HBL
Magdeburg behält die Ruhe: Auswärtssieg bei lange mithaltenden Rhein-Neckar Löwen
Rhein-Neckar LÖwen vs. SC Magdeburg - Game Highlights
Foto: Krause
Der SC Magdeburg hat sich am zehnten Spieltag der Opel HBL bei den Rhein-Neckar Löwen mit 31:23 (16:12) durchgesetzt.. Die Gastgeber hielten in der SAP Arena lange mit und schafften noch einmal den Ausgleich, doch in den entscheidenden Momenten war Magdeburg im Abschluss und in der Abwehr klarer.
Das Spiel wurde von zwei herausragenden Torhütern geprägt: David Späth und Matej Mandić kamen jeweils auf 15 Paraden und entschärften je zwei Siebenmeter. Gerade weil Späth die Löwen über weite Strecken im Spiel hielt, entschieden am Ende Kleinigkeiten. Magdeburg verwertete 63 Prozent seiner Würfe, die Gastgeber blieben bei 52 Prozent. Dazu leisteten sich die Löwen neun technische Fehler, der SCM nur drei, und vom Siebenmeterstrich war die Bilanz mit vier Treffern für Magdeburg gegenüber einem für die Löwen deutlich.
Magdeburgs größte Stärke war das Spiel eins gegen eins: Neun Tore erzielten die Gäste nach Durchbrüchen. Gisli Thorgeir Kristjansson verkörperte das am besten, er traf sechsmal, ohne einen Wurf zu vergeben, und bereitete drei weitere Tore vor. Mandić war mit einem Handball Performance Index (HPI) von 96 der auffälligste Akteur der Partie. Auf Löwen-Seite ragten neben Späth vor allem Jannik Kohlbacher mit sechs Toren und Haukur Thrastarson mit acht Vorlagen heraus. Dass diese Achse funktionierte, bestätigte Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert: "Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir noch sehr viele Probleme mit Jannik Kohlbacher. Diese Achse, Haukur und Jannik, die haben wir in der zweiten Halbzeit deutlich besser gelöst."
Für die Gäste war es der nächste Schritt in einer bislang sehr stabilen Saison, in der die Niederlage bei der MT Melsungen die einzige blieb. Für die Löwen endete die Heimpremiere von Cheftrainer Michel Abt dagegen ohne Punkte, und die Serie gegen den SCM hält an: Den letzten Sieg gegen Magdeburg feierten die Löwen im Pokalfinale 2023.
Zwei Aufholjagden, zwei Antworten
Magdeburg startete druckvoll und lag nach knapp vier Minuten mit 0:3 vorn, ehe Dani Baijens den ersten Treffer der Gastgeber erzielte. Die Löwen kämpften sich mit einer beweglichen Abwehrformation heran, in der Kohlbacher im Innenblock verteidigte, und drehten die Partie dank Späths Paraden erstmals zum 7:6. Nach dem 7:7 nahm Wiegert die erste Auszeit, auch beim Stand von 11:11 war die Partie noch offen.
Dann zeigte der SCM seine Qualität in den letzten Minuten des ersten Durchgangs. Albin Lagergren kam in den Rückraum, traf dreimal und verschob die Partie gemeinsam mit Daniel Pettersson und Kristjansson auf den Pausenstand von 12:16. Kentin Mahé forderte in der Halbzeit die passende Antwort: Wenn wir heute was holen wollen, dann müssen wir kämpfen, als wäre es der letzte Tag.
Die kam zunächst auch. Mit einem 4:0-Lauf durch Kohlbacher, Thrastarson und Baijens glichen die Löwen zum 16:16 aus, Späth parierte zudem einen Siebenmeter von Omar Ingi Magnusson. Dass daraus nicht mehr wurde, lag an der Gelassenheit der Gäste. Da war ich fast ein bisschen aufgeregter, weil ich sehr unglücklich war, wie schnell wir diese vier Tore Führung aus der Hand gegeben haben und den Glauben bei den Rhein-Neckar Löwen zurückgeholt haben, sagte Wiegert später.
Die entscheidende Phase begann beim 21:23. Magdeburg erhöhte das Tempo, traf fünfmal, während die Löwen nur einen Treffer erzielten, und zog auf 22:28 davon. In diese Phase fiel auch ein Siebenmeter in Überzahl, den Mandić entschärfte. In der Schlussphase wuchs der Vorsprung auf den Endstand von 23:31. Kohlbacher ordnete das Ergebnis danach ein: "Es war lange Zeit ein Spiel auf Augenhöhe. Natürlich hat Magdeburg immer mal wieder Phasen gehabt, wo sie dann auf drei, vier weggegangen sind. Wir haben uns nicht abschütteln lassen. Am Ende ein leeres Tor, ein, zwei Gegenstöße zu viel, und dann verlierst du halt gegen Magdeburg mit acht." Auch Wiegert fand das Ergebnis hoch: "Zum Schluss ist es für mich zu deutlich, aber wir nehmen es gerne mit. Das Wichtigste unter dem Strich sind die zwei Punkte."
Weiter geht es für beide Teams noch vor der Länderspielpause: Die Löwen gastieren am Freitag, 30. Oktober, beim Handball Club Hamburg, wo sie nach eigener Einschätzung dringend Punkte brauchen. Magdeburg tritt am Samstag, 31. Oktober, beim formstarken TBV Lemgo Lippe an.
Die Statistiken zum Spiel
Rhein-Neckar Löwen - SC Magdeburg 23:31 (12:16)
Rhein-Neckar Löwen: Späth (15 Paraden), Jensen; Kohlbacher 6, Thrastarson 4, Baijens 4, Mierzwa 3/1, Steinhauser 3, Lassen 2, Nothdurft 1, Timmermeister, Mahé, Jaganjac, Steenaerts, Seesing
SC Magdeburg: Mandić (15 Paraden), Kuzmanović; Magnusson 7/3, Kristjansson 6, Musche 6, Claar 4, Pettersson 4, Lagergren 3, Rasmussen 1/1, Bergendahl, Jónsson, Weber, Saugstrup, Mertens, Serradilla
Topspieler: Jannik Kohlbacher (HPI 84) / Matej Mandić (HPI 96)
Zuschauer: 10515 (SAP Arena)
Zeitstrafen: 2 / 1
Rhein-Neckar Löwen: Späth (15 Paraden), Jensen; Kohlbacher 6, Thrastarson 4, Baijens 4, Mierzwa 3/1, Steinhauser 3, Lassen 2, Nothdurft 1, Timmermeister, Mahé, Jaganjac, Steenaerts, Seesing
SC Magdeburg: Mandić (15 Paraden), Kuzmanović; Magnusson 7/3, Kristjansson 6, Musche 6, Claar 4, Pettersson 4, Lagergren 3, Rasmussen 1/1, Bergendahl, Jónsson, Weber, Saugstrup, Mertens, Serradilla
Topspieler: Jannik Kohlbacher (HPI 84) / Matej Mandić (HPI 96)
Zuschauer: 10515 (SAP Arena)
Zeitstrafen: 2 / 1
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