HBL
Rohde Larson führt Bietigheim beim Bundesliga-Comeback zum Auftaktsieg in Wetzlar

Foto: Vogler
Der Aufsteiger SG BBM Bietigheim ist mit einer starken Leistung in die Opel Handball-Bundesliga zurückgekehrt: In der Buderus Arena setzten sich die Gäste mit 33:35 (18:18) bei der HSG Wetzlar durch. Überragender Mann war Rückraumspieler Mathias Rohde Larson mit neun Toren, im Rücken abgesichert von einem starken Torhüter Martin Tomovski.
Bietigheim gewann dieses Spiel nicht über eine einzelne Explosion, sondern über Konstanz und Ballkontrolle. Nach einem offenen ersten Durchgang, der mit 18:18 endete, kontrollierten die Gäste die zweite Halbzeit nahezu durchgängig. Wetzlar lief fast über die kompletten 30 Minuten einem Rückstand hinterher und schaffte es nur einmal, den Ausgleich zu erzwingen, die Führung aber nie zu übernehmen.
Der Schlüssel lag in den kleinen, aber entscheidenden Unterschieden: Bietigheim leistete sich weniger technische Fehler und hatte mit Tomovski einen starken Rückhalt. Der Torhüter parierte insgesamt 15 Bälle, entnervte die Wetzlarer Schützen in der Schlussphase und hielt seinem Team so den Vorsprung fest.
Vorne war Rohde Larson der Taktgeber. Der von den Rhein-Neckar Löwen gekommene Mittelmann verteilte die Bälle, zog immer wieder um die Wetzlarer Deckung herum und krönte seinen Einstand mit dem Treffer zum 33:35-Endstand. Nach der Partie ordnete er den Erfolg ruhig ein: "Die Leistung war für 60 Minuten da, und darum haben wir dieses Spiel gewonnen." Ergänzt wurde er von Dominik Claus, der mit vier Toren und drei Vorlagen der wertvollste Bietigheimer im Handball Performance Index war.
Bei Wetzlar ragten Dominik Mappes als bester Werfer mit sechs Toren und Doruk Pehlivan heraus, der bei drei eigenen Treffern und drei Vorlagen der auffälligste Gastgeber war.
Ein offener Schlagabtausch und Tempo-Handball
Schon die Anfangsphase machte deutlich, worauf dieses Spiel hinauslaufen würde. Bereits nach 34 Sekunden verwandelte Maxim Orlov einen Siebenmeter zur ersten Gästeführung, danach entwickelte sich ein temporeicher Schlagabtausch, in dem beide Abwehrreihen kaum Widerstand leisteten. Bietigheim zog beim 8:10 erstmals leicht davon, doch Wetzlar drückte aufs Tempo und drehte die Partie: Über einen kleinen Lauf gingen die Gastgeber bis zum 11:10 in Führung.
Wirklich absetzen konnte sich keine Mannschaft. Die höchste Führung im ersten Durchgang betrug lediglich zwei Tore. Beim 18:18 ging es in die Pause. Petter Øverby brachte es zur Halbzeit auf den Punkt: "Wir müssen unseren Torhütern besser helfen, sodass sie ein paar Paraden mehr haben. Mit 18 Toren können wir leben, aber die Gegentore sind ein bisschen zu viel."
In der zweiten Hälfte glich Wetzlar mit einer offensiveren 5-1-Abwehr und einem 3:0-Lauf zum 22:22 aus. Bietigheim antwortete, spielte seinen Stiefel geduldig herunter und setzte sich über die Zwischenstände Schritt für Schritt ab. Beim 26:29 durch Djibril M'Bengue und dem 26:30 durch Orlov wuchs der Vorsprung erstmals auf drei bis vier Tore.
Wetzlar warf sich in der Schlussphase noch einmal auf, Pehlivan traf zweimal mit voller Wucht aus der Distanz und verkürzte in der letzten Minute auf 33:34. Doch Tomovski hielt weiter, und Rohde Larson setzte mit dem 33:35 den Schlusspunkt. Auffällig: In Über- und Unterzahlsituationen ließ Wetzlar Chancen liegen, während die Gäste ihre Aktionen abgezockt zu Ende spielten.
In der noch jungen Tabelle bedeutet das Ergebnis den bestmöglichen Start für den Aufsteiger. Bietigheim rangiert nach dem ersten Spieltag mit 2:0 Punkten auf Rang zwei, Wetzlar steht mit 0:2 Punkten vorläufig auf Platz acht. Beide Teams sind bereits am Donnerstag, 3. September 2026, um 19:00 Uhr wieder gefordert: Wetzlar tritt am 2. Spieltag beim TBV Lemgo Lippe an, Bietigheim empfängt zeitgleich den THW Kiel. Zwischen Auftakt und dieser Englischen Woche liegen damit nur wenige Tage Pause.
Die Statistiken zum Spiel
HSG Wetzlar - SG BBM Bietigheim 33:35 (18:18)
HSG Wetzlar: Ravensbergen (8 Paraden), Bartucz (2 Paraden); Mappes 6, Piroch 5, Læsø 5, Kirschner 5/3, Pehlivan 3, Soler 2, Nafea 2, Kompenhans 1, Øverby 1, Theiss 1, Löwen 1, Akakpo 1, Schoch
SG BBM Bietigheim: Tomovski (15 Paraden), Kanters; Larson 9, Hermann 5, Claus 4, Orlov 4/2, Josef 4, Bader 3, Wiederstein 2, Osswald 1, Norrbrink 1, Fischer 1, M'Bengue 1, Vlahovic, Nicolaus, Pfeifer
Topspieler: Doruk Pehlivan (HPI 84) / Dominik Claus (HPI 89)
Zeitstrafen: 2 / 2
HSG Wetzlar: Ravensbergen (8 Paraden), Bartucz (2 Paraden); Mappes 6, Piroch 5, Læsø 5, Kirschner 5/3, Pehlivan 3, Soler 2, Nafea 2, Kompenhans 1, Øverby 1, Theiss 1, Löwen 1, Akakpo 1, Schoch
SG BBM Bietigheim: Tomovski (15 Paraden), Kanters; Larson 9, Hermann 5, Claus 4, Orlov 4/2, Josef 4, Bader 3, Wiederstein 2, Osswald 1, Norrbrink 1, Fischer 1, M'Bengue 1, Vlahovic, Nicolaus, Pfeifer
Topspieler: Doruk Pehlivan (HPI 84) / Dominik Claus (HPI 89)
Zeitstrafen: 2 / 2
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