HBL
Johanssons Siebenmeter mit der Schlusssirene entscheidet: Kiel bleibt zu Hause ungeschlagen
THW Kiel vs. Rhein-Neckar LÖwen - Game Highlights
Foto: Klahn
Der THW Kiel hat ein außergewöhnlich schnelles Spiel der Opel Handball-Bundesliga gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 37:36 für sich entschieden. Die letzte Aktion der Partie war ein Siebenmeter, den Eric Johansson verwandelte.
Entschieden wurde die Partie am Siebenmeterstrich. Kiel kam auf 14 zugesprochene Strafwürfe und verwandelte acht davon, die Gäste blieben bei vier Treffern aus sechs Versuchen. Johansson, mit sieben Toren bester Werfer des THW, übernahm nach der Pause die Verantwortung von dort und blieb dreimal erfolgreich, zuletzt in der Schlusssekunde.
Die Gäste hatten die bessere Wurfquote (72 Prozent gegenüber 68 beim THW) und mit David Späth den herausragenden Torhüter des Abends. 15 Paraden, darunter drei abgewehrte Siebenmeter, hielten die Löwen über die gesamte Spielzeit in Schlagdistanz. Dazu kam ein variabler Angriff, der vor allem über die Außen funktionierte: Marius Steinhauser traf neunmal und war damit erfolgreichster Werfer der Partie. Auf Kieler Seite gab Andreas Wolff dem Team im zweiten Durchgang mit sieben Paraden Stabilität, in der Schlussphase kam die Effizienz aus dem Rückraum hinzu.
Ein Unterschied lag in der Disziplin: Die Löwen kassierten fünf Zeitstrafen und eine Rote Karte, der THW blieb ohne Hinausstellung. In einem Spiel, das über 60 Minuten nie mehr als vier Tore Abstand kannte, wog das schwer. Für Kiel ist es der nächste Heimerfolg in einer Saison, in der die Mannschaft in der MERKUR OSTSEEHALLE weiter ungeschlagen ist. Die Gäste wiederum verließen die Halle trotz der Niederlage mit einer deutlich sichtbaren Reaktion auf eine turbulente Woche.
Vom frühen 7:3 zum Herzschlagfinale
Der THW begann druckvoll und führte nach gut sieben Minuten mit 7:3. Danach aber fanden die Gäste Lösungen: Haukur Thrastarson traf in der ersten Halbzeit siebenmal und setzte zugleich seine Mitspieler in Szene, Späth parierte reihenweise, und aus dem Vier-Tore-Rückstand wurde beim 9:9 ein offenes Spiel. Lukas Zerbe benannte in der Pause die Kieler Probleme klar: "Dann verwerfen wir vorne zu viele freie Bälle und bringen David ins Spiel. Somit laden wir die Löwen wieder ins Spiel ein." Mit 19:20 ging es in die Kabinen, es war die erste Pausenführung der Gäste in Kiel.
Dass dahinter ein Plan steckte, machte Steinhauser zur Halbzeit deutlich: "Wir wollten auf jeden Fall diszipliniert auftreten und immer wieder die Nase reinstecken in den Zweikämpfen." Die Löwen zogen zunächst auf 19:22 davon, ehe Kiel über Johansson, Hendrik Pekeler und die Paraden von Wolff zurückkam. Es folgte eine Phase mit zahlreichen Gleichständen, unterbrochen von der Roten Karte für Kentin Mahé nach einer Überprüfung durch die Schiedsrichter.
Die entscheidende Phase begann beim 30:31 in der 51. Minute. Nach einer Auszeit stellte der THW auf einen Rückraum ohne Linkshänder um, Elias Ellefsen á Skipagøtu nutzte seine Geschwindigkeit zu drei Treffern, Rasmus Ankermann und Johansson erhöhten auf 36:34. Doch die Löwen blieben dran: Aron Seesing verkürzte, Tim Nothdurft glich 46 Sekunden vor dem Ende zum 36:36 aus. Nach einer Zeitstrafe gegen Robert Timmermeister suchte Julian Köster den Durchbruch, die Schiedsrichter entschieden auf Siebenmeter, und Johansson traf zum 37:36.
Köster ordnete den knappen Erfolg anschließend ein: "Die Löwen machen es richtig gut, gerade im Angriff, unfassbar variabel. Und wir nutzen unsere Chancen nicht ganz, vielleicht auch an einem sehr starken David. Deswegen ist es ein sehr enges Spiel. Aber zum Glück zwei Punkte für uns." Beim neuen Cheftrainer der Gäste blieb nach der Niederlage Zuversicht: "Und dann tut es einfach unfassbar weh am Ende, aber ich bin überzeugt davon, dass uns das für die nächsten Aufgaben einen richtigen Auftrieb nach vorne gibt."
Für beide Teams folgt nun eine längere Pause. Der THW Kiel ist am Samstag, 24. Oktober, beim HC Erlangen zu Gast, die Rhein-Neckar Löwen empfangen am Sonntag, 25. Oktober, den SC Magdeburg.
Die Statistiken zum Spiel
THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen 37:36 (19:20)
THW Kiel: Wolff (7 Paraden), Vargas (4 Paraden); Johansson 7/3, Makuc 5, Zerbe 5/5, Köster 3, Pekeler 3, Skipagøtu 3, Büchner 2, Dahmke 2, Ankermann 2, Laube 2, Nacinovic 1, Faust 1, Reinkind 1, Duvnjak
Rhein-Neckar Löwen: Späth (15 Paraden), Jensen (1 Paraden); Steinhauser 9/1, Thrastarson 7, Baijens 4, Seesing 4, Mierzwa 4/3, Aspenbäck 3, Mahé 3, Nothdurft 1, Kohlbacher 1, Lassen, Timmermeister, Jaganjac, Steenaerts, Ciudad-Benitez
Topspieler: Eric Johansson / Marius Steinhauser
Zuschauer: 10156 (MERKUR OSTSEEHALLE)
Zeitstrafen: 0 / 5
THW Kiel: Wolff (7 Paraden), Vargas (4 Paraden); Johansson 7/3, Makuc 5, Zerbe 5/5, Köster 3, Pekeler 3, Skipagøtu 3, Büchner 2, Dahmke 2, Ankermann 2, Laube 2, Nacinovic 1, Faust 1, Reinkind 1, Duvnjak
Rhein-Neckar Löwen: Späth (15 Paraden), Jensen (1 Paraden); Steinhauser 9/1, Thrastarson 7, Baijens 4, Seesing 4, Mierzwa 4/3, Aspenbäck 3, Mahé 3, Nothdurft 1, Kohlbacher 1, Lassen, Timmermeister, Jaganjac, Steenaerts, Ciudad-Benitez
Topspieler: Eric Johansson / Marius Steinhauser
Zuschauer: 10156 (MERKUR OSTSEEHALLE)
Zeitstrafen: 0 / 5
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