HBL
Magdeburg übernimmt die Tabellenführung: souveräner Heimerfolg gegen Erlangen
SC Magdeburg vs. HC Erlangen - Game Highlights
Foto: Popova
Der SC Magdeburg hat am 7. Spieltag seine Heimserie fortgesetzt und gegen den HC Erlangen mit 35:28 (19:11) gewonnen. Getragen von einer starken Vorstellung von Torhüter Dominik Kuzmanović und einem hocheffizienten Angriff kontrollierten die Gastgeber die Partie von Beginn an. Mit dem siebten Saisonsieg klettert der SCM erstmals an die Spitze der Opel Handball-Bundesliga.
Zwei miteinander verknüpfte Faktoren waren am Ende entscheidend. Zum einen die enorme Effizienz im Magdeburger Angriff: Mit einer Wurfquote von rund 76 Prozent und 30 Toren aus dem Feld ließ der SCM über 60 Minuten kaum Luft. Zum anderen die Vorstellung im eigenen Tor. Kuzmanović kam auf zwölf Paraden und eine Fangquote von 32 Prozent, während die Erlanger Keeper Khalifa Ghedbane und Tin Herceg zusammen auf sechs Paraden kamen. Dieser Unterschied im Rückhalt zog sich durch die gesamte Partie.
Dazu kam das Gefälle in der Fehlerzahl. Erlangen leistete sich 13 technische Fehler, Magdeburg nur neun. Der SCM nutzte zudem seine Siebenmeter konsequent und verwandelte fünf von sechs Versuchen.
Herausragend auf Magdeburger Seite war Felix Claar, der mit sieben Treffern bei sieben Abschlüssen eine makellose Quote vorlegte, dazu drei Vorlagen beisteuerte und als bester Werfer der Partie die Offensive dirigierte. Omar Ingi Magnusson war mit neun Toren, davon fünf vom Siebenmeterstrich, der zweite Dreh- und Angelpunkt. Bei Erlangen ragte Marek Nissen heraus, der mit sechs Treffern seiner Rolle als treffsicherster Rückraumschütze gerecht wurde, während Yannik Bialowas vom Punkt vier Tore erzielte.
Für den SC Magdeburg bedeutet der Erfolg den Sprung auf Platz eins mit 14:2 Punkten, nur vier Tage nach dem beeindruckenden Heimsieg gegen den THW Kiel. Erlangen, das mit dem besten Saisonstart seit Jahren und vier Pflichtsiegen in Serie angereist war, musste personell improvisieren: Mit Rubens Pierre fehlte der zuletzt überragende Torhüter aufgrund muskulärer Probleme, dazu fielen Elvar Jonsson und Flo Scherer aus.
Magdeburg schleicht sich in der ersten Hälfte davon
In der Anfangsphase hielt Erlangen gut mit, immer wieder über schnelle Umschaltmomente und die ersten Treffer von Nissen und Christopher Bissel. Beim 7:5 war die Partie noch offen, doch dann setzte Magdeburg die ersten Nadelstiche. Über die wachsende Zahl an Paraden von Kuzmanović und die eigene Treffsicherheit zog der SCM beim 12:7 erstmals deutlich davon und zwang Johannes Selin zur frühen Auszeit.
Erlangen fand gegen die aggressive, bewegliche Magdeburger Abwehr nur selten freie Wurfpositionen. Bis zur Pause baute der SCM die Führung kontinuierlich aus und ging mit 19:11 in die Kabine. Kuzmanović fasste die Ausgangslage anschließend nüchtern zusammen: "Das Wichtigste ist, dass wir plus acht zur Halbzeit haben. Aber das bedeutet nichts. Wir müssen auch die zweite Halbzeit gewinnen. Wir hatten schon diese Saison solche Ergebnisse zur Halbzeit und dann verloren wir. Das wollten wir nicht noch einmal passieren lassen."
Nach dem Seitenwechsel kam Erlangen in seiner besten Phase über das Tempospiel zu einigen schnellen Toren, blieb aber stets auf Distanz. Mehr als eine Annäherung ließ Magdeburg nicht zu und baute den Vorsprong beim 25:16 auf neun Treffer aus. Christoph Steinert räumte das später offen ein: "Wir hatten eine kurze Phase, da hätten wir, glaube ich, auf minus fünf oder minus sechs gehen können. Das war mit Sicherheit unsere stärkste Phase, aber man muss gestehen, dass Magdeburg heute in allen Bereichen besser war."
In der Schlussphase verwaltete der SCM den komfortablen Vorsprung souverän. Beim Stand von 35:26 wechselten die Gastgeber bereits durch, Erlangen gelang per Siebenmeter und mit dem Schlusspfiff noch Ergebniskosmetik zum 35:28-Endstand. Felix Claar zeigte sich zufrieden mit der durchgängigen Kontrolle: "Ich bin extrem glücklich über die Leistung heute. Ich finde, wir haben über 60 Minuten richtig gut gespielt und das Spiel von Anfang bis Ende kontrolliert."
Mit dem Sieg zog Magdeburg vom dritten Rang an die Tabellenspitze (14:2 Punkte) und verwies die zuvor führende SG Flensburg-Handewitt und den THW Kiel auf die Plätze zwei und drei. Erlangen, vor dem Spiel Siebter, rutschte trotz der Niederlage nur leicht auf Rang neun ab und bleibt mit 7:7 Punkten in der oberen Tabellenhälfte. Steinert zeigte sich kämpferisch: "Das Ding löschen wir und dann machen wir weiter."
Für Erlangen geht es bereits am Sonntag, 11. Oktober, mit dem Heimspiel gegen die MT Melsungen weiter. Magdeburg pausiert am 8. Spieltag in der Liga und ist erst wieder am Sonntag, 18. Oktober, gefordert, dann im Heimspiel gegen den TVB Stuttgart.
Die Statistiken zum Spiel
SC Magdeburg - HC Erlangen 35:28 (19:11)
SC Magdeburg: Kuzmanović (12 Paraden), Mandić; Magnusson 9/5, Claar 7, Rasmussen 4, Kristjansson 3, Mertens 3, Lagergren 2, Saugstrup 2, Bergendahl 2, Thielicke, Musche, Elze, Pettersson, Serradilla
HC Erlangen: Ghedbane (5 Paraden), Herceg (1 Paraden); Nissen 6, Bialowas 4/3, Lochman 4, Buck 3, Maldonado 2, Bissel 2, Gebala 2, Øverjordet 1, Steinert 1, Kristjánsson 1/1, Firnhaber 1, Bandlow 1, Gömmel, Weber, Frank
Topspieler: Felix Claar (HPI 95) / Marek Nissen (HPI 80)
Zuschauerzahl: 6600 (GETEC Arena)
Zeitstrafen: 1 / 4
SC Magdeburg: Kuzmanović (12 Paraden), Mandić; Magnusson 9/5, Claar 7, Rasmussen 4, Kristjansson 3, Mertens 3, Lagergren 2, Saugstrup 2, Bergendahl 2, Thielicke, Musche, Elze, Pettersson, Serradilla
HC Erlangen: Ghedbane (5 Paraden), Herceg (1 Paraden); Nissen 6, Bialowas 4/3, Lochman 4, Buck 3, Maldonado 2, Bissel 2, Gebala 2, Øverjordet 1, Steinert 1, Kristjánsson 1/1, Firnhaber 1, Bandlow 1, Gömmel, Weber, Frank
Topspieler: Felix Claar (HPI 95) / Marek Nissen (HPI 80)
Zuschauerzahl: 6600 (GETEC Arena)
Zeitstrafen: 1 / 4
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