HBL
15 Paraden von Ludwig: Füchse Berlin behaupten sich im Topspiel gegen Gummersbach
Füchse Berlin vs. VfL Gummersbach - Game Highlights
Foto: Füchse Berlin
Die Füchse Berlin haben das Topspiel des 4. Spieltags mit 33:28 (16:13) gegen den VfL Gummersbach für sich entschieden. Getragen von einem überragenden Lasse Ludwig im Tor und einem präsenten Mathias Gidsel im Angriff kontrollierten die Gastgeber die Partie über weite Strecken.
Der Schlüssel zu diesem Heimsieg stand zwischen den Pfosten. Lasse Ludwig kam auf 15 Paraden und eine Fangquote von knapp 35 Prozent. Vor allem in einer Phase der ersten Halbzeit wurde er zum entscheidenden Faktor, als der VfL Gummersbach über eine lange Strecke kein Tor erzielte. Diese Serie an Paraden gab nicht nur der Berliner Abwehr Sicherheit, sondern legte auch die Grundlage für das gefürchtete Tempospiel der Gastgeber.
Denn genau daraus zog Berlin seine Wirkung: Ballgewinne und abgewehrte Würfe verwandelten die Füchse immer wieder in schnelle Gegenstöße. Im Positionsangriff war Gidsel der Dreh- und Angelpunkt. Der Rückraumspieler kam auf neun Tore und sechs Assists, zog mit seinen Antritten aus der zweiten Reihe immer wieder in die Tiefe und provozierte dabei mehrere Zeitstrafen beim Gegner. Auf der linken Seite fügte sich Matthes Langhoff mit vier Toren und wichtigen Aktionen in Abwehr und Angriff ein, während Tim Freihöfer mit neun Treffern und einer makellosen Ausbeute vom Siebenmeterpunkt (fünf von fünf) für Sicherheit sorgte.
Beim VfL Gummersbach lief das Angriffsspiel über weite Strecken zu sehr über Einzelaktionen. Mit einer Wurfquote von rund 55 Prozent aus dem Feld und zahlreichen liegen gelassenen freien Gelegenheiten fehlte die Durchschlagskraft, um den Rückstand konsequent zu verkürzen. Bester Werfer war der erfahrene Alex Dujshebaev mit sechs Toren, der zugleich sein erstes Bundesligator erzielte. Miro Schluroff, mit dem höchsten HPI-Wert seines Teams (83), steuerte fünf Treffer bei und markierte dabei sein 500. Bundesligator für den VfL. Im Tor hielt Bertram Obling mit elf Paraden phasenweise dagegen.
Für die Füchse Berlin bedeutet der Erfolg den dritten Saisonsieg und den Sprung auf Rang vier. Für den VfL Gummersbach war es die zweite Niederlage im vierten Spiel. Nach eigenen Worten passte Lukas Blohme die Marschroute nicht zusammen: "Uns ist aufgefallen, das es sehr viele individuelle Aktionen im Angriff gab, statt wirklich ein Angriffskonzept."
Ein früher Lauf der Berliner, den der VfL nicht mehr aufholte
Der Beginn gehörte den Gästen. Angeführt von einer druckvollen Rückraumachse zog der VfL Gummersbach auf 5:3 davon und fand über Kreuzbewegungen zunächst gute Lösungen gegen die Berliner Abwehr. Doch danach kippte die Partie. Berlin arbeitete sich mit einem längeren Lauf heran und drehte die Begegnung deutlich, während Gummersbach sich in einer ausgedehnten Phase ohne eigenen Treffer wiederfand.
In dieser Phase avancierte Ludwig zum Rückhalt. Parade um Parade nahm er den Gästen den Zugriff, während die Füchse aus den Abwehraktionen schnelle Gegenstöße machten. Trotz dieser klaren Überlegenheit gelang es Berlin nicht, den Vorsprung über vier bis fünf Tore hinaus auszubauen, auch weil im eigenen Angriff einige Chancen ungenutzt blieben. So ging es mit dem 16:13 in die Pause, einem Ergebnis, das dem Spielverlauf aus Berliner Sicht fast zu knapp war.
In der Kabine hatte man den Rückstand aus Sicht der Gäste als Chance begriffen. Ludwig fasste die erste Hälfte nüchtern zusammen: "Ich finde, wir spielen eine extrem gute Abwehr die ersten 20 Minuten. Am Ende fehlte uns jetzt ein bisschen der Zugriff."
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Muster bestehen. Der VfL kämpfte sich wiederholt bis auf drei Tore heran, fand aber nie den Moment, um auf ein oder zwei Treffer zu verkürzen. Immer wenn die Gäste eine gute Phase andeuteten, folgte ein technischer Fehler oder ein Fehlwurf, oder Ludwig hielt erneut. Gidsel setzte in der zweiten Halbzeit mit seinen Tempoaktionen die Akzente und zwang die Gummersbacher Abwehr wiederholt zu Zeitstrafen. In der Schlussphase durfte sich Neuzugang Aymeric Zaepfel über sein erstes Heimtor freuen. Am Ende stand ein 33:28, das die Überlegenheit der Gastgeber widerspiegelte, ohne dass die Partie je völlig entschieden wirkte.
Tim Freihöfer machte den Unterschied vor allem an einer Position fest: "Lasse trägt uns über die ganze Partie immer. Wenn wir so einen kleinen Downfall haben, dann hält da ein, zwei ganz, ganz wichtige wieder für uns."
Mit dem Erfolg klettern die Füchse Berlin von Rang fünf auf Rang vier und verbessern ihr Punktekonto auf 6:2. Der VfL Gummersbach bleibt bei 3:5 Punkten stehen und rutscht trotz einer kämpferischen Leistung von Rang zehn auf Rang elf ab. Weiter geht es für beide Teams am kommenden Sonntag: Die Füchse gastieren am 20. September um 15:00 Uhr beim Bergischen HC, der VfL Gummersbach tritt am selben Tag um 16:30 Uhr bei der HSG Wetzlar an.
Die Statistiken zum Spiel
Füchse Berlin - VfL Gummersbach 33:28 (16:13)
Füchse Berlin: Ludwig (15 Paraden), Palicka; Gidsel 9, Freihöfer 9/5, Teigum 6, Langhoff 4, Grøndahl 3, Marsenić 1, Zaepfel 1, Darj, Prantner, Pichiri, Simak, Ariño
VfL Gummersbach: Obling (11 Paraden), Biosca (1 Paraden); Dujshebaev 6, Roganovic 5/1, Schluroff 5, Blohme 3, Horzen 3, Smits 2, Kodrin 2, Vidarsson 2, Zeman, Vujovic, Hallbäck, Sindrason
Topspieler: Mathias Gidsel (HPI 98) / Miro Schluroff (HPI 83)
Zeitstrafen: 3 / 6
Füchse Berlin: Ludwig (15 Paraden), Palicka; Gidsel 9, Freihöfer 9/5, Teigum 6, Langhoff 4, Grøndahl 3, Marsenić 1, Zaepfel 1, Darj, Prantner, Pichiri, Simak, Ariño
VfL Gummersbach: Obling (11 Paraden), Biosca (1 Paraden); Dujshebaev 6, Roganovic 5/1, Schluroff 5, Blohme 3, Horzen 3, Smits 2, Kodrin 2, Vidarsson 2, Zeman, Vujovic, Hallbäck, Sindrason
Topspieler: Mathias Gidsel (HPI 98) / Miro Schluroff (HPI 83)
Zeitstrafen: 3 / 6
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