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Kieler Abwehr gibt den Ton an: THW bleibt in eigener Halle ungeschlagen

Sonntag, 11. Oktober 2026

Foto: Klahn

Der THW Kiel hat den Handball Club Hamburg mit 26:19 bezwungen und bleibt zu Hause weiter ohne Niederlage. Entschieden wurde diese lange ausgeglichene Partie in der Defensive: Gonzalo Perez de Vargas parierte zehn Würfe, davor arbeitete ein Deckungsverbund, der elf Abschlüsse der Gäste blockte.

Der Schlüssel lag im Zusammenspiel von Abwehr und Torhüter. Hamburg kam aus dem Rückraum bei 16 Versuchen nur zu zwei Treffern, zehn dieser Würfe blockten die Kieler. Entsprechend blieb die Wurfquote der Gäste bei 45 Prozent, während der THW 63 Prozent seiner Abschlüsse verwertete und alle vier Tempogegenstöße nutzte. Rune Dahmke ordnete die Grundlage des Erfolgs so ein: Ich glaube, beide Hälften unglaublich starke Abwehr von uns, mit einem tollen Torhüter.

Dazu kam die Fehlerbilanz: Neun technische Fehler auf Kieler Seite standen 22 der Gäste gegenüber, die damit mehr Fehler produzierten als Tore erzielten. Hendrik Pekeler prägte das Kieler Abwehrzentrum und schaltete sich mit einem Treffer und einer Vorlage auch im Angriff ein, Domen Makuc war mit vier Toren und zwei Vorlagen der auffälligste Rückraumspieler der Gastgeber. Bei Hamburg hielten Frederik Bo Andersen mit fünf Treffern und Kreisläufer Martin Hovde mit vier Toren die Partie lange offen.

Für den THW ist es der nächste Erfolg in der MERKUR OSTSEEHALLE, in der die Mannschaft von Børge Lund in dieser Saison noch ungeschlagen ist. Hamburg wartet dagegen weiter auf den ersten Punkt in der Fremde, und das unter erschwerten Bedingungen: Kapitän Elias Kofler fiel kurzfristig aus und konnte nicht mitwirken.

Lange auf Augenhöhe, dann zieht Kiel davon

Hamburg stellte sich früh auf Sieben-gegen-Sechs mit zwei Kreisläufern um und suchte konsequent die Breite. Das funktionierte: Nach der Kieler Führung zum 3:1 drehten die Gäste die Partie und lagen über eine lange Phase vorn. Beim 6:7 nahm Lund nach fünf Minuten ohne Kieler Tor die erste Auszeit, Makuc glich zum 7:7 aus. Bis zur Pause blieb es bei diesem Muster: Hamburg legte vor, Kiel zog nachsetzend nach. Zur Halbzeit stand es 11:11, und Pekeler benannte das Problem der Gastgeber: Die Abwehr steht gut, aber wir schlagen daraus zu wenig Kapital.

Genau das änderte sich nach dem Seitenwechsel. Kiel blieb defensiv auf demselben Niveau, stellte im Angriff aber die Fehler ab und erzielte in der zweiten Halbzeit 15 Tore, Hamburg nur acht. Zwischen dem 11:11 und dem 21:15 nach 44 Minuten lief der THW seinem Gegner davon, immer wieder über Ballgewinne und den direkten Weg nach vorn. In der 42. Minute blockten die Kieler innerhalb von rund 20 Sekunden drei Würfe in Folge, Hamburg fand in dieser Phase kaum Lösungen und nahm beim 17:13 die Auszeit.

Dominik Axmann erklärte den Bruch aus Gästesicht: Das Problem ist, dass wir am Anfang der zweiten Halbzeit zwei, drei freie Bälle verwerfen und dann ein bisschen die Sicherheit verlieren. Wir haben so ein bisschen den Kopf verloren, und dann hat der THW das natürlich auch bestraft. Als Hauptbaustelle benannte er die technischen Fehler. Bei Kiel war die Bilanz nach der Pause umgekehrt, wie Dahmke betonte: Zweite Halbzeit Abwehr genauso stark, aber die Fehler abgestellt, und dann sind wir ganz gut marschiert.

Beim 24:16 war die Begegnung entschieden, Hamburg verkürzte über zwei Siebenmeter noch auf 24:19, ehe Makuc und Domagoj Duvnjak den 26:19-Endstand herstellten. Im Tor der Gäste sammelte der eingewechselte Norwin Pein drei Paraden. Dahmke hob nach dem Spiel die Entwicklung des 19-jährigen Rasmus Ankermann hervor, der vor allem defensiv gefordert war: In dem Alter so einen guten Abwehrspieler im Eins-gegen-Eins habe ich ganz, ganz selten gesehen.

Weiter geht es für den THW Kiel schon am Donnerstag, 15. Oktober, mit dem nächsten Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. Der Handball Club Hamburg ist am Samstag, 17. Oktober, bei der SG BBM Bietigheim gefordert, wo es für beide Mannschaften um wichtige Punkte geht.

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Die Statistiken zum Spiel

THW Kiel - Handball Club Hamburg 26:19 (11:11)

THW Kiel: Vargas (10 Paraden), Wolff; Makuc 4, Reinkind 3, Ankermann 2, Laube 2, Dahmke 1, Pekeler 1, Büchner 1, Duvnjak 1, Skipagøtu, Nacinovic, Faust

Handball Club Hamburg: Haug (4 Paraden), Pein (3 Paraden); Andersen 5, Beyer 4/1, Hovde 4, Jørgensen 3/1, Norlyk 2, Hadzic 1, Axmann, Gadza, Geenen, Daling, Zerbe, Unbehaun, Köster, Schmidt, Kofler, Olafsson

Topspieler: Hendrik Pekeler (HPI 86) / Martin Hovde (HPI 88)
Zuschauerzahl: 10209 (MERKUR OSTSEEHALLE)
Zeitstrafen: 0 / 1
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