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Magdeburg beendet den Bann gegen Kiel und übernimmt die Tabellenspitze

Mittwoch, 30. September 2026

Foto: Popova

Der SC Magdeburg hat gegen den THW Kiel mit 32:26 gewonnen und damit erstmals seit Februar 2024 wieder gegen den Rekordmeister gepunktet. Getragen von einer über weite Strecken herausragenden Abwehr und einer effizienten Offensive setzte sich der Meister vor ausverkaufter Halle klar durch und kletterte an die Spitze der Opel Handball-Bundesliga.

Das Spiel wurde in erster Linie in der Defensive entschieden. Magdeburg ließ dem THW Kiel bis zur Pause nur neun Tore und hielt den Gast über 60 Minuten bei 26 Treffern. Die Gastgeber verteidigten kompakt zur Mitte, gewannen die entscheidenden Zweikämpfe und zwangen Kiel immer wieder zu Abschlüssen aus dem Rückraum. Genau dort fand der THW nur selten Lösungen.
Hinter der Abwehr sorgten beide Magdeburger Torhüter für Sicherheit. Matej Mandić eröffnete mit mehreren Paraden in der Anfangsphase und kam am Ende auf sechs, Dominik Kuzmanović übernahm später und parierte acht Bälle, darunter drei Siebenmeter. Diese Kombination aus starkem Innenblock und verlässlichem Rückhalt war der Schlüssel. "Ich glaube, die Abwehr war heute der Schlüssel. Wir haben gegen ein starkes Kiel nur 26 Tore zugelassen, das ist eine unserer großen Stärken", ordnete Mandić nach der Partie ein.
Im Angriff überzeugte Magdeburg mit Effizienz und individueller Klasse. Omar Ingi Magnusson war mit elf Toren, davon fünf verwandelten Siebenmetern, der auffälligste Schütze und erhielt mit einem Handball Performance Index (HPI) von 98 den Topwert des Spiels. Mindestens ebenso prägend war Gisli Thorgeir Kristjansson, der mit fünf Treffern und sechs Vorlagen im Eins-gegen-eins immer wieder Lücken riss und die Kieler Abwehr auf der halblinken Seite vor kaum lösbare Aufgaben stellte. Beim THW hielt vor allem Domen Makuc mit neun Toren dagegen und war lange der einzige verlässliche Faktor im Angriff der Gäste.
Ein wichtiger Baustein war zudem der Umgang mit dem Ausfall von Abwehrchef Elvar Örn Jonsson, der kurzfristig krank fehlte. Antonio Serradilla füllte die Rolle auf der zentralen Abwehrposition aus und setzte auch offensiv Akzente. Cheftrainer Bennet Wiegert hatte bereits vor dem Anpfiff die Erwartungshaltung klargemacht: "Ich verspüre keine Angst, ich verspüre keinen Druck. Ich habe einfach Bock auf diese Spiele."
Für Magdeburg hat der Erfolg über den Tabellenkonkurrenten besonderes Gewicht. Nach der Niederlage in Melsungen kehrte der Meister eindrucksvoll zurück und untermauerte seine Ambitionen im Meisterschaftsrennen. Für den THW Kiel, der sich in einem Umbruch mit neuem Trainer und neuen Führungsspielern befindet, war es die erste Saisonniederlage.

Ein früher Lauf, der das Spiel vorentscheidet

Beide Torhüter standen von Beginn an im Mittelpunkt, Mandić auf der einen, Andreas Wolff auf der anderen Seite. Nach dem 2:2 zog Magdeburg dann konsequent davon. Angetrieben von Magnusson und einer griffigen Deckung setzte sich der Gastgeber bis zur 15. Minute auf 8:3 ab. Kiel vergab in dieser Phase zahlreiche freie Rückraumwürfe, während Magdeburg seine hochprozentigen Gelegenheiten nutzte.
Der THW fand offensiv kaum Struktur und blieb bis zur Pause bei nur neun Toren. Beim Stand von 15:9 ging es in die Kabine. Zur Halbzeit brachte Magnus Saugstrup die Leistung auf den Punkt: "Den THW Kiel unter zehn zu halten, das muss man erst mal schaffen. Wir haben gekämpft und zusammengestanden."
Nach dem Seitenwechsel reagierte Börge Lund mit einem Torwartwechsel zu Gonzalo Perez de Vargas und setzte zwischenzeitlich auf das Angriffsspiel mit sieben Feldspielern. Kiel steigerte sich in der Offensive spürbar und kam in der zweiten Hälfte auf 17 Treffer. Doch näher als auf fünf Tore kam der THW nicht heran, weil Magdeburg abgeklärt und mit hoher Effizienz weiterspielte. Kristjansson und Magnusson setzten ihre Aktionen im Eins-gegen-eins fort, Kuzmanović hielt mit seinen Paraden dagegen. Beim 32:26 war der Sieg der Gastgeber nie ernsthaft gefährdet.
Börge Lund suchte die Erklärung vor allem in der Chancenverwertung der ersten Hälfte: "Wir haben gut angefangen, die Abwehr stand, wir waren kompakt. Wir haben uns gute Chancen gespielt, aber die nicht ausgenutzt." Danach, so der Trainer, sei es gegen die wachsende Magdeburger Abwehr und die Kulisse zunehmend schwer geworden.
Mit dem Sieg zog der SC Magdeburg in der Tabelle vorbei: Der Meister steht nun mit 12:2 Punkten an der Spitze, verdrängte die SG Flensburg-Handewitt (11:1) auf Rang zwei und schob den THW Kiel mit 11:3 Punkten auf Platz drei. Vor dem Spiel hatte Magdeburg noch auf Rang drei gelegen. Weiter geht es am kommenden Wochenende: Der THW Kiel empfängt bereits am Samstag den VfL Gummersbach, der SC Magdeburg trifft am Sonntag im heimischen Spiel auf den HC Erlangen.
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Die Statistiken zum Spiel

SC Magdeburg - THW Kiel 32:26 (15:9)

SC Magdeburg: Kuzmanović (8 Paraden), Mandić (6 Paraden); Magnusson 11/5, Kristjansson 5, Claar 4, Lagergren 4, Saugstrup 3, Bergendahl 1, Musche 1, Mertens 1, Pettersson 1, Serradilla 1, Thielicke, Weber, Rasmussen, Elze

THW Kiel: Wolff (7 Paraden), Vargas (1 Paraden); Makuc 9/3, Reinkind 3, Johansson 3, Skipagøtu 2, Köster 2, Büchner 2, Dahmke 2, Zerbe 2, Nacinovic 1, Ankermann, Laube, Faust, Pekeler, Duvnjak

Topspieler: Omar Ingi Magnusson (HPI 98) / Domen Makuc (HPI 83)
Zuschauer: 6600 (GETEC Arena)
Zeitstrafen: 4 / 2

Alle Partien der Opel HBL und 2. HBL werden live von Dyn übertragen.

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