HBL
Gidsel trifft zwölfmal: Füchse Berlin melden sich mit klarem Heimsieg zurück
Füchse Berlin vs. HSG Wetzlar - Game Highlights
Foto: Laechler
Die Füchse Berlin haben die HSG Wetzlar in der Max-Schmeling-Halle mit 36:30 bezwungen und nach zwei Niederlagen in Folge wieder zwei Punkte in eigener Halle geholt. Mathias Gidsel war mit zwölf Toren und sieben Vorlagen der auffälligste Spieler der Partie.
Der Schlüssel lag in der Defensive. Die Gastgeber erzwangen immer wieder Notwürfe aus dem Rückraum, sammelten acht Ballgewinne ein und verwandelten diese konsequent in schnelle Tore: Fünf Treffer fielen über den Gegenstoß, fünf weitere ins leere Tor. Andreas Palicka kam auf neun Paraden und trug sich zudem zweimal selbst in die Torschützenliste ein. Vorne arbeitete Berlin geduldig über Kreuzbewegungen und Anspiele an den Kreis, Gidsel setzte seine Eins-gegen-eins-Stärke fast nach Belieben ein und war mit sieben Vorlagen auch Vorbereiter in Serie.
Die Wurfquoten lagen nah beieinander, beide Mannschaften verwerteten rund 68 Prozent ihrer Versuche. Den Unterschied machten Fehler und Strafzeiten: Wetzlar leistete sich 14 technische Fehler und musste achtmal eine Zeitstrafe hinnehmen, Berlin kam mit einer einzigen Hinausstellung durch. Dazu blieben die Gastgeber vom Siebenmeterstrich fehlerlos, alle fünf Versuche verwandelte Tobias Grøndahl. Bei den Gästen hielt Dominik Mappes mit sieben Toren und fünf Vorlagen am konsequentesten dagegen, Tristan Kirschner und Marti Soler trafen jeweils sechsmal.
Für die Füchse ist es der erste Bundesliga-Sieg nach zwei Niederlagen in Serie, dazu kehrte Fabian Wiede nach langer Verletzungspause auf die Platte zurück. Für die HSG Wetzlar hält die lange Serie ohne Bundesliga-Sieg gegen die Berliner an, und das in einer Partie, in der die Mittelhessen gleich mehrere Rückraumspieler ersetzen mussten.
Früher Schlagabtausch, dann zogen die Gastgeber davon
Gidsel traf schon nach 46 Sekunden, doch die Gäste blieben in der Anfangsphase dran und gingen durch Josip Simic sogar mit 2:3 in Führung. Es war die Phase, in der beide Torhüter das Geschehen prägten: Bart Ravensbergen und Palicka entschärften reihenweise Abschlüsse, Tore waren Mangelware. Nach Grøndahls Ausgleich vom Strich fanden die Gastgeber dann aber Lösungen und setzten sich bis zum 7:4 ab.
Wetzlar arbeitete sich bis auf 11:9 heran, auch weil Mappes das Angriffsspiel klug organisierte. Mit zunehmender Spielzeit kippte die Partie jedoch: Zu viele Fehlpässe, zu viele Strafzeiten. Zur Pause stand es 18:14, und Paul Kompenhans benannte in der Halbzeit die Baustelle seiner Mannschaft klar: "Ich glaube, wir müssen einfach mit Selbstvertrauen spielen. Man merkt uns an, dass wir den einen oder anderen Fehler zu viel machen, weil wir ein bisschen zu sehr nachdenken."
Die entscheidende Phase folgte direkt nach dem Seitenwechsel. Wetzlar kam zunächst noch einmal auf 20:17 heran, danach zogen die Gastgeber mit einem 4:0-Lauf auf 23:17 davon. Die Auszeit von Rúnar Sigtryggsson änderte daran wenig: Berlin nutzte die wiederkehrende Überzahl, traf mehrfach ins leere Tor und baute die Führung über 28:20 bis zum 33:24 aus, dem höchsten Vorsprung des Tages. Erst in den Schlussminuten, als Laszlo Bartucz im Tor der Gäste einige schwierige Bälle entschärfte und Kirschner vom Strich sicher blieb, wurde das Ergebnis aus Wetzlarer Sicht freundlicher. Am Ausgang änderte das nichts mehr.
Simic ordnete die Niederlage anschließend sachlich ein: "Wir haben versucht, eine kompakte Abwehr zu spielen. Natürlich kommen sie immer wieder durch, aber dann haben wir versucht, ins Tempo zu kommen. Wir haben phasenweise viele Fehler gemacht, die bestrafen sie sehr schnell, und dann kommt das Ergebnis zustande." Auf Berliner Seite war die Rückkehr von Wiede die Geschichte des Abends. Der Rückraumspieler steuerte zwei Treffer bei und zog ein positives Fazit: "Erstaunlich gut, würde ich sagen. Ich hatte ein bisschen Angst, dass ich das Tempo nicht mitgehen kann, aber es war alles super, ich habe mich sehr wohl gefühlt. Die Jungs haben es mir heute auch sehr einfach gemacht."
Weiter geht es für beide Teams am 1. November: Die Füchse Berlin sind beim ThSV Eisenach gefordert, die HSG Wetzlar empfängt im Hessen-Derby die MT Melsungen.
Die Statistiken zum Spiel
Füchse Berlin - HSG Wetzlar 36:30 (18:14)
Füchse Berlin: Palicka (9 Paraden), Ludwig; Gidsel 12, Grøndahl 5/5, Prantner 5, Zaepfel 4, Marsenić 2, Langhoff 2, Wiede 2, Ariño 2, Freihöfer, Darj, Teigum, Simak
HSG Wetzlar: Bartucz (6 Paraden), Ravensbergen (5 Paraden); Mappes 7, Kirschner 6/3, Soler 6/2, Piroch 3, Kompenhans 2, Simic 2, Mraz 2, Akakpo 1, Nafea 1, Øverby, Löwen
Topspieler: Mathias Gidsel (HPI 100) / Dominik Mappes (HPI 94)
Zeitstrafen: 1 / 8
Zuschauer: 8830 (Max-Schmeling-Halle)
Füchse Berlin: Palicka (9 Paraden), Ludwig; Gidsel 12, Grøndahl 5/5, Prantner 5, Zaepfel 4, Marsenić 2, Langhoff 2, Wiede 2, Ariño 2, Freihöfer, Darj, Teigum, Simak
HSG Wetzlar: Bartucz (6 Paraden), Ravensbergen (5 Paraden); Mappes 7, Kirschner 6/3, Soler 6/2, Piroch 3, Kompenhans 2, Simic 2, Mraz 2, Akakpo 1, Nafea 1, Øverby, Löwen
Topspieler: Mathias Gidsel (HPI 100) / Dominik Mappes (HPI 94)
Zeitstrafen: 1 / 8
Zuschauer: 8830 (Max-Schmeling-Halle)
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