HBL
Offensive Deckung als Wendepunkt: Füchse Berlin drehen das Spiel in Eisenach
ThSV Eisenach vs. Füchse Berlin - Game Highlights
Foto: Heilwagen
Der ThSV Eisenach lieferte vor ausverkauftem Haus 30 beeindruckende Minuten und ging mit sechs Toren Vorsprung in die Pause, am Ende setzten sich die Füchse Berlin aber mit 29:32 durch. Den Unterschied machte die offensive Deckung der Gäste, die in der zweiten Hälfte die Wendung brachte.
Beide Mannschaften kamen auf eine nahezu identische Wurfquote von knapp 67 Prozent. Der Unterschied lag in der Zahl der Abschlüsse: Berlin kam zu 48 Würfen, Eisenach nur zu 43. Verantwortlich dafür war die Umstellung der Gäste auf eine offensive Deckung, gegen die Eisenach insgesamt elf technische Fehler produzierte. Auch die Strafzeitbilanz von 6:2 zugunsten Berlins erzählt, wie viel Aufwand die Gastgeber in der Defensive betreiben mussten.
Mathias Gidsel prägte die Partie mit zwölf Treffern, gerade in der Schlussphase löste er fast jede Situation. Matthes Langhoff steuerte sieben Tore bei und war zugleich der Unruheherd in der vorgezogenen Abwehr. Hinzu kam Lasse Ludwig, der mit sieben Paraden in der entscheidenden Phase den Rückhalt gab. Bei Eisenach war Felix Aellen mit zehn Toren, darunter drei Siebenmeter, der auffälligste Spieler, Stephan Seitz ergänzte ihn mit sieben Treffern.
Berlin zeigte erneut die Fähigkeit, einen deutlichen Rückstand aufzuholen, und nimmt die Punkte aus einer Halle mit, in der zur Pause vieles für den Gastgeber sprach.
Sechs Tore Vorsprung, die nicht reichten
Die Partie begann umkämpft und ohne klare Linie, Berlin führte beim 6:7 erstmals, danach übernahm Eisenach: Dominik Solak nahm Gidsel im direkten Duell früh den Zugriff, der Innenblock stand kompakt, und im eigenen Angriff spielte der ThSV geduldig, bis sich Lücken öffneten. Mit einem 6:1-Lauf zog Eisenach auf 12:8 davon, Nicolej Krickau nahm in den ersten 30 Minuten bereits zwei Auszeiten.
Bemerkenswert: Matija Spikic kam gut 22 Minuten ohne Parade aus, ehe er mit einer Doppelparade seine Serie startete. Berlin blieb zwischenzeitlich knapp sieben Minuten ohne Treffer, Eisenach baute die Führung auf 16:9 aus und ging mit 16:10 in die Pause. Maik Nowak, sportlicher Leiter des ThSV, formulierte die Aufgabe für die zweite Hälfte nüchtern: Es braucht nur, und das sage ich ganz bewusst in Anführungsstrichen, die Leistung der ersten Halbzeit, dann gewinnen wir das Spiel. Und das ist ein sehr, sehr hartes Stück Arbeit.
Zunächst blieb Eisenach dran und lag nach 40 Minuten mit 22:16 vorn. Dann kam die entscheidende Phase: Berlin zog die Deckung vor, presste über das ganze Feld und kam immer wieder in direkte Ballgewinne. Sechs Treffer in Serie brachten die Gäste zum 22:22, auch eine Auszeit von Sebastian Hinze stoppte den Lauf nicht. Nach 49 Minuten brachte Mijajlo Marsenić die Füchse zum 24:25 erstmals seit dem 6:7 wieder in Führung.
In der Schlussphase übernahm Gidsel die Verantwortung und baute den Vorsprung auf 27:30 aus. Eisenach stemmte sich noch einmal dagegen, Moritz Ende verkürzte auf 29:31, doch Tobias Grøndahl machte mit dem 29:32 den Auswärtserfolg perfekt. Krickau beschrieb anschließend, woraus die Wende entstand: "Wir hatten in der Halbzeit einen unfassbar coolen Fokus und waren wirklich mit einer riesigen Überzeugung überzeugt, dass wir das drehen können." Tim Freihöfer ergänzte: "Sechs Tore sind gegen uns nichts, und das haben wir in der zweiten Hälfte unter Beweis gestellt."
Aellen benannte auf der Gegenseite genau den Punkt, der Eisenach den Puffer kostete: "Mit diesen vier technischen Fehlern im Drei-gegen-Drei geben wir ihnen wirklich eine Einladung, auf das freie Tor oder einen Einzelgegenstoß zu gehen. Die nehmen uns auch den Puffer weg, den wir aus den sechs Toren mitnehmen hätten können." Weiter geht es für beide Teams nach der Länderspielpause am Samstag, 14. November: Eisenach gastiert beim Bergischen HC, die Füchse empfangen den THW Kiel.
Die Statistiken zum Spiel
ThSV Eisenach - Füchse Berlin 29:32 (16:10)
ThSV Eisenach: Spikic (6 Paraden), Grupe (2 Paraden); Aellen 10/3, Seitz 7, Móré 3, Walz 2, Ende 2, Solak 2, Antonijevic 1, Attenhofer 1, Scholtes 1, Leu, Kurch, Schneibel, Montebovi
Füchse Berlin: Ludwig (7 Paraden), Palicka (4 Paraden); Gidsel 12, Langhoff 7, Freihöfer 5/3, Grøndahl 4/1, Teigum 1, Marsenić 1, Darj 1, Zaepfel 1, Wiede, Ariño, Prantner, Simak
Topspieler: Felix Aellen (HPI 83) / Mathias Gidsel (HPI 99)
Zuschauer: 2850 (Werner-Assmann Halle)
Zeitstrafen: 6 / 2
ThSV Eisenach: Spikic (6 Paraden), Grupe (2 Paraden); Aellen 10/3, Seitz 7, Móré 3, Walz 2, Ende 2, Solak 2, Antonijevic 1, Attenhofer 1, Scholtes 1, Leu, Kurch, Schneibel, Montebovi
Füchse Berlin: Ludwig (7 Paraden), Palicka (4 Paraden); Gidsel 12, Langhoff 7, Freihöfer 5/3, Grøndahl 4/1, Teigum 1, Marsenić 1, Darj 1, Zaepfel 1, Wiede, Ariño, Prantner, Simak
Topspieler: Felix Aellen (HPI 83) / Mathias Gidsel (HPI 99)
Zuschauer: 2850 (Werner-Assmann Halle)
Zeitstrafen: 6 / 2
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