf auf den siebten Feldspieler, fand im Sechs-gegen-Sechs aber nur selten freie Abschlüsse. Die entscheidende Phase folgte unmittelbar: Nach dem 13:14 parierte Adanir noch einen Siebenmeter, doch Großwallstadt zog mit sechs Treffern in Serie auf 13:19 weg. Mittendrin traf Urbič selbst ins leere Tor. Auch Ferndorfs Auszeiten und eine Reihe von Umstellungen im Rückraum, in dem Mikael Helmersson sein erstes Spiel der Saison bestritt, änderten daran nichts mehr. Der Vorsprung der Gäste pendelte fortan zwischen vier und sechs Toren, in der Schlussphase wuchs er bis zum 24:32 an.
Julius Fanger benannte die Gründe aus Ferndorfer Sicht: Erste Halbzeit haben wir vor allem zu viele klare Chancen liegen lassen, und in der zweiten Halbzeit laufen wir zu oft fest, finden schlechtere Lösungen und verlieren auch ein Stück weit die Nerven und die Kontrolle.
Kaysen verwies auf die Vorbereitung der Gäste: Wir haben uns schon sehr auf das Sieben-gegen-Sechs spezialisiert. Ich glaube, das hat sich heute auf jeden Fall ausgezahlt.
Weiter geht es für den TuS Ferndorf am Sonntag, 18. Oktober 2026, bei der HSG Nordhorn-Lingen, wo Fanger zwei Punkte als Ziel ausgab. Der TV Großwallstadt kann seine Serie schon einen Tag früher ausbauen: Am Samstag, 17. Oktober 2026, ist der Dessau-Roßlauer HV 06 zu Gast.
Die Statistiken zum Spiel
TuS Ferndorf: Adanir (6 Paraden), Baranasic (1 Paraden); Jansen 10, Hideg 4, Mundus 3/1, Fanger 3, Rahmlow 2, Servos 1, Würz 1, Schnabl, Helmersson, Stoyke, Lange, Eres, Scharnweber, Hecker
TV Großwallstadt: Urbič (12 Paraden), Noah; Meddeb 7, Eisenträger 6, Rohwer 5, Klimpke 4, Skaarnæs 3, Redkyn 3, Aukstikalnis 2/2, Kaysen 1, Buchinger, Gempp, Zimmer, Niklas
Topspieler: Tom Jansen (HPI 88) / Yessine Meddeb (HPI 84)
Zuschauer: 1287 (Sporthalle Stählerwiese)
Zeitstrafen: 5 / 3










