HBL
Niklas Theiß zum Saisonziel der HSG Wetzlar: „Nicht mehr bis zum letzten Spieltag zittern“

Foto: IMAGO / Beautiful Sports
Vor einem Jahr wechselte der 23-Jährige von seinem Heimatverein TV 05/07 Hüttenberg ins zehn Kilometer entfernte Wetzlar – und nun ist der Linkshänder schon bester Werfer seines Klubs.
Niklas Theiß hat einen Lauf. Elf Tore gegen den HC Hamburg und zuletzt neun Treffer gegen die Rhein-Neckar Löwen stehen für den 23-jährigen Linkshänder der HSG Wetzlar in der Statistik. Mit 40 Toren ist Theiß auch bester Werfer seines Teams nach sieben Spieltagen. Was dem gebürtigen Hüttenberger und seinem Team aber noch fehlt, ist der erste Saisonsieg: mit zwei Remis und ebenso vielen Punkten ist das Team von Rúnar Sigtryggsson derzeit Drittletzter. „Bei beiden Remis gegen Eisenach und gegen die Löwen war mehr drin. Ein erster Sieg wäre enorm wichtig, das könnte ein Wendepunkt für die nächsten Wochen sein“, sagt Theiß, der 2025 von seinem Heimatverein TV 05/07 Hüttenberg zur HSG kam. Die nächste Chance auf zwei Punkte haben die Wetzlarer am Donnerstag (19.00 Uhr, live bei Dyn) im Auswärtsspiel beim TVB Stuttgart.
Theiß ist in der laufenden Spielzeit der Shooting Star bei der HSG, nachdem er bereits in seiner ersten Erstligasaison im Fokus stand. „Ich war ab dem ersten Tag richtig gefordert, und bin als Handballer und als Mensch im Abstiegskampf echt gereift“, spricht Theiß die Konstellation an, dass die HSG Wetzlar den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag perfekt machte: „So etwas formt den Charakter – wenn es gut geht wie in unserem Fall.“ Auch wenn der Klassenerhalt auch diese Saison das erste Ziel der Mittelhessen ist, „bis zum letzten Spiel wollen wir nicht zittern. Wir wollen es dieses Mal früher klarmachen.“ In seiner ersten Bundesligasaison warf ihn eine Verletzung zurück, am Ende standen 56 Treffer für den Rückraumspieler.
Theiß hatte seine gesamte Jugend beim TV 05/07 Hüttenberg gespielt, war als A-Jugendlicher schon in der 2. HBL zum Einsatz gekommen. „Sonst wäre ich im ersten A-Jugend-Jahrgang der gemeinsamen Jugendarbeit von HSG und TVH gewesen.“ Seine ersten Einsätze im Wetzlarer Trikot hatte er als 21-Jähriger mit Zweitspielrecht, als er den verletzten Nemanja Zelenovic ersetzte. „Dadurch und wegen der Nähe kannte ich natürlich schon viele Leute in Wetzlar.“ Im Sommer zog es Theiß dann nach 16 Jahren in Hüttenberg komplett zur HSG: „Ich bin extrem heimatverbunden, wohne auch noch zuhause und bin jetzt zehn Kilometer von Hüttenberg entfernt. Geografisch war der Schritt also nicht so groß, sportlich schon.“ Begeistert ist er von den vielen Optionen beider Vereine in der handball-verrückten Region mit der Opel HBL, 2. HBL, 3. Liga und Regionalliga: „Da ist für jeden Nachwuchsspieler etwas dabei, überall gibt es die Chance zum erfolgreichen Übergang von der Jugend zu den Senioren.“
Seinen Stil bezeichnet Theiß als „von allem etwas“ – denn: „Ich bin keine zwei Meter groß, dass ich über alle drüber werfen kann, bin aber schon ein Shooter, aber im modernen Handball sind die reinen Shooter auch nicht mehr so gefragt, siehe Magdeburg oder Mathias Gidsel. Ich kann auch eins-gegen-eins, bin also flexibel. Und ich lerne jeden Tag etwas Neues. Wir haben ja in der Mannschaft, aber auch mit Leuten wie Michael Allendorf oder Rúnar Sigtryggsson viel Erfahrung im Verein. Was man von denen lernt, geht natürlich auch über den Handball hinaus.“
Einen großen handballerischen Traum hat der frühere Jugend-Nationalspieler aber: die A-Nationalmannschaft. „Ich bin in letzter Zeit oft angesprochen wurden, ob das ein Thema wäre. Für mich wäre das eine Riesenehre und würde mich unfassbar freuen, wenn ich mal eingeladen werde. Sollte es mit der Heim-WM nicht mehr klappen, spiele ich ja hoffentlich noch lange genug, um mir diesen Traum zu verwirklichen.“










