HBL
Oblings 14 Paraden bremsen die Löwen: Gummersbach dreht in Mannheim auf
Rhein-Neckar LÖwen vs. VfL Gummersbach - Game Highlights
Foto: Krause
Der VfL Gummersbach hat seinen ersten Saisonsieg gefeiert und beim Heimauftakt der Rhein-Neckar Löwen mit 31:26 die Punkte aus der SAP Arena entführt. Getragen von einem überragenden Bertram Obling und einem wurfgewaltigen Rückraum drehte der VfL einen frühen Rückstand und ließ den Löwen in der zweiten Hälfte keine Chance mehr zur Wende. Für Mannheim ist es nach dem verpassten Auftakt in Hannover bereits die zweite Niederlage.
Beide Teams waren mit einer Auftaktniederlage in die neue Spielzeit der Opel Handball-Bundesliga gestartet, entsprechend wichtig war die Partie für beide Teams. Am Ende setzte sich die Mannschaft durch, die in den entscheidenden Momenten abgeklärter agierte. Der VfL Gummersbach gewann, weil seine Abwehr über weite Strecken stand und weil im Tor Bertram Obling zum Faktor wurde.
Der Torhüter kam auf 14 Paraden und parierte zusätzlich zwei Siebenmeter. Vor allem in der Phase vor der Pause machte er den Kasten zu und legte damit den Grundstein für die Führung zum Seitenwechsel. Vorne verteilte sich die Last auf einen starken Rückraum: Miro Schluroff traf neunmal und war mit seiner Wurfgewalt aus dem Eins-gegen-eins kaum zu stoppen, Neuzugang Nikola Roganovic steuerte ebenfalls neun Treffer bei, zwei davon per Siebenmeter.
Auf Seiten der Löwen hielten vor allem zwei Spieler dagegen. Aron Seesing erzielte sechs Tore und war im Innenblock wie im Angriff auffällig, ebenso Edwin Aspenbäck, der mit sechs Treffern und drei Assists die erste Viertelstunde prägte. Letztlich reichte es nicht, weil die Löwen im Abschluss zu ineffizient blieben und in der wichtigen Phase kurz vor der Pause die Kontrolle verloren.
Gummersbach dreht Partie bei den Löwen dank Torhüter Obling
Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern. Angetrieben von Aspenbäck und mit einem druckvollen Tempospiel setzten sich die Löwen auf 7:5 ab und führten zeitweise mit drei Toren. Der VfL blieb über mehrere Minuten ohne eigenen Treffer und wirkte ungewohnt fehleranfällig, was auch VfL-Trainer Guðjón Valur Sigurðsson zu einer frühen Auszeit zwang.
Dann kippte das Spiel. In den letzten zehn Minuten vor der Pause stellte Obling die Löwen-Angreifer immer wieder vor unlösbare Aufgaben, während der VfL seine technischen Fehler abstellte und effizienter abschloss. Über 11:11 und 12:12 drehte Gummersbach die Partie und ging mit einer 14:12-Führung in die Kabine. Diese Phase blieb der Knackpunkt, wie Aron Seesing hinterher einräumte: "Dann tötet uns einfach die Phase von der 20. bis zur 30., wo Obling den Kasten dicht macht und wir einfach vier, fünf Dinger verwerfen."
Auch nach dem Wechsel kam der VfL besser aus der Kabine und baute die Führung auf drei Tore aus. Die Löwen, die zwischenzeitlich mit dem siebten Feldspieler agierten, arbeiteten sich zwar mehrfach bis auf ein Tor heran, etwa beim 23:24, doch der Ausgleich gelang nicht mehr. Gummersbach hatte stets die passende Antwort, meist über Schluroff oder Roganovic.
In der Schlussphase brachte die Rote Karte gegen VfL-Kapitän Ellidi Snaer Vidarsson kurzzeitig Unruhe, doch den anschließenden Siebenmeter der Löwen parierte Obling. Danach zog der VfL davon und ließ das Ergebnis am Ende mit 26:31 sogar recht deutlich werden. Bemerkenswert: Der VfL gewann trotz der Ausfälle von Tom Kiesler, Alexander Duschebaev und weiteren Stützen.
Obling brachte den Erfolg im Anschluss auf den Punkt: "Die Punkte tun schon richtig, richtig gut. Die Jungs haben da eine Bombenabwehr gestellt."
Aron Seesing haderte dagegen: "Sehr bitter, weil ich glaube, dass das einfach nicht sein musste."
Tabellarisch bedeutet das für den VfL Gummersbach den Sprung auf Rang 10 mit nun 2:2 Punkten. Die Rhein-Neckar Löwen bleiben nach der zweiten Niederlage bei 0:4 Punkten und rutschen vorerst auf den 18. und damit letzten Tabellenplatz (vorläufiger Stand nach dem zweiten Spieltag).
Für beide Teams geht es ohne lange Pause bereits am Samstag, 5. September 2026, um 20:00 Uhr weiter: Die Löwen sind beim Bergischen HC zu Gast, der VfL empfängt zeitgleich die MT Melsungen.
Die Statistiken zum Spiel
Rhein-Neckar Löwen - VfL Gummersbach 26:31 (12:14)
Rhein-Neckar Löwen: Späth (11 Paraden), Jensen; Aspenbäck 6, Seesing 6, Nothdurft 4, Kohlbacher 3, Timmermeister 2, Mahé 2, Thrastarson 1, Steinhauser 1, Lassen 1, Baijens, Maier, Jahnke, Mierzwa, Jaganjac, Steenaerts, Ciudad-Benitez
VfL Gummersbach: Obling (14 Paraden), Biosca; Roganovic 9/2, Schluroff 9, Smits 5, Horzen 4, Blohme 1, Hallbäck 1, Vidarsson 1, Kodrin, Zeman, Vujovic, Häseler, Sigurðsson, Sindrason, Teixeira
Topspieler: Aron Seesing (HPI 97) / Miro Schluroff (HPI 90)
Rhein-Neckar Löwen: Späth (11 Paraden), Jensen; Aspenbäck 6, Seesing 6, Nothdurft 4, Kohlbacher 3, Timmermeister 2, Mahé 2, Thrastarson 1, Steinhauser 1, Lassen 1, Baijens, Maier, Jahnke, Mierzwa, Jaganjac, Steenaerts, Ciudad-Benitez
VfL Gummersbach: Obling (14 Paraden), Biosca; Roganovic 9/2, Schluroff 9, Smits 5, Horzen 4, Blohme 1, Hallbäck 1, Vidarsson 1, Kodrin, Zeman, Vujovic, Häseler, Sigurðsson, Sindrason, Teixeira
Topspieler: Aron Seesing (HPI 97) / Miro Schluroff (HPI 90)
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