HBL
Magdeburg löst schwere Auswärtsaufgabe in Gummersbach
Foto: Ising
Der SC Magdeburg hat eines der schwersten Auswärtsspiele zum Auftakt gemeistert und beim VfL Gummersbach mit 33:31 (18:14) gewonnen. In einer ausverkauften Schwalbe-Arena bäumte sich der Gastgeber nach schwachem Beginn eindrucksvoll auf, doch der Deutsche Meister behielt in den entscheidenden Momenten die Nerven. Getragen wurde der Erfolg von einem überragenden Matthias Musche, der vom Siebenmeterpunkt eiskalt blieb.
Der Auftakt gehörte klar dem Favoriten. Magdeburg zog mit einer bestechenden Trefferquote auf 5:1 davon und traf zwischenzeitlich mit den ersten zehn Würfen ins Ziel. Diese frühe Effizienz war die Grundlage für den Sieg, denn sie verschaffte dem SCM ein Polster, das der VfL trotz großer Aufholjagd nie ganz aufzehren konnte.
Zum entscheidenden Faktor wurde die Abgeklärtheit im Angriff. Während Gummersbach in Durchgang eins zu viele technische Fehler produzierte, spielte der Gast konsequent und ballsicher. Matthias Musche, der mit neun Toren und sechs sicher verwandelten Siebenmetern der auffälligste Werfer der Partie war, nahm dem SCM in engen Phasen den Druck von den Schultern. Der einstige Siebenmeter-Fluch der Vorsaison war mit ihm als erstem Schützen kein Thema mehr.
Neben Musche prägte Gisli Thorgeir Kristjansson das Spiel. Der Spielmacher steuerte sieben Treffer und fünf Vorlagen bei und war im Zusammenspiel mit dem Kreis immer wieder Ausgangspunkt der Magdeburger Angriffe. Beim VfL avancierte Miro Schluroff zum großen Aktivposten: Elf Tore erzielte der Rückraumspieler, viele davon in seiner starken zweiten Hälfte. Wichtiger Rückhalt war zudem Torhüter Ignacio Biosca, dessen Paraden die Wende zur ersten Aufholjagd einleiteten.
Die entscheidende Qualität aber lag beim SCM in der Fähigkeit, auf jedes aufkeimende Gummersbacher Momentum sofort eine Antwort zu finden. Genau daran fehlte es dem VfL, wie Schluroff später einräumte: "In der ersten Halbzeit machen wir zu viele technische Fehler, am Ende nehmen wir hier und da mal so einen Wurf, der nicht sein muss, machen auch ein, zwei Passfehler, und das sind dann die Kleinigkeiten, die der SCM nicht macht. Deswegen gewinnen sie am Ende."
Vom klaren Rückstand zur Aufholjagd, doch die Antwort kam stets aus Magdeburg
Der VfL erwischte einen schwierigen Start. Nach nicht einmal acht Minuten hatte Magdeburg die Partie beinahe im Griff, die offensive Deckung und die hohe Abschlussqualität ließen dem Gastgeber kaum Luft. Beim Stand von 7:11 zog Cheftrainer Guðjón Valur Sigurðsson die erste Auszeit, um Impulse zu setzen.
Sie zeigten Wirkung. Nach der Hereinnahme von Biosca und einer Umstellung im Innenblock, in dem Kristjan Horzen und Ellidi Snaer Vidarsson agierten, arbeitete sich Gummersbach mit einem 4:1-Lauf heran und glich beim 13:13 erstmals aus. Doch just in dieser Phase größter Euphorie schlug der SCM im Schlussspurt der ersten Halbzeit erneut zu und stellte bis zur Pause auf 14:18.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Muster bestehen. Schluroff verkürzte binnen 30 Sekunden und ließ die Arena beben, Gummersbach kam bis auf ein Tor heran. Immer wenn der VfL zum Ausgleich drängte, fand Magdeburg jedoch die passende Lösung, häufig über die stark verteidigten Eins-gegen-eins-Situationen und die Ausbeute in Überzahl.
In der Schlussphase blieb der SCM stets in Front, ohne den Gegner näher als auf zwei Treffer herankommen zu lassen. Den symbolischen Deckel setzte Musche, der auch in der Crunchtime vom Punkt traf. Kapitän Magnus Saugstrup fasste den Abend so zusammen: "Unglaublich schwierig. So ist das immer hier in Gummersbach. Zum Glück haben wir mit zwei Toren gewonnen."
Für beide geht es zeitnah weiter: Gummersbach gastiert bereits am Mittwoch, 2. September, bei den Rhein-Neckar Löwen, Magdeburg empfängt am Donnerstag, 3. September, die Füchse Berlin.
Die Statistiken zum Spiel
VfL Gummersbach - SC Magdeburg 31:33 (14:18)
VfL Gummersbach: Biosca (8 Paraden), Obling (2 Paraden); Schluroff 11, Smits 8/1, Vidarsson 7, Hallbäck 2, Roganovic 1/1, Kodrin 1, Horzen 1, Kiesler, Zeman, Vujovic, Häseler, Blohme, Miranda, Sindrason
SC Magdeburg: Mandić (4 Paraden), Kuzmanović (4 Paraden); Musche 9/6, Kristjansson 7, Claar 5, Saugstrup 4, Magnusson 3, Jónsson 3, Rasmussen 1, Hensen 1, Mertens 1, Weber, Bergendahl, Elze, Dammann, Pettersson, Serradilla, Lagergren
Topspieler: Ellidi Snaer Vidarsson (HPI 100) / Felix Claar (HPI 84)
Zeitstrafen: 2 / 4
VfL Gummersbach: Biosca (8 Paraden), Obling (2 Paraden); Schluroff 11, Smits 8/1, Vidarsson 7, Hallbäck 2, Roganovic 1/1, Kodrin 1, Horzen 1, Kiesler, Zeman, Vujovic, Häseler, Blohme, Miranda, Sindrason
SC Magdeburg: Mandić (4 Paraden), Kuzmanović (4 Paraden); Musche 9/6, Kristjansson 7, Claar 5, Saugstrup 4, Magnusson 3, Jónsson 3, Rasmussen 1, Hensen 1, Mertens 1, Weber, Bergendahl, Elze, Dammann, Pettersson, Serradilla, Lagergren
Topspieler: Ellidi Snaer Vidarsson (HPI 100) / Felix Claar (HPI 84)
Zeitstrafen: 2 / 4
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