HBL
Haug überragt im Tor: Hamburg dreht das Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen
Handball Club Hamburg vs. Rhein-Neckar LÖwen - Game Highlights
Foto: Huter
Nach vier Auswärtsspielen in Serie kehrte der Handball Club Hamburg in die ausverkaufte Sporthalle Hamburg zurück und machte daraus einen 28:23-Erfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen. Zur Pause lagen die Gastgeber noch mit 10:12 zurück, ehe sie in der zweiten Halbzeit die größere Durchschlagskraft entwickelten und hinten auf einen Torhüter in Topform bauen konnten.
Der größte Faktor dieses Spiels stand zwischen den Hamburger Pfosten. Robin Paulsen Haug kam auf 16 Paraden, hielt 41 Prozent der Würfe auf sein Tor und entschärfte dazu zwei Siebenmeter. Die Löwen erarbeiteten sich durchaus hochwertige Abschlüsse, blieben aber bei einer Wurfquote von 50 Prozent, trafen viermal den Pfosten und leisteten sich elf technische Fehler. Hamburg war im Abschluss effizienter, verwertete 57 Prozent seiner Würfe und war vor allem auf dem Weg in die Tiefe kaum zu stoppen: Alle fünf Durchbrüche landeten im Tor, dazu kamen sieben herausgeholte Siebenmeter, von denen fünf verwandelt wurden.
Getragen wurde der Hamburger Angriff von Nicolaj Jørgensen, der sieben Treffer erzielte, drei davon vom Siebenmeterstrich, sowie von Toma Gadza mit sechs Toren und drei Vorlagen. Bei den Gästen war Jannik Kohlbacher mit sechs Treffern der auffälligste Angreifer und zugleich ein wichtiger Bestandteil einer über weite Strecken sehr kompakten Abwehr. David Späth hielt mit neun Paraden lange mit, konnte die Hamburger Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt aber nicht mehr stoppen.
Für die Gastgeber ist es der dritte Saisonsieg und der erste Heimerfolg seit Ende September, nachdem im Oktober ausschließlich auswärts gespielt wurde. Rückenwind gibt zudem die Rückkehr von Kapitän Elias Kofler, der nach seiner Verletzungspause direkt in die Startformation zurückkam und vier Tore erzielte.
Ein 6:0-Lauf entscheidet die Partie
Beide Teams begannen ohne Anlaufphase, und beide Torhüter waren früh im Spiel. Hamburg führte nach gut acht Minuten mit 5:3, ehe die Löwen mit einem 5:0-Lauf auf 5:8 davonzogen und Trainer Torsten Jansen zur ersten Auszeit griff. Die Gastgeber fanden zurück, glichen über Tempogegenstöße und zwei verwandelte Siebenmeter zum 8:8 und 9:9 aus, doch mussten erst mit der Pausensirene den Treffer von Jakob Arenth Lassen zum 10:12 hinnehmen.
Zur Halbzeit war Lassen voller Lob für die eigene Defensive: "Unsere Abwehr und David sind überragend, wir haben sehr gut verteidigt", sagte der frühere Hamburger, mahnte aber auch: "Robin hat natürlich gut gehalten, aber wir müssen ein bisschen mehr Konzentration in unseren Würfen haben."
Genau dieser Punkt wurde nach dem Seitenwechsel zum Thema. Hamburg suchte konsequent den Weg in die Tiefe, glich schnell aus und ging in einer engen Phase mehrfach in Führung, bis es nach 44 Minuten 16:16 stand. Dann folgte die entscheidende Serie: Über fast neun Minuten blieben die Löwen ohne Treffer, während Hamburg sechs Tore in Folge erzielte und auf 22:16 wegzog. Haug war in dieser Phase nicht zu überwinden, ein Ballgewinn von Jan-Christian Schmidt und ein Siebenmeter von Jørgensen in Überzahl beschleunigten den Lauf zusätzlich.
Die Gäste versuchten es danach mit mehr Tempo und einer offensiveren Deckung, kamen aber nicht näher als auf fünf Tore heran. Am Ende stand ein 28:23, und für Haug ein Abend, den er so schnell nicht vergessen dürfte: "Endlich wieder ein Heimspiel, dann ausverkauft und dann ein Sieg, da ist alles top", sagte der Torhüter, der seine persönliche Bestmarke von 18 Paraden nur knapp verpasste.
Auf der anderen Seite fiel die Bewertung deutlich aus. "Es ist brutal frustrierend. Ich will gar nicht darüber sprechen, was wir gut gemacht haben, wir waren heute einfach zu schlecht", sagte Späth und ergänzte: "Woche für Woche ist es dasselbe Schema, wie wir diese Spiele verlieren."
Weiter geht es für beide Teams erst nach der Länderspielpause. Hamburg gastiert am Samstag, 14. November, beim HC Erlangen, die Rhein-Neckar Löwen empfangen am selben Tag den TBV Lemgo Lippe.
Die Statistiken zum Spiel
Handball Club Hamburg - Rhein-Neckar Löwen 28:23 (10:12)
Handball Club Hamburg: Haug (16 Paraden), Pein; Jørgensen 7/3, Gadza 6, Andersen 6/1, Kofler 4, Beyer 3/1, Hovde 1, Norlyk 1, Unbehaun, Geenen, Schmidt, Olafsson, Axmann, Valiullin, Hadzic
Rhein-Neckar Löwen: Späth (9 Paraden), Jensen (2 Paraden); Kohlbacher 6, Thrastarson 3, Baijens 3, Steinhauser 3, Lassen 2, Timmermeister 2, Seesing 2, Nothdurft 1, Mierzwa 1/1, Krauth, Jaganjac, Steenaerts, Ciudad-Benitez
Topspieler: Robin Paulsen Haug (HPI 92) / Jannik Kohlbacher (HPI 96)
Zeitstrafen: 0 / 2
Handball Club Hamburg: Haug (16 Paraden), Pein; Jørgensen 7/3, Gadza 6, Andersen 6/1, Kofler 4, Beyer 3/1, Hovde 1, Norlyk 1, Unbehaun, Geenen, Schmidt, Olafsson, Axmann, Valiullin, Hadzic
Rhein-Neckar Löwen: Späth (9 Paraden), Jensen (2 Paraden); Kohlbacher 6, Thrastarson 3, Baijens 3, Steinhauser 3, Lassen 2, Timmermeister 2, Seesing 2, Nothdurft 1, Mierzwa 1/1, Krauth, Jaganjac, Steenaerts, Ciudad-Benitez
Topspieler: Robin Paulsen Haug (HPI 92) / Jannik Kohlbacher (HPI 96)
Zeitstrafen: 0 / 2
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