HBL
Kuzmanović dreht im Topspiel auf: Magdeburg ringt die Füchse Berlin nieder
SC Magdeburg vs. Füchse Berlin - Game Highlights
Foto: Schulze
Der SC Magdeburg hat das Topspiel des 2. Spieltags gegen die Füchse Berlin mit 36:32 gewonnen und bleibt in eigener Halle eine Macht. Nach einer engen, von den Abwehrreihen bestimmten ersten Hälfte, in der die Gäste mit 14:13 führten, drehte der Gastgeber in Durchgang zwei auf. Eine wichtige Rolle spielte der eingewechselte Torhüter Dominik Kuzmanović, der die GETEC Arena mit seinen Paraden zum Beben brachte.
Es war lange kein typisches Magdeburg-Berlin-Duell. Statt eines offenen Torfestivals sahen die Zuschauer über weite Strecken eine intensive Defensivschlacht. Zur Pause stand es nur 13:14, ein Spielstand, der die Handschrift zweier hochkonzentrierter Abwehrverbünde trug.
Der entscheidende Faktor war am Ende die zweite Halbzeit. Während die Füchse in der ersten Hälfte mit einem konsequenten 7-gegen-6 und einem überragenden Torhüter das Spiel kontrollierten, fand der SC Magdeburg nach dem Seitenwechsel in Angriff und Tempospiel zu seiner Linie zurück. Der Gastgeber blieb geduldig, verlor nie die Nerven und nutzte seine Effizienz im Abschluss, um sich abzusetzen.
Magnus Saugstrup war dabei einer der prägenden Männer: Der Kreisläufer traf siebenmal, arbeitete in der Abwehr unermüdlich und war offensiv wie defensiv der ruhende Pol im Zentrum. Noch wichtiger für die Wende war Dominik Kuzmanović. Bei seinem Heimdebüt kam der Keeper zur zweiten Halbzeit, hielt sechs Bälle, darunter mehrere in Schlüsselmomenten, und riss mit spektakulären Paraden die Halle mit. "Es ist sehr gut, auf dieser Seite zu sein. Ich möchte diese Atmosphäre mit den Fans teilen, jede Parade", sagte er nach dem Spiel.
Auf Berliner Seite überzeugten vor allem zwei Akteure. Mathias Gidsel steuerte sieben Tore und sechs Assists bei und blieb bis zum Schluss der Dreh- und Angelpunkt des Angriffs. In der ersten Halbzeit hielt zudem Lasse Ludwig sein Team im Spiel: Mit zehn Paraden über die gesamte Partie und einer starken Quote vor der Pause war er maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Füchse zur Halbzeit vorne lagen. Auch Bundestrainer Alfred Gislason hob dessen Auftritt hervor: "Lasse Ludwig hat wirklich ein sehr starkes Spiel gemacht und dafür gesorgt, dass sie zur Halbzeit führen."
Von der Ludwig-Show zur Kuzmanović-Wende
Nikolej Krickau überraschte früh mit dem 7-gegen-6, und die Füchse fühlten sich in dieser Konstellation schnell wohl. Zwar erwischte Magdeburg mit einer 7:4-Führung den besseren Start, doch danach stockte die Offensive der Gastgeber phasenweise völlig. Über mehrere Minuten gelang aus dem Feld kaum ein Treffer, während Ludwig zwischen den Pfosten einen Ball nach dem anderen entschärfte. Berlin nutzte die Schwächephase, glich aus und ging in Führung.
Kurz vor der Pause folgte der erste große Einschnitt: Frederik Simak sah nach einem Griff in den Wurfarm von Gisli Thorgeir Kristjansson die Rote Karte. Beim Halbzeitstand von 13:14 blieb das Spiel dennoch offen, die Ausgangslage aber komplett verändert.
Mit dem Seitenwechsel kam Kuzmanović für Matej Mandić ins Tor, und die Partie kippte. Magdeburg glich zum 15:15 aus und zog anschließend Stück für Stück davon. Die Füchse verzichteten nun weitgehend auf das 7-gegen-6 und setzten auf ihr 6-gegen-6, was dem Gastgeber in die Karten spielte. Getragen von Kuzmanovićs Paraden, dem Zusammenspiel von Kristjansson und Saugstrup sowie einem konsequenten Tempospiel wuchs der Vorsprung auf vier und fünf Tore an.
In der Schlussphase leistete sich Magdeburg zwar noch die Rote Karte gegen Kristjansson, der mit fünf Toren und sieben Assists erneut auf zwölf Torbeteiligungen kam, doch der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr. Philipp Weber setzte mit zwei Treffern binnen kürzester Zeit ein Ausrufezeichen, ehe Lukas Mertens den 36:32-Endstand besorgte. Krickau zeigte sich trotz der Niederlage stolz: "Ich bin mega stolz auf unsere Leistung, unsere Präsenz und unsere Fähigkeit, im Spiel zu bleiben."
Mit dem Erfolg klettert der SC Magdeburg vom achten auf den zweiten Tabellenplatz und steht nun bei 4:0 Punkten, gleichauf mit Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt. Die Füchse Berlin, vor dem Spiel als Siebter ebenfalls ohne Minuspunkt, fallen mit der ersten Saisonniederlage auf Rang zehn zurück (2:2 Punkte). Weiter geht es für beide Teams bereits am Sonntag: Magdeburg gastiert um 18:00 Uhr beim HBW Balingen-Weilstetten, die Füchse sind um 16:30 Uhr beim TVB Stuttgart gefordert.
Die Statistiken zum Spiel
SC Magdeburg - Füchse Berlin 36:32 (13:14)
SC Magdeburg: Kuzmanović (6 Paraden), Mandić (3 Paraden); Lagergren 7, Saugstrup 7, Claar 6, Kristjansson 5, Musche 4/3, Mertens 3, Weber 2, Jónsson 1, Pettersson 1, Thielicke, Vind, Bergendahl, Magnusson, Serradilla
Füchse Berlin: Ludwig (10 Paraden), Palicka (1 Paraden); Gidsel 7, Langhoff 6, Marsenić 6, Grøndahl 5/1, Freihöfer 4/3, Teigum 3, Darj 1, Prantner, Pichiri, Kusche, Simak, Ariño
Topspieler: Magnus Saugstrup (HPI 94) / Mathias Gidsel (HPI 94)
Zeitstrafen: 3 / 5
SC Magdeburg: Kuzmanović (6 Paraden), Mandić (3 Paraden); Lagergren 7, Saugstrup 7, Claar 6, Kristjansson 5, Musche 4/3, Mertens 3, Weber 2, Jónsson 1, Pettersson 1, Thielicke, Vind, Bergendahl, Magnusson, Serradilla
Füchse Berlin: Ludwig (10 Paraden), Palicka (1 Paraden); Gidsel 7, Langhoff 6, Marsenić 6, Grøndahl 5/1, Freihöfer 4/3, Teigum 3, Darj 1, Prantner, Pichiri, Kusche, Simak, Ariño
Topspieler: Magnus Saugstrup (HPI 94) / Mathias Gidsel (HPI 94)
Zeitstrafen: 3 / 5
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