HBL
Dominant nach der Pause: Gummersbach setzt sich gegen starken HBW klar durch
VfL Gummersbach vs. HBW Balingen-Weilstetten - Game Highlights
Foto: Ising
Lange war es ein Spiel auf Augenhöhe, am Ende stand ein 39:29 auf der Anzeigetafel. Der VfL Gummersbach gewann das Nachholspiel des achten Spieltags gegen den HBW Balingen-Weilstetten, weil er nach dem 16:16 zur Pause im Angriff konsequenter wurde und sich in der Abwehr deutlich stabilisierte. Miro Schluroff ragte mit zehn Treffern heraus.
Der entscheidende Unterschied lag in der Fehlerquote und in der Effizienz. Gummersbach brachte 65 Prozent seiner Würfe im Tor unter, Balingen-Weilstetten 59 Prozent. Noch deutlicher war der Abstand bei den technischen Fehlern: drei auf Seiten der Gastgeber, elf bei den Gästen. Dazu kam ein funktionierendes Kreisspiel. Kristjan Horzen traf achtmal, sieben seiner Tore fielen nach dem Seitenwechsel.
Schluroff war dabei nicht nur Torschütze, sondern mit fünf Vorlagen auch Gestalter, Alex Dujshebaev bereitete sieben Treffer vor. Im Tor sammelte Bertram Obling neun Paraden, darunter ein gehaltener Siebenmeter. Bei HBW war Yonatan Dayan bei seiner Rückkehr an seine erste deutsche Station der auffälligste Angriffsspieler: drei Tore, sechs Vorlagen. Georg Pöhle verwandelte vier Siebenmeter, nur sein fünfter Versuch blieb an Obling hängen.
Für Gummersbach war es der höchste Saisonsieg und ein gelungener Abschluss einer englischen Woche, die mit Erfolgen gegen die SG Flensburg-Handewitt und in Göppingen begonnen hatte. Der Aufsteiger aus Balingen-Weilstetten zeigte erneut, dass er in der Opel HBL mithalten kann, geht aber ohne Punkte in die Länderspielpause.
Eine offene erste Hälfte, dann zieht der VfL davon
Die Gastgeber begannen druckvoll und führten früh mit 4:1, doch der HBW fand schnell Lösungen über die Außen und das Eins-gegen-eins im Rückraum. Mit Treffern von Lion Zacharias, Mex Raguse und Tobias Heinzelmann drehte der Aufsteiger die Partie und ging erstmals in Führung. Beide Torhüter hielten ihre Teams im Spiel, zur Pause stand es 16:16. Kapitän Ellidi Snaer Vidarsson benannte in der Halbzeit die Baustelle: "Wir stehen die ersten drei Sekunden ganz gut, aber wir schaffen das nicht bis zum Ende. Und die bekommen ein bisschen zu große Chancen. Wir machen das auf jeden Fall nicht einfacher für Bertram im Tor." Auf der Gegenseite hatte Pöhle die Aufgabe klar umrissen: "Das war nichts Neues für uns, dass Miro aus allen Lagen feuert. Das müssen wir in der zweiten Halbzeit besser in den Griff kriegen, dann haben wir auch eine ganz gute Chance."
Nach dem Wechsel legte Stefan Bauer zum 16:17 noch einmal vor, doch danach folgte die entscheidende Phase. Gummersbach traf aus dem Rückraum, über den Kreis und aus dem Tempospiel, während der HBW in der Defensive kaum Zugriff fand und sich mehrere Ballverluste leistete. Aus dem knappen Rückstand wurde innerhalb von zehn Minuten eine Führung von 24:20, die Auszeit der Gäste änderte daran nichts. Horzen traf am Kreis nahezu nach Belieben, Obling entschärfte im Rücken einer kompakter stehenden Abwehr die freien Bälle, und über 31:24 wuchs der Vorsprung weiter. Auch Ignacio Biosca fügte sich ein: vier Paraden und ein eigener Treffer.
In der Schlussphase hielten die Gäste ihre Wurfquote ordentlich, kamen aber nicht mehr näher als auf sechs Tore heran. Ellidi Snaer Vidarsson setzte mit dem letzten Treffer den Endstand von 39:29. Zacharias ordnete die Niederlage sachlich ein: "In Halbzeit eins ist es genau das, was wir wollten. Wir wollten den Kampf annehmen und zeigen, dass wir daran glauben zu gewinnen. In Halbzeit zwei kriegen wir dann zehn Minuten keine richtige Abwehr hin", und das bestraft der VfL. Geschäftsführer Christoph Schindler sah seine Mannschaft erst nach der Pause richtig im Spiel: "Erste Halbzeit haben wir uns ziemlich schwer getan, da hat uns Miro fast allein im Spiel gehalten. In der zweiten Halbzeit mit einer deutlich besseren Abwehr, einem guten Torhüter dahinter und einem Angriff, der die Last verteilt hat, haben wir verdient gewonnen."
Nach der Länderspielpause geht es für beide Teams weiter: Der HBW Balingen-Weilstetten empfängt am Samstag, 14. November 2026, die HSG Wetzlar, der VfL Gummersbach erwartet am Sonntag, 15. November 2026, die TSV Hannover-Burgdorf in der Schwalbe-Arena.
Die Statistiken zum Spiel
VfL Gummersbach - HBW Balingen-Weilstetten 39:29 (16:16)
VfL Gummersbach: Obling (9 Paraden), Biosca (4 Paraden); Schluroff 10, Horzen 8, Vujovic 5/3, Häseler 4, Hallbäck 4, Dujshebaev 3, Vidarsson 3, Sindrason 1, Einarsson, Kiesler, Kodrin, Zeman, Blohme
HBW Balingen-Weilstetten: Rebmann (8 Paraden), Cupara (7 Paraden); Raguse 4, Pöhle 4/4, Zacharias 4, Dayan 3, Heinzelmann 3, Huber 2, Bauer 2, Fuß 2, Fügel 2, Leimeter 2, Strobel 1, Grupe, Wente, Pfattheicher
Topspieler: Miro Schluroff (HPI 99) / Yonatan Dayan (HPI 79)
Zeitstrafen: 3 / 4
VfL Gummersbach: Obling (9 Paraden), Biosca (4 Paraden); Schluroff 10, Horzen 8, Vujovic 5/3, Häseler 4, Hallbäck 4, Dujshebaev 3, Vidarsson 3, Sindrason 1, Einarsson, Kiesler, Kodrin, Zeman, Blohme
HBW Balingen-Weilstetten: Rebmann (8 Paraden), Cupara (7 Paraden); Raguse 4, Pöhle 4/4, Zacharias 4, Dayan 3, Heinzelmann 3, Huber 2, Bauer 2, Fuß 2, Fügel 2, Leimeter 2, Strobel 1, Grupe, Wente, Pfattheicher
Topspieler: Miro Schluroff (HPI 99) / Yonatan Dayan (HPI 79)
Zeitstrafen: 3 / 4
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