Obling überragt: Gummersbach fügt der SG Flensburg-Handewitt die erste Niederlage zu
VfL Gummersbach vs. SG Flensburg-Handewitt - Game Highlights
Foto: Ising
Der VfL Gummersbach hat am 10. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga die bis dahin unbesiegte SG Flensburg-Handewitt mit 31:30 bezwungen. In einem Spiel, das von beiden Torhütern geprägt wurde, hielt Bertram Obling mit 18 Paraden die Gastgeber immer wieder im Spiel, während die Gäste erst in der Schlussminute noch einmal auf ein Tor herankamen.
Es war die Partie der Torhüter. Obling entschärfte 18 Würfe und stellte damit eine persönliche Bestmarke in der Opel Handball-Bundesliga auf, nachdem zuvor 16 Paraden im Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar sein Höchstwert gewesen waren. Auf der Gegenseite kam Simon Möller auf zwölf Paraden, darunter ein gehaltener Siebenmeter. Entsprechend ernüchternd blieben die Abschlusswerte: Gummersbach traf bei gut 60 Prozent seiner Würfe, die Gäste blieben bei knapp 55 Prozent und damit deutlich unter ihrem Saisonschnitt von rund 70 Prozent.
Dazu kam ein Abwehrverbund der Gastgeber, der in den entscheidenden Momenten die Räume im Zentrum schloss. Geschäftsführer Christoph Schindler fasste es zur Pause so zusammen: Ich finde, wir machen das überragend in der Abwehr, extrem leidenschaftlich. Einer hilft dem anderen, Bertram hält dahinter überragend.
Offensiv trug Nikola Roganovic die Mannschaft mit zwölf Treffern, darunter vier verwandelte Siebenmeter, mehr als ein Drittel aller Gummersbacher Tore. Bei der SG waren Simon Pytlick mit sieben Toren und Kreisläufer Emil Bergholt mit fünf Treffern und einer Vorlage die auffälligsten Angreifer.
Für den VfL ist es der erste Sieg gegen eines der Spitzenteams in dieser Saison, nachdem die Partien gegen die Füchse Berlin, den THW Kiel und die MT Melsungen ohne Punkte oder nur mit einem Zähler geblieben waren. Für die SG Flensburg-Handewitt endet eine Serie: Es ist die erste Niederlage nach zuvor acht Siegen und einem Remis beim THW Kiel.
Zwei Torhüter, zwei Comebacks und ein Finale mit offenem Ausgang
Gummersbach begann mit zwei Treffern von Roganovic, doch danach kippte die Partie zunächst zur SG. Über Aymeric Minne und Pytlick zog Flensburg bis zur 18. Minute auf 6:9 davon, der VfL nahm die erste Auszeit. Was folgte, war die prägende Phase des ersten Abschnitts: Die Gastgeber verdichteten die Abwehr, Obling parierte in Serie, und Flensburg blieb fast acht Minuten ohne eigenen Treffer. Aus dem Rückstand wurde eine Führung, zur Pause stand es 14:11, der schwächste Halbzeitwert der Gäste seit Langem.
Nach dem Seitenwechsel verkürzte Flensburg zügig, Pytlick traf dreifach, Lasse Møller und Emil Jakobsen hielten die Partie offen. In der 42. Minute war die SG beim 21:20 wieder dran, Guðjón Valur Sigurðsson nahm die Auszeit. Erneut antwortete sein Team mit Defensivarbeit und einem Torhüter in Topform: Obling entschärfte vier Würfe in Folge, Roganovic und Garda Ingi Sindrason stellten auf 23:20.
Doch die Gäste blieben hartnäckig. Jakobsen verwandelte seinen vierten Siebenmeter, Möller parierte einen Strafwurf von Roganovic, und Marko Grgić, zuvor ohne Torerfolg, traf nach 53 Minuten doppelt zum 27:27. In den letzten Minuten übernahmen dann die Distanzschützen der Gastgeber: Roganovic und Miro Schluroff trafen aus dem Rückraum und bauten die Führung bis zur 59. Minute auf 31:28 aus. Domen Novak und Pytlick mit dem Tor zum 31:30 kurz vor der Schlusssirene kamen für die SG zu spät.
Trainer Aleš Pajović suchte die Ursachen vor allem in der eigenen Chancenverwertung: Die Jungs haben alles gegeben, sie haben gekämpft. Aber was ich im Spiel gesehen habe, mit diesen Hundert-Prozent-Chancen, das tut mir richtig weh.
Obling wiederum bilanzierte nach dem Abpfiff: Ich war bei fast jedem Ball dran, ich habe gut gestanden und hatte ein gutes Gefühl.
Sigurðsson wollte den Erfolg trotz der Bedeutung nicht überhöhen: Es gibt nicht mehr als zwei Punkte, aber ich hoffe, dass es vielleicht diesen Glauben wieder erweckt bei uns, dass wir mit jedem mithalten können.
Viel Zeit zum Nachwirken bleibt beiden Teams nicht: Bereits am Donnerstag, dem 29. Oktober, ist der VfL Gummersbach bei FRISCH AUF! Göppingen zu Gast, die SG Flensburg-Handewitt empfängt am selben Abend den HBW Balingen-Weilstetten.
Die Statistiken zum Spiel
VfL Gummersbach: Obling (18 Paraden), Biosca; Roganovic 12/4, Dujshebaev 6, Schluroff 5, Häseler 3, Sindrason 2, Vidarsson 2, Kodrin 1, Kiesler, Einarsson, Zeman, Vujovic, Blohme, Hallbäck, Horzen
SG Flensburg-Handewitt: Möller (12 Paraden), Buric; Pytlick 7, Jakobsen 7/4, Bergholt 5, Minne 4, Novak 3, Møller 2, Grgić 2, Volz, Kirkelokke, Witzke, Tønnesen, Blagotinšek, Arnarsson, Horgen
Topspieler: Bertram Obling (HPI 93) / Emil Bergholt (HPI 97)
Zuschauer: 4132 (Schwalbe-Arena)
Zeitstrafen: 2 / 2
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