HBL
MT Melsungen fügt Magdeburg die erste Saisonniederlage zu
MT Melsungen vs. SC Magdeburg - Game Highlights
Foto: Kohlhausen
Die MT Melsungen hat dem SC Magdeburg beim 37:34 die erste Niederlage der Saison beigebracht. Vor voller Kulisse in der Rothenbach-Halle spielten die Gastgeber über weite Strecken ein nahezu fehlerfreies Angriffsspiel, führten zwischenzeitlich mit neun Toren und brachten den Sieg trotz einer starken Magdeburger Schlussphase über die Zeit.
Der Schlüssel zu diesem Erfolg lag in einer Statistik, die im Handball oft über Sieg und Niederlage entscheidet: den Ballverlusten. Während Melsungen sich über 60 Minuten nur fünf technische Fehler leistete, kam der SC Magdeburg auf 15. Dieser Unterschied wog umso schwerer, weil ein Großteil der Magdeburger Ballverluste direkt zu einfachen Gegenstoßtoren der Gastgeber führte. So verschaffte sich die MT über das gesamte Spiel deutlich mehr Abschlüsse, ohne dabei effizienter werfen zu müssen als der Gegner.
Bezeichnend ist, dass Magdeburg in vielen Kennzahlen mithalten oder sogar besser abschneiden konnte. Felix Claar traf elffach und hielt sein Team über weite Strecken im Spiel, unterstützt von je sieben Treffern durch Gisli Thorgeir Kristjansson und Oskar Vind Rasmussen. Doch die kollektive Fehlerquote und eine geringe Durchschlagskraft aus dem rechten Rückraum verhinderten, dass der Meister sein gewohntes Niveau erreichte.
Bennet Wiegert benannte nach dem Spiel die entscheidende Zahl klar: "Mir fällt am meisten auf, dass wir in vielen statistischen Werten tatsächlich besser sind als die MT und dass der Spielstand das über 60 Minuten nicht hergibt. Wir haben 15 Ballverluste und die MT nur fünf. Da liegt eine Differenz von zehn dazwischen, und das ist im Handball wirklich eine Menge."
Auf Melsunger Seite ragten zwei Spieler heraus. Aaron Mensing war mit sechs Toren und sechs Vorlagen der wirkungsvollste Akteur und wurde mit einem Handball Performance Index (HPI) von 92 zum besten Spieler des Spiels gekürt. Immer wieder fand er im Zusammenspiel mit dem Kreis die richtige Lösung. Johannes Golla steuerte sieben Treffer bei und war zugleich das Herzstück einer beweglichen, griffigen Abwehr. Erik Balenciaga führte als Spielmacher Regie und war mit acht Treffern bei neun Versuchen extrem effizient.
Besonderes Gewicht bekommt der Erfolg durch die personelle Ausgangslage: Der MT fehlten die Linkshänder für den rechten Rückraum, Daniel Dujshebaev kehrte immerhin in den Kader zurück. Dass die Gastgeber diesen Ausfall mit einem variablen Angriff und drei Rechtshändern im Rückraum derart überzeugend kompensierten, macht das Ergebnis für Trainer Roberto Garcia Parrondo umso wertvoller.
Ein Traumstart, ein Neun-Tore-Polster und eine späte Magdeburger Aufholjagd
Die MT erwischte einen perfekten Beginn und zog nach den ersten fünf Angriffen auf 5:1 davon. Balenciaga und Stefansson trafen früh, das Zusammenspiel zwischen Simic und den Gegenstoßläufern funktionierte auf Anhieb. Magdeburg dagegen leistete sich schon in den ersten 15 Minuten fünf technische Fehler, ein für den Meister völlig untypischer Wert.
Zwar hielt Claar sein Team mit sicheren Abschlüssen und verwandelten Siebenmetern im Rennen, doch die MT verteidigte konsequent, spielte geduldig im Angriff und nutzte die zahlreichen Ballgewinne. Bis zur Pause baute Melsungen die Führung auf 19:14 aus, wobei die Gastgeber vorne nur einen einzigen technischen Fehler zuließen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Muster bestehen. Die MT verwaltete ihren Vorsprung nicht nur, sondern baute ihn weiter aus. Beim 34:25 durch Dimitri Ignatow war das Spiel praktisch entschieden, das Polster betrug neun Treffer. Florian Drosten verwandelte seine Siebenmeter sicher, Mensing und Golla setzten ihre Kombination immer wieder erfolgreich um.
In der Schlussphase zeigte Magdeburg dann doch noch, welche Qualität in der Mannschaft steckt. Mit einer offensiveren Deckung und schnellen Abschlüssen gelang ein 6:0-Lauf, der den Rückstand auf 34:31 verkürzte. Melsungen kam rund sechs Minuten ohne eigenen Treffer aus, ehe Golla mit einem Treffer und einem herausgeholten Siebenmeter die Partie beruhigte. Am Ende blieb es beim 37:34 Erfolg für die MT
Dimitri Ignatow hatte schon zur Halbzeit den Grund für den starken Auftritt benannt: "Ich glaube einfach, dass wir uns super vorbereitet haben. Man sieht, dass wir langsam eingespielt sind und jeder die Abläufe kennt." Aaron Mensing verwies nach dem Spiel auf die veränderte Rollenverteilung: "Wir haben momentan keinen Linkshänder, das macht das Spiel anders. Das bedeutet, dass ich mehr Zwei-gegen-Zwei-Situationen auf der linken Seite bekomme, die ich natürlich gerne mag."
Tabellarisch zahlt sich der Heimsieg aus: Melsungen verbesserte sich von Rang sieben auf Platz fünf und steht nun bei 7:3 Punkten. Magdeburg rutschte trotz weiterhin 8:2 Punkten vom dritten auf den vierten Rang. In der Liga geht es für beide Mannschaften am 6. Spieltag weiter: Melsungen tritt am Samstag, 26. September, bei den Rhein-Neckar Löwen an, Magdeburg empfängt zeitgleich die SG BBM Bietigheim.
Die Statistiken zum Spiel
MT Melsungen - SC Magdeburg 37:34 (19:14)
MT Melsungen: Simic (8 Paraden), Palasics (1 Paraden); Balenciaga 8, Golla 7, Mensing 6, Drosten 4/4, Stefansson 3, Ignatow 3, Mandic 3, Schefvert 1, Rivera 1, Sipos 1, Sigrist, Marchán, Stehl, Dujshebaev
SC Magdeburg: Kuzmanović (7 Paraden), Mandić (4 Paraden); Claar 11, Kristjansson 7, Rasmussen 7, Musche 5/2, Magnusson 3/1, Saugstrup 1, Lagergren, Weber, Bergendahl, Mertens, Jónsson, Pettersson, Serradilla
Topspieler: Aaron Mensing (HPI 92) / Gisli Thorgeir Kristjansson (HPI 84)
Zuschauer: 4100 (Rothenbach-Halle)
Zeitstrafen: 5 / 3
MT Melsungen: Simic (8 Paraden), Palasics (1 Paraden); Balenciaga 8, Golla 7, Mensing 6, Drosten 4/4, Stefansson 3, Ignatow 3, Mandic 3, Schefvert 1, Rivera 1, Sipos 1, Sigrist, Marchán, Stehl, Dujshebaev
SC Magdeburg: Kuzmanović (7 Paraden), Mandić (4 Paraden); Claar 11, Kristjansson 7, Rasmussen 7, Musche 5/2, Magnusson 3/1, Saugstrup 1, Lagergren, Weber, Bergendahl, Mertens, Jónsson, Pettersson, Serradilla
Topspieler: Aaron Mensing (HPI 92) / Gisli Thorgeir Kristjansson (HPI 84)
Zuschauer: 4100 (Rothenbach-Halle)
Zeitstrafen: 5 / 3
Alle Partien der Opel HBL und 2. HBL werden live von Dyn übertragen.
Dieser Artikel wurde mit Hilfe automatischer Texterstellung generiert. Haben Sie Fehler entdeckt oder möchten uns Feedback geben? Dann schreiben Sie uns gerne!










