Lemgo dreht Vier-Tore-Rückstand und gewinnt erneut knapp in Berlin
Füchse Berlin vs. TBV Lemgo Lippe - Game Highlights
Foto: Lächler
Der TBV Lemgo Lippe hat sich am 8. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga erneut mit zwei Punkten aus der Hauptstadt verabschiedet: 36:37 lautete das Ergebnis bei den Füchsen Berlin. Niels Versteijnen traf 29 Sekunden vor dem Ende zum Auswärtssieg, Nils Lichtlein gelang kurz darauf nur noch der Anschluss.
Es war die Effizienz, die am Ende den Unterschied machte. Der TBV traf 74 Prozent seiner Würfe, löste viele Angriffe über den Kreis und über konsequente Durchbrüche auf und brachte aus dem Rückraum reihenweise Lösungen zustande. Dazu kam der Vorteil auf der Torhüterposition: Constantin Möstl und Domenico Ebner kamen gemeinsam auf zehn Paraden, auf Berliner Seite gelangen Andreas Palicka und Lasse Ludwig insgesamt fünf.
Die Füchse hielten die Partie vor allem über den Siebenmeterstrich offen. Zehn Strafwürfe sprachen die Unparteiischen für die Gastgeber, acht davon verwandelte Tim Freihöfer, der mit 14 Treffern bester Werfer der Partie war. Mathias Gidsel steuerte zehn Tore bei und war aus dem Eins-gegen-eins kaum zu stoppen. Im Positionsangriff gegen die tief verteidigende Deckung der Gäste fanden die Berliner dagegen seltener die passenden Antworten, und auch die Sieben-gegen-Sechs-Phasen brachten nicht den gewünschten Effekt. Mich ärgert, dass wir die Sieben gegen Sechs nicht hinbekommen
, sagte Max Darj nach dem Spiel. Wir wissen genau, was Lemgo für eine Mannschaft ist, wie langsam und clever sie spielen. Trotzdem kriegen wir es nicht hin, ein schnelleres Spiel zu machen.
Für den TBV war es der dritte Sieg in Serie, nach den Erfolgen gegen den Handball Club Hamburg und beim TVB Stuttgart, und das zum zweiten Mal in Folge in Berlin. Versteijnen war mit acht Toren und sechs Vorlagen der auffälligste Gast, wollte die Leistung aber nicht auf sich beziehen: Heute waren es alle. Ich kann nicht sagen, dass ich das heute war. Das waren wirklich alle.
Levin Wanner traf sechsmal, genauso oft wie Lukas Hutecek. Für die Füchse war es nach dem Spiel beim SC Magdeburg die zweite Niederlage der Saison.
Vom Vier-Tore-Rückstand zum Treffer in der Schlussminute
Die Gäste erwischten den besseren Start, zogen über 2:5 auf 3:7 davon und nutzten die hektische Anfangsphase mit vielen Unterbrechungen und Diskussionen besser. Die Füchse brauchten gut zwölf Minuten, um zum 8:8 auszugleichen, und übernahmen danach erstmals die Führung. Mehr als zwei Tore Vorsprung kamen bis zur Pause allerdings nicht heraus, auch weil im eigenen Angriff zu viel liegen blieb. Wir machen einfach viel zu viele Fehler. Wir könnten deutlich führen. Wir verschlafen die Anfangsphase komplett, kämpfen uns rein und führen nur mit ein oder zwei Toren
, sagte Freihöfer zum Halbzeitstand von 19:17.
Nach dem Seitenwechsel schien die Partie zu kippen. Die Berliner spielten geduldiger, setzten ihr Tempospiel über die schnelle Mitte durch und lagen in der 39. Minute mit 24:20 vorn. Dann aber folgte die entscheidende Phase des Spiels: Lemgo blieb im Angriff konsequent, reduzierte die eigenen Fehler deutlich und drehte den Vier-Tore-Rückstand mit einem 6:1-Lauf in eine eigene Führung. Versteijnen benannte diesen Punkt nach dem Spiel selbst: In der ersten Halbzeit hatten wir sechs technische Fehler, in der zweiten Halbzeit waren es zwei. Dann haben wir das bis zum Ende super gespielt.
Die Schlussphase war ein offener Austausch mit mehreren Führungswechseln. Beim 31:30 parierte Möstl einen Siebenmeter von Freihöfer, kurz darauf entschärfte Palicka den Strafwurf von Samuel Zehnder. Nach dem 35:35 durch Freihöfer brachte Versteijnen die Gäste wieder in Front, ehe er 29 Sekunden vor dem Ende auch das 35:37 erzielte. Lichtlein verkürzte noch auf 36:37, mehr war für die Gastgeber nicht mehr drin. Wir haben in der Abwehr den Plan wirklich gut umgesetzt und unsere Zweikämpfe gewonnen. Klar, hier und da gab es mal einen Siebenmeter, aber alles verteidigen kann man nicht. Und am Schluss haben wir vorne unsere Tore gemacht und eine gute Quote gehabt
, erklärte Wanner. Die Bedeutung des Erfolgs ordnete er so ein: Wenn man vorher gesagt hätte, dass wir hier zwei Punkte mitnehmen, dann hätten wir alle gesagt, das ist übertrieben cool.
Weiter geht es für beide Teams am kommenden Sonntag, dem 18. Oktober: Die Füchse Berlin sind bei der SG Flensburg-Handewitt gefordert, der TBV Lemgo Lippe empfängt zu Hause FRISCH AUF! Göppingen und kann seine Serie fortsetzen.
Die Statistiken zum Spiel
Füchse Berlin: Palicka (4 Paraden), Ludwig (1 Paraden); Freihöfer 14/8, Gidsel 10, Lichtlein 5, Langhoff 4, Teigum 2, Marsenić 1, Grøndahl, Simak, Darj, Prantner, Pichiri, Zaepfel, Ariño
TBV Lemgo Lippe: Möstl (6 Paraden), Ebner (4 Paraden); Versteijnen 8, Hutecek 6, Wanner 6, Wagner 4, Rubin 3, Carstensen 3, Zehnder 2/2, Willecke 2, Nyfjäll 2, O'Sullivan 1, Theilinger, Valkovskis, Schagen
Topspieler: Tim Freihöfer (HPI 98) / Levin Wanner (HPI 91)
Visitors: 8525 (Max-Schmeling-Halle)
Zeitstrafen: 3 / 2
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