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2. HBL

Wilde hält Hagen im Derby zum Sieg: Eintracht dreht Rückstand gegen Ferndorf

Montag, 28. September 2026

VfL Eintracht Hagen vs. TuS Ferndorf - Game Highlights

Foto: Meyrich

Im Südwestfalen-Derby vor voller Ischelandhalle hat der VfL Eintracht Hagen ein lange offenes Spiel gegen den TuS Ferndorf mit 25:22 für sich entschieden. Bis zur Pause lag der Gastgeber zurück, doch mit einer starken zweiten Hälfte und einem überragenden Torhüter Jonas Wilde drehte Hagen die Partie und feierte den vierten Saisonsieg.

Es war kein Spiel der großen Torgala, sondern eines der Abwehrreihen. Beide Mannschaften setzten über weite Strecken auf das Angriffsspiel mit sieben Feldspielern, bauten ihre Angriffe geduldig auf und zwangen den Gegner immer wieder ins Zeitspiel. Am Ende gab die Torhüterleistung den Ausschlag.
Jonas Wilde, der bis zur vergangenen Saison selbst für Ferndorf zwischen den Pfosten stand, kam auf 15 Paraden und eine Fangquote von rund 41 Prozent. Damit hielt er doppelt so viele Bälle wie das Ferndorfer Gespann aus Filip Baranasic und Can Adanir zusammen. Bereits früh entschärfte Wilde zwei Siebenmeter und nahm dem Gegner damit wichtigen Rückhalt. Ich würde sagen, ich bin aus dem Häuschen. Ein extrem geiles Spiel, superhitzige Atmosphäre, enges Spiel, und dafür spielt man Handball, sagte Wilde nach der Partie.
Der zweite große Faktor war die Hagener Defensivarbeit. Nur 22 Gegentore ließ die Eintracht zu, ein Wert, der die kompakte Abwehrleistung unterstreicht. Besonders auffällig: Ferndorfs Marvin Mundus, mit zuvor rund zehn Toren pro Spiel einer der treffsichersten Werfer der Liga, blieb bei nur zwei Treffern. Wilde selbst verortete den Schlüssel in der Verteidigung: "In der zweiten Halbzeit holen wir die Abpraller, dann bleiben wir geduldig, auch im Angriff. 22 Gegentore, das ist super wenig, und das ist einfach eine gute Abwehrarbeit."
Im Angriff war Pierre Busch der zuverlässigste Schütze der Gastgeber. Der Rechtsaußen traf neunmal, davon fünf sichere Siebenmeter, und war zudem im Rückzug immer wieder zur Stelle, um Ferndorfer Tempogegenstöße zu unterbinden. Auf der Gegenseite hielt Ferndorf mit einem klaren Konzept dagegen: Tom Jansen war mit fünf Toren bester Werfer, Kreisläufer Mattis Michel steuerte drei Treffer bei und war ein ständiger Bezugspunkt im Positionsangriff.
Der Erfolg hat für Hagen auch Tabellenrelevanz. Mit nun 8:2 Punkten festigt die Eintracht ihren Platz im oberen Drittel, während Ferndorf trotz einer starken Auswärtsleistung eine erste Delle in der Bilanz hinnehmen muss.
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Ein Derby der Abwehrreihen und der späten Wende

Beide Teams starteten wie angekündigt im Angriff mit sieben gegen sechs, was das Tempo drosselte und lange Angriffe mit sich brachte. Entsprechend zäh verlief die Anfangsphase, geprägt von zahlreichen Zeitstrafen und beidseitig starken Abwehrreihen. Hagen setzte sich zunächst auf 5:3 (14.) und 8:6 (22.) ab, ehe ein Rückschlag folgte.
In der 22. Minute sah Kapitän Jan von Boenigk nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Mundus die Rote Karte, eine Szene ohne Absicht, aber mit Wirkung. Ferndorf nutzte die Phase, drehte das Spiel und ging mit einer 12:10-Führung in die Kabine. Die letzten Minuten vor dem Seitenwechsel gehörten den Gästen, die sich bis dahin auch bei den entscheidenden Bällen als das etwas glücklichere Team erwiesen.
Auch nach dem Wechsel blieb Ferndorf zunächst tonangebend und baute den Vorsprung auf 10:13 aus. Doch Hagen kämpfte sich Schritt für Schritt heran, angetrieben von den Paraden Wildes und einer nun aggressiveren Deckung, die die Passwege zustellte und Ballgewinne erzwang. Beim 18:18 war die Partie erstmals wieder ausgeglichen, und von dort übernahm der Gastgeber die Kontrolle.
Ferndorf blieb über rund zehn Minuten ohne eigenen Treffer, während Hagen über schnelles Umschaltspiel und die Treffsicherheit von Luca Richter, der fünf Tore erzielte, auf 21:18 davonzog. Die Gäste haderten mit ihrer eigenen Fehlerquote, wie Jansen später einräumte: In der zweiten Halbzeit machen wir ein paar technische Fehler zu viel, ich glaube, sieben an der Zahl. Das ist im Sieben gegen Sechs mit einem leeren Tor hinten zu viel, dann sind die Tore auch zu einfach.
In der umkämpften Schlussphase brachte Ferndorf den Rückstand nicht mehr entscheidend heran. Busch stellte per Siebenmeter kurz vor Schluss auf 25:21, ehe Julius Fanger noch zum 25:22-Endstand verkürzte. Als die Schlusssirene ertönte, lief die gesamte Mannschaft zu Wilde, dem entscheidenden Rückhalt dieses Abends.
In der Tabelle bleibt Hagen mit dem Sieg auf Rang drei, verbessert sich aber auf 8:2 Punkte. Ferndorf bleibt auf Position sechs, weist nun jedoch mit 6:4 Punkten die zweite Saisonniederlage auf. Im direkten Vergleich beider Vereine ist die Bilanz damit wieder ausgeglichen. Weiter geht es für Hagen am Samstag, 3. Oktober, auswärts bei der HSG Nordhorn-Lingen. Ferndorf empfängt zwei Tage später, am Montag, 5. Oktober, den Tabellenführer 1. VfL Potsdam.

Die Statistiken zum Spiel

VfL Eintracht Hagen - TuS Ferndorf 25:22 (10:12)

VfL Eintracht Hagen: Wilde (15 Paraden), Bochmann; Busch 9/5, Richter 5, Gharehlou 2, Boenigk 2, Jungemann 2, Israel 2, Morales 1, Kutz 1, Pfalzer, Genz, Jukic, Puls, Kraus, Srugies

TuS Ferndorf: Baranasic (4 Paraden), Adanir (4 Paraden); Jansen 5, Fanger 3, Michel 3, Mundus 2, Hideg 2, Lange 2, Eres 2/2, Servos 1, Scharnweber 1, Hecker 1, Stoyke, Rahmlow, Würz, Schnabl

Topspieler: Jonas Wilde (HPI 89) / Mattis Michel (HPI 81)
Zeitstrafen: 2 / 8

Alle Partien der Opel HBL und 2. HBL werden live von Dyn übertragen.

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