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Daniel Rebmann: „Wir sind auf jeden Fall konkurrenzfähig“

Donnerstag, 17. September 2026

Foto: Heilwagen

Der Torhüter von Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten trifft am Freitag auf seinen Ex-Klub TVB Stuttgart – und hofft auf ähnlich positive Schlagzeilen des Zweitligameisters wie bisher.

Sie sind definitiv die größte Überraschung der neuen Saison in der Opel Handball-Bundesliga: Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten startete mit zwei Siegen gegen Hamburg und Eisenach, zeigte dann auch gegen Meister Magdeburg und die Rhein-Neckar Löwen starke Leistungen, die aber nicht mit Punkten belohnt wurden. Am Freitag (19:00 Uhr, live bei Dyn) steht fürs Team von Matthias Flohr das zweite Baden-Württemberg-Derby in Folge auf dem Programm: die Gallier von der Alb empfangen den TVB Stuttgart. Vor genau einem Jahr spielte Torwart Daniel Rebmann noch für die Stuttgarter, wechselte im November 2025 nach Balingen-Weilstetten, im Gegenzug ging Mateusz Kornecki in die Landeshauptstadt.
Vor dem Derby spricht der 32-Jährige über seine Heimatverbundenheit, die schönsten Momente des Aufstiegs, sein Verhältnis zu seinem neuen Kollegen Vladimir Cupara – und warum es im Hause Rebmann auch privat viel um Wurfbilder und Paraden geht.
 
Als Sie im November 2025 von Stuttgart nach Balingen wechselten, wie sicher waren Sie, dass es mit dem Aufstieg klappt?
Daniel Rebmann: Sicher war ich mir natürlich nicht. Ich war mir aber sehr, sehr bewusst, welche Kaderstärke Balingen hat und auch wie die Männer Handball spielen. Da war ich schon überzeugt davon, dass man das schaffen kann. Aber Sicherheit gibt es im Profisport ja generell nicht.
Was war Ihr schönster Moment der Aufstiegssaison?
Daniel Rebmann: Das waren definitiv zwei Momente. Der erste war der Abpfiff in Krefeld, als es sicher war, dass wir den Aufstieg geschafft haben. Und der zweite Moment war natürlich die Meisterschaft durch den Heimsieg gegen Bietigheim.
Wie waren die Erwartungen im Umfeld vor dem Start der Opel HBL-Saison?
Daniel Rebmann: Die Erwartungen als Aufsteiger sind eigentlich immer relativ eindeutig: dass wir den Klassenerhalt schaffen wollen. Das ist ein sehr großes Ziel, aber wir arbeiten da dran, dass wir das erreichen.
Was hat sich durch den überragenden Start mit Siegen gegen Hamburg und in Eisenach geändert?
Daniel Rebmann: An sich hat sich mit den zwei Siegen und dem guten Saisonstart nichts geändert an unserer Zielsetzung. Das sind vier Punkte. Wir brauchen noch einige Punkte mehr, um den Klassenhalt schaffen zu können. Deshalb: ja, es sind zwei Siege, die man eingefahren hat, aber da sollten beziehungsweise müssen aber auch noch einige Siege dazukommen, wenn wir den Klassenhalt schaffen wollen.
Nach diesen Erfolgen gab es unglückliche Niederlagen gegen Meister Magdeburg und bei den Löwen – wie gehen Sie mit solchen Partien um? Kann man vielleicht sogar etwas Positives daraus ziehen?
Daniel Rebmann: Die zwei Niederlagen waren natürlich sehr unglücklich. Wir haben die Spiele nachbereitet, wie jedes andere Spiel auch - was wir gut gemacht haben, was wir nicht so gut gemacht haben und versuchen jetzt natürlich, uns in den nächsten Spielen in diesen Punkten zu verbessern. Positiv rausziehen kann man, dass wir auf jeden Fall konkurrenzfähig sind. Dass wir zeigen, dass wir auch gegen solche Mannschaften mithalten können, beziehungsweise auch die Möglichkeit haben, Punkte zu holen. Das ist, was bleibt für die nächsten Spiele.
Wie sicher sind Sie, dass HBW das Ziel Klassenerhalt schaffen wird?
Daniel Rebmann: Ich bin überzeugt davon, dass, wenn wir so arbeiten wie bisher, wir dann den Klassenerhalt schaffen können.
Am Freitag geht es in der Opel HBL gegen ihren Ex-Klub Stuttgart – haben Sie besondere Emotionen vor dieser Partie?
Daniel Rebmann: Spiele gegen Ex-Vereine sind immer mit Emotionen verbunden, weil man einfach viele Leute da kennt. Deshalb ist es von Natur aus schon ein besonderes Spiel für mich.
In Vladimir Cupara haben Sie seit dem Saisonstart einen erfahrenen Torwartkollegen an Ihrer Seite – Wie wichtig ist ein sportlich-gutes Verhältnis unter den Torhütern?
Daniel Rebmann: Mit „Cupi“ habe ich ein gutes Verhältnis. Das ist natürlich wichtig auf dem Level. Ich denke, dass wir es auch in den Spielen bisher jetzt geschafft haben, eine gute Torhüterleistung aufs Feld zu bringen. Vladimir hat gegen die Löwen ein richtig gutes Spiel gemacht. Dass wir uns so ergänzen wie bisher und dass wir es zusammen immer schaffen, dass wir eine gute Torhüterleistung im Spiel haben - das ist für uns als Mannschaft natürlich sehr wichtig. 

Mit Ausnahme von einer Saison in Gummersbach haben Sie immer nur für Klubs aus Baden-Württemberg gespielt - was bedeutet Heimat für Sie, und wie wichtig ist diese Nähe?
Daniel Rebmann: Stimmt, ich habe einige Vereine hier in Baden-Württemberg durch. Mir gefällt es hier einfach. Meine Familie kommt auch von hier. Wir haben eine vierjährige Tochter, und durch den Beruf meiner Frau als Torwarttrainerin der Frauen-Nationalmannschaft sind wir oft auf Hilfe angewiesen. Meine Eltern wohnen in der Nähe und können dann einspringen, wenn wir beide gleichzeitig weg sind, beziehungsweise ich wegen den Trainingseinheiten nicht auf die Kleine aufpassen kann.
Angesichts dieser Konstellation: Wie viel wird im Hause Rebmann über Wurfbilder, Paraden und Torhüter gesprochen?
Daniel Rebmann: Dadurch, dass meine Frau zwar nicht den gleichen, aber den ähnlichen Beruf hat wie ich, wird natürlich von Natur aus sehr viel über Wurfbilder und Torhüter-sein allgemein gesprochen. Klar ist Handball ein großer Gesprächspunkt bei uns zu Hause.
Wenn Sie an Ihre Länderspiele bei der verrückten Corona-EM 2022 zurückdenken – ist die Nationalmannschaft noch ein Thema?
Daniel Rebmann: Die Nationalmannschaft ist jetzt kein Thema akut, aber es ist natürlich immer etwas, was man im Kopf hat, weil das auch damals eben die größte Ehre für mich war, dass ich für Deutschland spielen durfte. Das wird sich auch nie ändern, aber ich weiß auch, wie stark die Torhüter-Position aktuell besetzt ist mit Andi, David und Lasse Ludwig, der eine richtig starke Saison spielt. Da sind wir in Deutschland einfach sehr gut aufgestellt.
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