HBL
Noah Beyer vor dem Kellerduell: „Jedes Spiel ist ein Endspiel“

Foto: Weller
Der Linksaußen ist aktuell bester Werfer beim Aufsteiger Bergischer HC – und steht am Samstag vor einem Schlüsselspiel im Abstiegskampf. Der Vorletzte trifft in Wuppertal auf das Schlusslicht SC DHfK Leipzig.
Nicht die Spitze der DAIKIN Handball-Bundesliga steht am zehnten Spieltag im Fokus, sondern das andere Ende der Tabelle: Am Samstag (19:00 Uhr, live bei Dyn) treffen in der Wuppertaler Uni-Halle der Vorletzte und der Letzte aufeinander. Gastgeber ist Aufsteiger Bergischer HC (2:16) Punkte, Gast ist die einzige noch sieglose Mannschaft der DAIKIN HBL, der SC DHfK Leipzig, mit 1:17 Zählern auf dem Konto. Ein wegweisendes Spiel für beide Seiten, sagt nicht nur BHC-Linksaußen Noah Beyer, mit aktuell 47 Treffern bester Werfer der Bergischen Löwen.
„Ich hätte angesichts von deren Kader nicht gedacht, dass Leipzig nach zehn Spielen dort steht und noch kein Spiel gewonnen hat“, sagt Beyer, der seit 2022 für den BHC aufläuft: „Eher hätte doch jeder Minden und uns als Aufsteiger auf dem Zettel gehabt.“ Der Bergische HC hat seinen einzigen Sieg mit dem 35:28 zuhause gegen Wetzlar gefeiert. Ob seine Mannschaft dank des Heimvorteils am Samstag der Favorit ist, weiß Beyer nicht: „Leipzig hat schon einen starken Kader. Im Endeffekt wird es darauf angekommen, wer mit dem Druck besser klarkommt. Ich glaube aber an unser Team, wir trainieren richtig hart, und ich hoffe, dass wir aus unseren Fehlern lernen, die engen Spiele auch einmal zu unseren Gunsten entscheiden können und dann auch den Klassenerhalt schaffen“, spricht Beyer die Niederlagen gegen Göppingen und Erlangen an, in denen der BHC lange auf Augenhöhe war.
Auch wenn man erst zwei Punkte auf dem Konto habe, gäbe es noch keine Unruhe: „Wir als Mannschaft und der Verein wussten ja, was auf uns als Aufsteiger zukommt. Es war klar, dass es nicht so weitergehen würde mit der Siegesserie aus der 2. HBL. Kein Spiel in der HBL ist ein Selbstläufer, jedes Spiel ist für uns ein Endspiel, nicht nur das gegen Leipzig.“ Auch wenn es um sehr viel geht am Samstag, läuft die Vorbereitung wie immer: „Wir bereiten uns intensiv auf den Gegner vor, wir suchen gezielt die Möglichkeiten, wie wir sie schlagen können.“
Dass er – auch dank seiner 23 Siebenmetertore – aktuell bester BHC-Werfer ist, hat für Noah Beyer indes keine große Bedeutung: „Es ist relativ egal, wer die Tore wirft, es geht um die Punkte und den Klassenerhalt.“ Wichtige Tipps bekommt er von Trainer Arnor Thor Gunnarsson, der als Spieler ebenfalls auf Außen zuhause war: „Ich habe ja noch mit ihm zusammengespielt. Er bringt viel Erfahrung mit und macht auch immer ein spezielles Wurftraining mit uns Außen.“
In Oberhausen geboren, lief Beyer erst für Dinslaken auf, ehe er in der B-Jugend zu TuSEM Essen wechselte – und dort auch zum Jugend-Nationalspieler wurde. „In Essen hatte ich früh die Möglichkeit, im Profikader mit zu trainieren. TuSEM hat ein sehr familiäres Umfeld, das gefällt mir – und ähnlich ist es jetzt auch beim Bergischen HC, wo ich mich in den vergangenen drei Jahren sehr gut weiterentwickeln konnte. Und beides ist nicht weit weg von meiner Heimat“, sagt Beyer, der parallel zum Handball an der Fernuni Wismar Sportmanagement studiert.
Schon mit Essen spielte er in der ersten Liga, wechselte dann zum BHC – und musste 2024 den bitteren Gang in die 2. HBL antreten. „Das war eine ganz harte Zeit, vor allem für den Kopf – um es auf den Punkt zu bringen: Dieser Abstieg war echt scheiße. Aber gleich im ersten Training der neuen Saison haben wir uns geschworen, dass wir sofort wieder aufsteigen. Und das haben wir sehr souverän geschafft.“ Vor allem die stärkere Defensive sei entscheidend für die mit deutlichem Vorsprung errungene Zweitliga-Meisterschaft gewesen. Und die soll auch im Kellerduell am Samstag zum Faktor werden – neben den Toren von Noah Beyer.










