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Perez de Vargas mit Paraden-Bestmarke: Kiel setzt gegen Stuttgart ein Ausrufezeichen

Samstag, 31. Oktober 2026

THW Kiel vs. TVB Stuttgart - Game Highlights

Klahn

Der THW Kiel hat sich in der MERKUR OSTSEEHALLE mit 33:22 gegen den TVB Stuttgart durchgesetzt. Entscheidend war das Duell der Torhüter: Gonzalo Perez de Vargas parierte 15 Würfe und nahm den Gästen in Verbindung mit einer aufmerksamen Kieler Abwehr genau jene freien Abschlüsse, die Stuttgart in dieser Saison stark gemacht hatten.

Die Zahlen hinter dem Ergebnis sind eindeutig. Perez de Vargas entschärfte 40 Prozent der Würfe auf sein Tor und stellte damit seine persönliche Bestmarke in der Opel Handball-Bundesliga auf. Auf der Gegenseite kam Mohamed Essam Moustafa El-Tayar auf neun Paraden, blieb aber ohne vergleichbare Serie. Stuttgarts Trainer Misha Kaufmann machte darin den Kern des Spiels aus: „Der einzige Unterschied heute ist wirklich der Torhüter, der uns die freien Bälle wegnimmt.“
Dazu kam die Kieler Abwehrarbeit gegen den variablen Angriff mit vier Rückraumspielern. Der THW nahm die Eins-gegen-eins-Aktionen immer wieder weg, Stuttgart kam am Ende auf gut jeden zweiten verwandelten Wurf und leistete sich zehn technische Fehler, Kiel dagegen nur vier. Vorne ging der Gastgeber effizient zu Werke: 70 Prozent aus dem Feld, zehn Treffer aus elf Durchbruchsversuchen. Eric Johansson war mit fünf Toren und vier Vorlagen der Dreh- und Angelpunkt, Lukas Zerbe war mit sechs Treffern erfolgreichster Werfer der Partie. Bei den Gästen ragte Simone Mengon mit sechs Toren heraus, Max Häfner kam auf zwei Treffer und zwei Vorlagen.
Für Kiel war es der Sieg im siebten Heimspiel dieser Saison, in dem noch kein Gegner gewinnen konnte; einzig gegen die SG Flensburg-Handewitt gab es ein Remis. Stuttgart hatte zuvor vier der letzten sechs Spiele gewonnen und sich mit dem effektivsten Angriff der Liga einen Namen gemacht. Jarnes Faust sah den Schlüssel im Kollektiv: “Ich glaube einfach, das Zusammenspiel als Mannschaft. Vorne und hinten war beides super.“

Zehn Minuten ohne Treffer brechen den Gästen das Konzept

Der Beginn war ein Schlagabtausch ohne Fehlwurf. Nach sechs Minuten stand es 6:6, Mengon traf dreifach, Johansson antwortete jeweils. Die erste Zäsur folgte während der Zeitstrafe gegen Julian Köster: Kiel traf zweimal, Stuttgart nicht, und lag erstmals mit 8:6 vorn. Perez de Vargas parierte in dieser Phase auch einen Siebenmeter von Kai Häfner.
Beim 12:11 kippte die Partie endgültig. Mehr als zehn Minuten lang gelang den Gästen kein Treffer, während der THW geduldig blieb und über Veron Nacinovic und Emil Wernsdorf Madsen auf 15:11 davonzog. Eine Auszeit von Kaufmann änderte zunächst nichts daran. Kurz vor der Pause legte Vincent Büchner noch den Treffer zum 17:12 nach, sein fünfter Treffer im fünften Versuch.
Philipp Ahouansou benannte das Problem der Gäste zur Pause nüchtern: „Wir kreieren viele Chancen. Wir haben trotzdem viele freie Würfe, die wir verwerfen und die uns diesen Rückstand einbringen. Aber die Chancen sind da.“ Eric Johansson wiederum verwies auf die Kieler Grundtugend: „Im Angriff sind wir sehr geduldig, und in der Abwehr ist es sehr schwer, immer gegen vier Rückraumspieler zu spielen. Aber wir haben das gut gemacht, und Gonci hat uns viel geholfen.“
Nach dem Seitenwechsel hielt Stuttgart zwar dagegen, kam aber nie näher als auf fünf Tore heran. Domen Makuc, mit vier Treffern und zwei Vorlagen einer der auffälligsten Kieler, eröffnete den zweiten Durchgang, Harald Reinkind und Rune Dahmke sorgten beim 24:16 für die erste Acht-Tore-Führung. Von dort an verwaltete der THW den Vorsprung mit hohem Tempo, Jarnes Faust und Rasmus Ankermann setzten in der Schlussphase die Treffer zum 33:22.
Für beide Teams folgt nun die Länderspielpause. Kiel ist am 14. November bei den Füchsen Berlin gefordert, Stuttgart tritt am 20. November bei der TSV Hannover-Burgdorf an. Kaufmann machte deutlich, dass die Pause für seine Mannschaft keine ruhige wird: „Ich verliere kein Spiel mit zehn. Das will ich nicht.“ Gleichzeitig ordnete er den Abend ein: „Wir gehen mit einem schlechten Gefühl in diese Nationalmannschaftspause, was bis jetzt nicht den Saisonverlauf widerspiegelt.“

Die Statistiken zum Spiel

THW Kiel - TVB Stuttgart 33:22 (17:12)

THW Kiel: Vargas (15 Paraden), Wolff; Zerbe 6/5, Johansson 5, Büchner 5, Makuc 4, Reinkind 3, Faust 3, Dahmke 2, Madsen 1, Nacinovic 1, Ankermann 1, Pekeler 1, Skipagøtu 1, Köster, Duvnjak

TVB Stuttgart: El-Tayar (9 Paraden), Kornecki (1 Paraden); Mengon 6, Ahouansou 4, Darmoul 3/1, Häfner 2/1, Häfner 2, Lien 2, Nicolas 2, Zieker 1, Matzken, Röthlisberger, Meyer, Donker, Schmid, Nigg

Topspieler: Eric Johansson (HPI 88) / Max Häfner (HPI 74)
Zeitstrafen: 3 / 2

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