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2. HBL

Punkteteilung im Derby: Meuser gleicht mit dem letzten Wurf zum 34:34 aus

Samstag, 10. Oktober 2026

TV Emsdetten vs. HSG Nordhorn-Lingen - Game Highlights

Foto: Heidelberg

Vier Jahre nach dem letzten Ligavergleich bot das Derby in der ausverkauften Ems-Halle Spannung bis zur letzten Sekunde: Andre Meuser traf mit dem letzten Wurf der Partie zum 34:34. Zuvor hatte der TV Emsdetten einen Vorsprung von fünf Toren hergegeben, ehe die HSG Nordhorn-Lingen die Partie an sich zog und selbst wieder vorne lag.

Es war eine Partie, die sowohl von Effizienz als auch Fehlern lebte. Der TVE kam auf eine Wurfquote von 67 Prozent, Nordhorn-Lingen blieb bei 65 Prozent. Beide Teams leisteten sich aber auch auffällig viele technische Fehler: Emsdetten 18, Nordhorn-Lingen 21. Hinzu kam, dass die Siebenmeter auf beiden Seiten ausnahmslos saßen, jeweils drei von drei. Am Ende trennte die Teams in nahezu allen Statistiken kaum etwas.
Paul Dreyer kam im Emsdettener Tor auf 15 Paraden und hielt sein Team über weite Strecken im Spiel, Luca Tschentscher steuerte bei den Gästen acht Paraden bei und entschärfte vor allem in der Schlussphase wichtige Würfe. Vorne war Yannick Terhaer mit neun Toren, darunter drei vom Siebenmeterstrich, der verlässlichste Schütze der Gastgeber, unterstützt von Eric Damböck mit acht Treffern. Bei der HSG trug Elias Ruddat sieben Tore bei, Kreisläufer Christian Wilhelm war mit fünf Treffern und seiner Präsenz im Innenblock einer der prägenden Spieler.
Für die Gastgeber ist es die erste Punkteteilung der Saison, für die HSG nach dem 31:31 gegen den HSC 2000 Coburg bereits das zweite Remis. Marius Kluwe wollte das Ergebnis klar positiv sehen: "Ich glaube, es ist ein Punktgewinn. Man kann es so oder so sehen. Wir führen teilweise mit fünf Toren. Dann ist es natürlich ärgerlich, dass wir in der zweiten Halbzeit einmal so eine Phase haben, wo wir nicht ganz da sind, wo wir überhastete Würfe nehmen und technische Fehler produzieren."
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Entscheidung in der letzten Sekunde

Der Beginn gehörte den Gästen. Nordhorn-Lingen setzte auf schnelle Abschlüsse, nutzte die Fehler der Gastgeber und zog über 7:10 auf 9:12 davon. Emsdetten fand im Positionsangriff zunächst kaum den Weg zum Tor, hielt aber durch Dreyer den Anschluss, der sich beim 9:10 mit einem Wurf auf das leere Tor sogar selbst als Torschütze eintrug.
Der erste Wendepunkt kam ausgerechnet nach einer Auszeit der Gäste. Beim 14:14 unterbrach Mark Bult die Partie, doch danach übernahm Emsdetten das Kommando: mehr Stabilität im Innenblock, weniger Fehler im Angriff, und mit drei Toren Vorsprung ging es beim 18:15 in die Pause. Johannes Thiel sah die Ursachen bei seinem Team: "Wir sind bescheiden ins Spiel gestartet und hatten dann von Anfang an so ein bisschen eine Bürde zu tragen. In der ersten Halbzeit hätten wir es uns viel leichter machen können, als wir es dann gemacht haben."
Nach dem Seitenwechsel baute Emsdetten die Führung zunächst auf 23:18 aus und hatte die Halle endgültig hinter sich. Dann aber kippte die Partie ein zweites Mal. Die Gäste stellten im Angriff auf das Sieben-gegen-Sechs um, spielten ihre Einzelaktionen auf den Halbpositionen konsequenter aus und kamen Tor für Tor heran. Beim 24:24 war die Partie wieder offen, kurz darauf lag die HSG erstmals seit der Pause vorne und baute den Vorsprung auf 25:27 aus. "In der zweiten Halbzeit haben wir über das Sieben-gegen-Sechs so ein bisschen unseren Anker im Spiel wiedergefunden und die Situationen gut ausspielen können", erklärte Thiel.
Emsdetten blieb dran, weil Damböck nach einem Ballgewinn aus der eigenen Hälfte zum 30:30 traf und Terhaer vom Strich sicher blieb. Doch Elmar Erlingsson und Kyan van Berlo stellten die Gästeführung immer wieder her, beim 32:34 schien die Sache entschieden. Marcel Timm verkürzte 44 Sekunden vor dem Ende, dann ging es in die letzte Aktion: Nach einem Freiwurf aus knapp elf Metern und zwei Sekunden auf der Uhr traf Meuser zum 34:34.
"Ich habe sofort an das Aufstiegsspiel gegen Gelnhausen gedacht, da war die Situation ähnlich. Aber ich fand es mega, dass der Trainer und die Mannschaft mir voll und ganz vertraut haben", sagte Meuser, der zugleich einräumte: "Wir hätten das Spiel natürlich auch gewinnen können, aber das müssen wir in Ruhe auswerten." Getrübt wurde die Schlussphase dadurch, dass sich Damböck am Knie verletzte und gestützt in den Kabinengang gehen musste.
Weiter geht es für beide Teams am kommenden Wochenende: Die HSG Nordhorn-Lingen empfängt am Sonntag, 18. Oktober, den TuS Ferndorf, der TV Emsdetten gastiert am Montag, 19. Oktober, beim TuSEM Essen.

Die Statistiken zum Spiel

TV Emsdetten - HSG Nordhorn-Lingen 34:34 (18:15)

TV Emsdetten: Dreyer (15 Paraden), Krechel; Terhaer 9/3, Damböck 8, Heitkamp 4, Hasenkamp 3, Meuser 3, Timm 3, Budelmann 1, Tobeler 1, Kluwe 1, Träger, Jansen, Dörtelmann, Zintel, Beekmann

HSG Nordhorn-Lingen: Tschentscher (8 Paraden), Ligarzewski (4 Paraden); Ruddat 7, Marschall 5, Wilhelm 5, Lux 4/3, Erlingsson 3, Gentzel 3, Berlo 3, Thiel 2, Hüter 2, Duvancic, Lingers, Rajkovic, Hoogland

Topspieler: Yannick Terhaer (HPI 91) / Christian Wilhelm (HPI 82)
Zuschauer: 2100 (Ems-Halle)
Zeitstrafen: 3 / 4
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