HBL
Nebojsa Simic prägt das Hessenderby: Melsungen gewinnt knapp in Wetzlar
HSG Wetzlar vs. MT Melsungen - Game Highlights
Foto: Vogler
Das 42. Hessenderby in der Opel HBL wurde erst in den letzten Sekunden entschieden: Die MT Melsungen gewann bei der HSG Wetzlar mit 24:25 und verdankte den Erfolg vor allem der eigenen Abwehr und Torhüter Nebojsa Simic. Wetzlar hielt bis zum Schlusspfiff mit, fand im Angriff aber zu selten Lösungen.
Dieses Derby wurde über die Defensive entschieden. Melsungen verteidigte kompakt, arbeitete mit konsequenten Stoppfouls und hatte in Nebojsa Simic einen Torhüter, der jeden dritten Wurf entschärfte. Entsprechend blieb Wetzlar bei 24 Treffern und einer Quote von 53 Prozent, während die Gäste 61 Prozent ihrer Würfe im Tor unterbrachten. Dazu kam die Sicherheit vom Siebenmeterstrich: Florian Drosten erzielte sechs Treffer vom Strich, auf der anderen Seite blieben zwei von fünf Versuchen liegen.
Ein zweiter Faktor war das Überzahlspiel. Melsungen kassierte fünf Zeitstrafen, Wetzlar nur zwei, doch die Gastgeber machten daraus zu wenig. "Was uns Probleme macht, ist vorne die Chancenverwertung. Und auch das Überzahlspiel, da hatten wir mehr Möglichkeiten, die haben wir nicht genutzt", sagte Wetzlars Sportlicher Leiter Michael Allendorf. Neben Nebojsa Simic mit zwölf Paraden und Drosten prägten bei den Gästen auch Johannes Golla und Reynir Thor Stefansson mit je fünf Toren die Partie. Bei Wetzlar war Laszlo Bartucz mit acht Paraden ein Rückhalt, Josip Simic traf vierfach und war im Innenblock einer der auffälligsten Spieler.
Für Melsungen war es der Pflichtspielsieg nur drei Tage nach dem erfolgreichen Abschluss der Champions-League-Vorrunde in Skopje. Wetzlar wartet dagegen weiter auf den ersten Saisonsieg, nahm aus dem Derby aber ein Signal mit. "Wir haben es endlich mal hingekriegt, eine richtig gute Abwehr zu stellen mit guten Torhütern hinten drin. Aber 24 Tore zu Hause sind einfach zu wenig", sagte Niklas Theiss.
Zwölf Minuten ohne Tor und eine späte Annäherung
Die erste Viertelstunde war offen und von vielen Siebenmetern geprägt, nach knapp zehn Minuten stand es 4:4. Danach bekam Wetzlar das Spiel in den Griff: Getragen von den Paraden von Bartucz und von Einzelaktionen aus dem Rückraum ging die HSG erstmals seit der frühen Anfangsphase wieder in Führung und lag nach 19 Minuten mit 10:8 vorn.
Dann kam die Phase, die das Spiel prägte. Melsungen stellte auf Sieben-gegen-Sechs um, zog mit einem 5:0-Lauf vorbei und ließ hinten nichts mehr zu. Wetzlar blieb rund zwölf Minuten ohne eigenen Treffer, erst Dominik Mappes beendete die Serie nach dem Seitenwechsel zum 11:13. Zur Pause hatte Melsungen mit 10:13 geführt, ohne im Angriff groß aufzutrumpfen.
Nach dem Wechsel baute die MT ihren Vorsprung aus. Golla traf dreimal in Folge, meist nach Anspielen von Erik Balenciaga und Aaron Mensing, und über das 15:19 wuchs die Führung bis zum 18:22 auf vier Tore. Wetzlar blieb jedoch dran, weil Paul Kompenhans mit seinem Zug zum Tor Tempo in den Angriff brachte und Tristan Kirschner von außen traf. Ein kurioser Treffer gehörte Torhüter Bart Ravensbergen, der nach einer Parade aus eigenem Tor ins verwaiste Melsunger Tor traf und auf 20:22 verkürzte.
In der Schlussphase wurde es noch einmal eng. Josip Simic stellte auf 22:23, ehe Mensing und Stefansson die Gäste wieder auf 22:25 brachten. Kompenhans und Ahmed Nafea, der 55 Sekunden vor dem Ende nach einem Ballgewinn zum 24:25 traf, hielten Wetzlar im Spiel. Den letzten Angriff brachten die Gastgeber jedoch nicht zum Abschluss, es blieb beim 24:25. "Ich glaube, dass wir lange Zeit gut in der Abwehr stehen, dass Simo gut hält. Am Ende machen wir es etwas zu spannend", sagte Mensing, "man ist eigentlich sehr, sehr happy, dass man das Ding gewinnt, aber so spannend hätten wir es nicht machen müssen."
Nach der Länderspielpause geht es für beide Teams weiter: Wetzlar gastiert am 14. November beim HBW Balingen-Weilstetten, Melsungen empfängt am 15. November die SG BBM Bietigheim. Theiss blickt dem Auswärtsspiel mit klarer Vorstellung entgegen: Da müssen wir mindestens so eine Abwehr hinstellen wie heute und einen besseren Angriff. Dann bin ich zuversichtlich, dass wir da den ersten Saisonsieg einfahren.
Die Statistiken zum Spiel
HSG Wetzlar - MT Melsungen 24:25 (10:13)
HSG Wetzlar: Bartucz (8 Paraden), Ravensbergen (3 Paraden); Kirschner 4/2, Simic 4, Kompenhans 3, Soler 3/1, Mappes 2, Piroch 2, Theiss 2, Nafea 2, Akakpo 1, Øverby, Læsø, Löwen
MT Melsungen: Simic (12 Paraden), Palasics; Drosten 6/6, Stefansson 5, Golla 5, Mensing 3, Balenciaga 2, Rivera 2, Sigrist 1, Sipos 1, Schefvert, Marchán, Stehl, Ignatow, Dujshebaev, Eickhoff
Topspieler: Josip Simic / Florian Drosten
Zuschauer: 3892 (Buderus Arena Wetzlar)
Zeitstrafen: 2 / 5
HSG Wetzlar: Bartucz (8 Paraden), Ravensbergen (3 Paraden); Kirschner 4/2, Simic 4, Kompenhans 3, Soler 3/1, Mappes 2, Piroch 2, Theiss 2, Nafea 2, Akakpo 1, Øverby, Læsø, Löwen
MT Melsungen: Simic (12 Paraden), Palasics; Drosten 6/6, Stefansson 5, Golla 5, Mensing 3, Balenciaga 2, Rivera 2, Sigrist 1, Sipos 1, Schefvert, Marchán, Stehl, Ignatow, Dujshebaev, Eickhoff
Topspieler: Josip Simic / Florian Drosten
Zuschauer: 3892 (Buderus Arena Wetzlar)
Zeitstrafen: 2 / 5
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