HBL
Hannover dreht Fünf-Tore-Rückstand: Tissier und Pedersen glänzen beim Auftaktsieg

Foto: Jan Günther
Die TSV Hannover-Burgdorf hat den Saisonauftakt in der Opel Handball-Bundesliga mit einem 32:31 (13:14) gegen die Rhein-Neckar Löwen gewonnen, obwohl die Gäste zeitweise mit fünf Tore führten. Getragen von einem überragenden Leif Tissier und einem fehlerlosen August Pedersen von der Siebenmeterlinie drehten die Recken in einer furiosen Schlussphase das Spiel.
Es war ein Sieg des Willens und der Nerven. Die Rhein-Neckar Löwen kontrollierten die Partie von der Mitte der ersten Halbzeit an bis in die Schlussviertelstunde hinein, ohne sich jedoch entscheidend abzusetzen. Als sich Hannover nach einem 21:26-Rückstand aufbäumte, brach bei den Gästen die Struktur weg, während die Gastgeber über Tempo und Entschlossenheit zurück ins Spiel fanden.
Prägende Figur beim Heimsieg war Leif Tissier. Der Rückraumspieler übernahm in der Crunchtime das Kommando, erzielte am Ende sieben Treffer und traf im Finish mehrfach in Folge. Ergänzt wurde er von August Pedersen, der zehn Tore markierte und dabei alle acht Siebenmeter eiskalt verwandelte. Auch Daniel Weber setzte mit sieben Treffern und schnellen Gegenstößen wichtige Akzente in der entscheidenden Phase.
Auf Seiten der Löwen ragten zwei Spieler heraus. Jacob Arenth Lassen dirigierte das Angriffsspiel als Entscheidungsspieler im Zentrum, bereitete sieben Tore vor und war der spielerische Motor. Im Tor hielt David Späth mit zwölf Paraden seine Mannschaft lange auf Kurs.
Von der frühen Führung über den Einbruch bis zum späten Kraftakt
Hannover erwischte den besseren Start. Über eine aufmerksame Abwehr und schnelle Gegenstöße setzten sich die Recken früh auf 10:7 ab und provozierten reihenweise technische Fehler der Gäste. In dieser Phase lebte das Heimteam vom Tempo und von den Ballgewinnen von Renars Uscins und Justus Fischer.
Dann aber stellte Maik Machulla auf ein 7-gegen-6 um, in dem Lassen als Entscheidungsspieler auf der Mitte glänzte. Die Löwen stellten ihre Fehler ab, kamen Tor um Tor heran und gingen erstmals in Führung. Zur Pause stand es 13:14, wobei sich innerhalb der ersten Hälfte zwei völlig unterschiedliche Gesichter zeigten.
Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Gäste das tonangebende Team. Über das geradlinige Positionsspiel um Lassen und Haukur Thrastarson sowie einen stark parierenden Späth bauten sie ihren Vorsprung aus und lagen beim 21:26 mit fünf Toren vorne. Hannover fand in der Abwehr zunächst kein Mittel, blieb aber im Angriff durchaus gefährlich.
In den Schlussminuten kippte die Partie. Angetrieben von Tissier, der das Heft in die Hand nahm, und von Webers Gegenstößen zündeten die Recken einen 5:0-Lauf und glichen aus. Auch in Unterzahl nach der zweiten Zeitstrafe gegen Marian Michalczik hielt Hannover dagegen, während die Löwen im 6-gegen-5 plötzlich keine Lösungen mehr fanden. Pedersen verwandelte 19 Sekunden vor dem Ende zur 32:31-Führung, ehe Simon Gade den letzten Wurf von Lassen entschärfte.
David Späth fand nach dem Spiel klare Worte: "Das ist das Problem, das wir jetzt schon seit einem Jahr haben, dass wir es einfach nicht konsequent zu Ende spielen. Dass wir eine Fünf-Tore-Führung nicht über die Ziellinie bringen, tut sehr weh." Tissier hob dagegen die späte Umstellung hervor: "Ich glaube, das Sieben gegen Sechs war natürlich für uns schon entscheidend. Das haben wir dann besser gespielt, auch viel mit der Sperre auf vier. Und dann hatten wir in der Abwehr ein bisschen mehr Zugriff, gerade auf Jacob, der davor gefühlt alles gemacht hat."
Mit dem Erfolg klettert Hannover-Burgdorf am ersten Spieltag auf Rang fünf und steht bei 2:0 Punkten. Die Rhein-Neckar Löwen bleiben nach dieser Niederlage mit 0:2 Punkten auf Rang sieben (vorläufiger Stand). Für beide Teams geht es bereits am Mittwoch, 2. September 2026, in der englischen Woche weiter: Hannover-Burgdorf gastiert um 19:00 Uhr beim HC Erlangen, die Löwen empfangen um 20:00 Uhr den VfL Gummersbach.
Die Statistiken zum Spiel
TSV Hannover-Burgdorf - Rhein-Neckar Löwen 32:31 (13:14)
TSV Hannover-Burgdorf: Birlehm (5 Paraden), Gade (3 Paraden), Katsigiannis; Pedersen 10/8, Tissier 7, Weber 7, Uscins 6, Fischer 1, Poulsen 1, Heymann, Michalczik, Zechel, Stutzke, Fielitz, Kothe, Edvardsson, Dietzsch
Rhein-Neckar Löwen: Späth (12 Paraden), Jensen (1 Paraden); Thrastarson 7, Baijens 5, Seesing 5, Lassen 4, Steinhauser 4, Nothdurft 3, Mahé 3/3, Timmermeister, Jahnke, Mierzwa, Machulla, Jaganjac, Steenaerts, Ciudad-Benitez, Aspenbäck
Topspieler: Leif Tissier (HPI 89) / Jacob Arenth Lassen (HPI 85)
Zeitstrafen: 2 / 1
TSV Hannover-Burgdorf: Birlehm (5 Paraden), Gade (3 Paraden), Katsigiannis; Pedersen 10/8, Tissier 7, Weber 7, Uscins 6, Fischer 1, Poulsen 1, Heymann, Michalczik, Zechel, Stutzke, Fielitz, Kothe, Edvardsson, Dietzsch
Rhein-Neckar Löwen: Späth (12 Paraden), Jensen (1 Paraden); Thrastarson 7, Baijens 5, Seesing 5, Lassen 4, Steinhauser 4, Nothdurft 3, Mahé 3/3, Timmermeister, Jahnke, Mierzwa, Machulla, Jaganjac, Steenaerts, Ciudad-Benitez, Aspenbäck
Topspieler: Leif Tissier (HPI 89) / Jacob Arenth Lassen (HPI 85)
Zeitstrafen: 2 / 1
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