HBL
Kiel dreht schwieriges Auswärtsspiel in der Hölle Süd
FRISCH AUF! Göppingen vs. THW Kiel - Game Highlights
Foto: Weber
Der THW Kiel bleibt in der Opel Handball-Bundesliga makellos, musste dafür aber hart arbeiten. Bei FRISCH AUF! Göppingen lag der Rekordmeister zur Pause mit 13:15 zurück, drehte die Partie im zweiten Durchgang aber und gewann am Ende mit 32:31. Emil Wernsdorf Madsen war mit sieben Treffern der auffälligste Kieler Angreifer, auf Göppinger Seite ragten Oskar Neudeck und ein Kristian Sæverås heraus.
Kiel entschied das 73. Duell gegen Göppingen für sich, weil es in der entscheidenden Phase der zweiten Halbzeit die Ruhe und die individuelle Klasse auf die Platte brachte. Die Gäste kamen aus der Kabine deutlich griffiger, während FRISCH AUF! nach dem Seitenwechsel über fünf Minuten ohne eigenen Treffer blieb und in dieser Phase den Faden verlor.
Ein zentraler Faktor war das Torhüterduell: In Durchgang eins hielt Kristian Sæverås die Gastgeber mit elf Paraden im Spiel und war die Basis für die Führung zur Pause. In der zweiten Hälfte übernahm Gonzalo Perez de Vargas diese Rolle für Kiel, kam auf zehn Paraden und entschärfte in der heißen Schlussphase mehrere hochkarätige Chancen. Vorne verteilte sich die Kieler Last breit: Neben Madsen trafen Domen Makuc und Eric Johansson fünffach, Oskar Neudeck erzielte auf Göppinger Seite ebenfalls fünf Tore.
Bei FRISCH AUF! war offensiv Neudeck der torgefährlichste Mann. Sæverås gab dem Team lange Halt in der Defensive, ehe der Torhüterrückhalt nach dem Wechsel bei den Gästen lag.
Ein früher Bruch bei Kiel, ein später bei Göppingen
Die Gastgeber erwischten den besseren Start, bewegten den Ball mit Tempo und stellten den Favoriten mit einer aggressiven Abwehr vor Probleme. Sæverås parierte reihenweise, sodass sich FRISCH AUF! auf ein kleines Polster erarbeitete und mit 15:13 in die Pause ging.
Für den ersten Einschnitt sorgte die 20. Minute: Lukas Zerbe sah nach Videobeweis die Rote Karte, was den THW auf Rechtsaußen zum Improvisieren zwang. In der Folge sprang Ben Szilágyi als Rechtshänder auf der ungewohnten Position ein - eine Rolle, die er später als komplett neue Erfahrung beschrieb: "Ich hätte mir auch nicht vorgestellt, dass das erste Mal auf Rechtsaußen direkt in der Opel Handball-Bundesliga ist."
Nach dem Seitenwechsel kam der THW konzentrierter zurück, während Göppingen in eine lange Torflaute geriet. Kiel glich aus, ging in Führung und stützte sich dabei auf die Paraden von Perez de Vargas und die Durchbruchstärke von Makuc. Endgültig kippte die Partie, als Viktor Klöve nach seiner dritten Zeitstrafe in der 44. Minute mit Rot vom Feld musste. Der beste Abwehrspieler der Gastgeber fehlte in der Schlussphase spürbar.
Göppingen kämpfte bis zuletzt und kam über Tempogegenstöße immer wieder heran, doch Kiel setzte sich in den entscheidenden Momenten auf bis zu vier Tore ab. Bei der Schlusssirene stand ein 31:32 aus Sicht der Gastgeber auf der Anzeigetafel. Børge Lund ordnete das Ergebnis nüchtern ein: "Göppingen stand sehr gut in der Abwehr, wir kamen nicht richtig durch. Heute haben wir geführt und am Ende gewonnen. Das sind zwei Punkte wie alle anderen." Auch Oskar Neudeck fand trotz der Niederlage Positives: "Wir haben echt gekämpft und sehr viele Emotionen gezeigt. Gerade am Ende geben wir uns nicht auf und kämpfen bis zur letzten Minute."
Mit dem Erfolg zog der THW Kiel vor dem Spiel auf Rang drei liegend an der Konkurrenz vorbei und führt die Tabelle nun mit makellosen 6:0-Punkten vor der punktgleichen SG Flensburg-Handewitt an. Weiter geht es bereits am kommenden Spieltag: Kiel empfängt am Samstag, 12. September, um 19:00 Uhr die TSV Hannover-Burgdorf, Göppingen ist einen Tag später am Sonntag, 13. September, um 16:30 Uhr beim Handball Club Hamburg zu Gast.
Die Statistiken zum Spiel
FRISCH AUF! Göppingen - THW Kiel 31:32 (15:13)
FRISCH AUF! Göppingen: Sæverås (11 Paraden), Buchele; Neudeck 5, Velde 5/3, Beneke 3, Persson 3, Newel 3, Aström 3, Lastro 3, Klöve 2, Pregler 2, Sunnefeldt 1, Schiller 1, Goßner, Brodbeck, Hanne
THW Kiel: Vargas (10 Paraden), Wolff (3 Paraden); Madsen 7/3, Johansson 5, Makuc 5/1, Skipagøtu 3, Köster 3, Zerbe 3/2, Szilágyi 2, Nacinovic 1, Dahmke 1, Reinkind 1, Ankermann, Laube, Pekeler, Duvnjak
Topspieler: Oskar Neudeck (HPI 86) / Emil Wernsdorf Madsen (HPI 83)
Zuschauer: 5100
Zeitstrafen: 4 / 1
FRISCH AUF! Göppingen: Sæverås (11 Paraden), Buchele; Neudeck 5, Velde 5/3, Beneke 3, Persson 3, Newel 3, Aström 3, Lastro 3, Klöve 2, Pregler 2, Sunnefeldt 1, Schiller 1, Goßner, Brodbeck, Hanne
THW Kiel: Vargas (10 Paraden), Wolff (3 Paraden); Madsen 7/3, Johansson 5, Makuc 5/1, Skipagøtu 3, Köster 3, Zerbe 3/2, Szilágyi 2, Nacinovic 1, Dahmke 1, Reinkind 1, Ankermann, Laube, Pekeler, Duvnjak
Topspieler: Oskar Neudeck (HPI 86) / Emil Wernsdorf Madsen (HPI 83)
Zuschauer: 5100
Zeitstrafen: 4 / 1
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