HBL
Pytlick trifft mit dem letzten Wurf: Flensburg gewinnt Thriller gegen Berlin

Foto: Anderson-Jensen
Die SG Flensburg-Handewitt hat das Topspiel des 9. Spieltags gegen die Füchse Berlin mit 34:33 gewonnen. Simon Pytlick entschied eine Partie mit zahlreichen Wendungen mit dem letzten Wurf, nachdem die Gäste 15 Sekunden vor dem Ende ausgeglichen hatten. Flensburg bleibt damit das einzige Team der Opel HBL ohne Niederlage.
Entschieden wurde dieses Spiel in den Details, denn in nahezu allen Kernwerten lagen beide Teams dicht beieinander: Flensburg verwertete 64 Prozent seiner Würfe, Berlin 62, und beide Mannschaften leisteten sich lediglich vier technische Fehler. Den Unterschied machten die Abschlüsse vom Siebenmeterstrich. Die Gastgeber trafen sieben ihrer acht Versuche, die Gäste nur fünf von acht.
Dahinter standen zwei starke Torhüterleistungen. Simon Möller kam auf 16 Paraden und damit auf seinen persönlichen Bestwert in der Opel HBL, parierte zwei Siebenmeter und hielt sein Team auch dann im Spiel, als Flensburg wegen insgesamt sieben Zeitstrafen immer wieder in Unterzahl verteidigen musste. Auf der anderen Seite war Andreas Palicka mit zwölf Paraden der Rückhalt der Gäste. Vorne verteilte sich die Last unterschiedlich: Bei Flensburg erzielte Emil Jakobsen neun Treffer, sieben davon vom Strich, dazu kamen sieben Tore von Aymeric Minne. Bei den Füchsen übernahm Mathias Gidsel mit elf Toren und zwei Vorlagen die Verantwortung.
Für Berlin ist die Niederlage nach dem Ausgleich kurz vor Schluss besonders bitter. Es waren die Minuspunkte fünf und sechs der Saison. Flensburg dagegen springt durch den Heimsieg zurück an die Tabellenspitze.
Vier Tore vorn, dann der Bruch: ein Spiel mit zwei Gesichtern
Die Gastgeber begannen druckvoll und nutzten die Räume gegen die weit aufgestellte Berliner Defensive konsequent. Marko Grgić setzte auf der rechten Rückraumposition früh Akzente, Simon Pytlick und Minne trafen aus dem Eins-gegen-eins, und nach 19 Minuten führte Flensburg mit 15:11.
Dann riss der Faden. Über sechs Minuten blieb die SG ohne eigenen Treffer, Palicka hielt im Berliner Tor mehrere Bälle in Serie, und Gidsel organisierte den Angriff der Gäste. Aus dem 11:15 wurde ein 18:15 für die Füchse. Nach den ersten 30 Minuten führten die Gäste mit 19:17. Grgić benannte die Ursachen in der Halbzeit deutlich: "Wir machen in der entscheidenden Phase gerade ein, zwei Fehler zu viel und zwei, drei zu überhastete Würfe."
Nach dem Seitenwechsel kam Flensburg über Jakobsens Siebenmeter zum 21:21 zurück, und mit drei Treffern in Folge von Minne drehte sich die Partie endgültig. Beim 28:25 nach 46 Minuten schien die SG das Spiel kontrollieren zu können, auch das 31:28 sprach dafür.
Doch die Füchse blieben dran. Während Flensburg in den Schlussminuten mehr als vier Minuten ohne eigenen Treffer blieb und Lasse Ludwig einen Siebenmeter von Jakobsen parierte, verkürzten Hakun West av Teigum und Max Darj Schritt für Schritt. 15 Sekunden vor dem Ende glich Nils Lichtlein zum 33:33 aus. Nach der Auszeit der Gastgeber blieb ein Angriff: Max Darj stoppte Aymeric Minne fair und es gab nur Freiwurf die SG, die Uhr war bereits abgelaufen. Ein direkter Freiwurf blieb noch, den Pytlick durch die Mauer zum Sieg verwandelte!
Möller führte den Erfolg auch auf die Kulisse in der ausverkauften GGW Arena zurück: "Das war heute ein schweres Spiel, die Füchse sind schwer zu spielen. Aber am Ende sind wir hier stark, das wissen wir." Pytlick wollte den Abend nicht auf seinen Treffer reduzieren: "Was für eine Werbung für Handball. Berlin spielt in vielen Momenten wirklich gut, wir spielen in vielen Momenten wirklich gut." Bei den Gästen überwog der Ärger über das Ergebnis, nicht über die Leistung. Heute haben wir ein bisschen gezeigt, wie wir spielen können, sagte Darj und verwies vor allem auf die Abwehrarbeit: Was uns gut getan hat, ist diese Abwehr, in der wir unsere Absprachen halten und wirklich hart arbeiten.
Weiter geht es für beide Teams am Sonntag, dem 25. Oktober: Flensburg gastiert beim VfL Gummersbach, die Füchse Berlin empfangen die HSG Wetzlar.
Die Statistiken zum Spiel
SG Flensburg-Handewitt - Füchse Berlin 34:33 (17:19)
SG Flensburg-Handewitt: Möller (16 Paraden), Buric; Jakobsen 9/7, Minne 7, Grgić 5, Pytlick 5, Bergholt 4, Møller 3, Novak 1, Volz, Buschmann, Witzke, Tønnesen, Blagotinšek, Arnarsson, Horgen
Füchse Berlin: Palicka (12 Paraden), Ludwig (3 Paraden); Gidsel 11, Freihöfer 5/4, Langhoff 5, Lichtlein 4, Teigum 3, Darj 2, Grøndahl 1/1, Zaepfel 1, Marsenić, Prantner, Simak, Ariño
Topspieler: Emil Jakobsen / Mathias Gidsel
Zuschauer: 6300 (GGW Arena)
Zeitstrafen: 7 / 2
SG Flensburg-Handewitt: Möller (16 Paraden), Buric; Jakobsen 9/7, Minne 7, Grgić 5, Pytlick 5, Bergholt 4, Møller 3, Novak 1, Volz, Buschmann, Witzke, Tønnesen, Blagotinšek, Arnarsson, Horgen
Füchse Berlin: Palicka (12 Paraden), Ludwig (3 Paraden); Gidsel 11, Freihöfer 5/4, Langhoff 5, Lichtlein 4, Teigum 3, Darj 2, Grøndahl 1/1, Zaepfel 1, Marsenić, Prantner, Simak, Ariño
Topspieler: Emil Jakobsen / Mathias Gidsel
Zuschauer: 6300 (GGW Arena)
Zeitstrafen: 7 / 2
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