HBL
Bertram Obling überragt: VfL Gummersbach gewinnt souverän in Wetzlar

Foto: Röczey
Der VfL Gummersbach hat bei der HSG Wetzlar mit 33:36 gewonnen und dabei über weite Strecken den Ton angegeben. Getragen von einem herausragenden Torhüter und einem effizienten Angriff kontrollierte der Gast die Partie fast durchgehend, auch wenn das Ergebnis am Ende enger ausfiel, als es der Spielverlauf nahelegte.
Der Schlüssel zum Erfolg lag zwischen den Pfosten. Bertram Obling kam auf 16 Paraden und eine Fangquote von rund 34 Prozent und war damit der stabile Rückhalt, an dem sich die Wetzlarer Angreifer über weite Strecken die Zähne ausbissen. Sein Gegenüber hielt zwar ebenfalls stark, doch der VfL profitierte zusätzlich von einer deutlich höheren Effizienz im Abschluss: 64 Prozent Wurfquote und 34 Feldtore standen bei den Gästen zu Buche.
Besonders wirkungsvoll war das Zusammenspiel mit dem Kreis. Immer wieder fanden die Rückraumspieler den Weg zum Anspiel in die Mitte, wodurch acht Tore über die Kreisposition zustande kamen. Nikola Roganovic setzte mit acht Treffern (davon zwei per Siebenmeter) und vier Vorlagen die auffälligsten Akzente, unterstützt von Kay Smits und Kristjan Horzen mit jeweils sechs Toren. Josip Simic brachte die Problematik hinterher auf den Punkt: "Dadurch, dass wir dann auf die Rückraumwerfer rausgehen, sind die Räume für den Kreis frei."
Auf der anderen Seite hielt Tristan Kirschner mit zehn Treffern, darunter drei sichere Siebenmeter, sein Team im Angriff zusammen. Für einen echten Kampf um Punkte reichte das aber nicht, weil Wetzlar zu oft frei an Obling scheiterte. Miro Schluroff fasste die Diskrepanz aus Gästesicht zusammen: "Wir fangen gut an, gehen auf plus acht, plus neun und dann schleichen sich die Fehler ein."
Für den VfL bedeutet der Auswärtserfolg den Sprung in die obere Tabellenhälfte, nach einem schweren Auftaktprogramm gegen mehrere Spitzenteams. Für Wetzlar setzt sich dagegen ein zäher Saisonstart fort, der die Mannschaft weiter am unteren Ende der Tabelle festhält.
Ein früher Vorsprung, der nie in Gefahr geriet
Die Partie begann torreich und ausgeglichen. Paul Kompenhans brachte die Gastgeber früh in Führung, doch der VfL antwortete umgehend über sein schnelles Umschaltspiel. Beim 3:3 kippte die Begegnung: Gummersbach zog über einen konsequenten Tempohandball und die ersten Paraden von Obling davon und lag nach gut zehn Minuten bereits mit 9:5 vorne.
Wetzlar leistete sich zu viele technische Fehler und fand gegen die kompakte Abwehr des VfL nur schwer Lösungen. Bei Wetzlar rückte der junge Hendrik Pantel ins Tor und hielt mit sieben Paraden sein Team im Spiel. So blieb der Rückstand zur Pause beim 15:20 noch überschaubar, obwohl die Gäste die klar bessere Mannschaft waren.
Nach dem Seitenwechsel baute Gummersbach den Vorsprung konsequent aus und lag zwischenzeitlich acht Tore vorne (20:28). Danach klemmte es beim Favoriten im Abschluss: Über eine längere Phase gelang kaum ein Treffer, mehrere Bälle landeten an Pfosten und Latte. Wetzlar nutzte das für Ergebniskorrekturen, kam aber nie in Schlagdistanz, weil Obling in den entscheidenden Momenten erneut zur Stelle war.
In der Schlussphase verkürzte die HSG bis auf vier Tore, doch der VfL brachte den Vorsprung sicher über die Zeit. Zwei späte Zeitstrafen gegen die Gäste sorgten noch für etwas Betrieb, änderten am Ausgang aber nichts mehr. Beim 36:33 Endstand war der Sieg des Gastes zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet.
In der Tabelle klettert der VfL Gummersbach durch den Erfolg von Rang zwölf auf Rang acht und steht nun bei 5:5 Punkten. Die HSG Wetzlar bleibt nach der Niederlage mit 1:9 Punkten auf Rang 17 und wartet damit weiter auf den ersten Saisonsieg. Am kommenden Spieltag tritt Wetzlar am Sonntag, 27. September, um 18:00 Uhr beim Handball Club Hamburg an, während Gummersbach am selben Tag bereits um 16:30 Uhr den Bergischen HC empfängt.
Die Statistiken zum Spiel
HSG Wetzlar - VfL Gummersbach 33:36 (15:20)
HSG Wetzlar: Pantel (7 Paraden), Ravensbergen (5 Paraden); Kirschner 10/3, Simic 4, Mappes 3, Kompenhans 3, Pehlivan 3, Soler 3, Piroch 2, Læsø 2, Nafea 2, Theiss 1, Øverby, Schoch, Löwen, Akakpo
VfL Gummersbach: Obling (16 Paraden), Biosca; Roganovic 8/2, Smits 6, Horzen 6, Schluroff 4, Häseler 3, Blohme 3, Dujshebaev 3, Kodrin 2, Vidarsson 1, Zeman, Vujovic, Hallbäck, Sindrason
Topspieler: Tristan Kirschner (HPI 93) / Bertram Obling (HPI 86)
Zeitstrafen: 1 / 2
HSG Wetzlar: Pantel (7 Paraden), Ravensbergen (5 Paraden); Kirschner 10/3, Simic 4, Mappes 3, Kompenhans 3, Pehlivan 3, Soler 3, Piroch 2, Læsø 2, Nafea 2, Theiss 1, Øverby, Schoch, Löwen, Akakpo
VfL Gummersbach: Obling (16 Paraden), Biosca; Roganovic 8/2, Smits 6, Horzen 6, Schluroff 4, Häseler 3, Blohme 3, Dujshebaev 3, Kodrin 2, Vidarsson 1, Zeman, Vujovic, Hallbäck, Sindrason
Topspieler: Tristan Kirschner (HPI 93) / Bertram Obling (HPI 86)
Zeitstrafen: 1 / 2
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