HBL
Magdeburg behält gegen starken TVB Stuttgart knapp die Nerven

Foto: Popova
Der SC Magdeburg hat sich am 9. Spieltag der Opel HBL mit 29:28 gegen den TVB Stuttgart durchgesetzt und dabei lange gezittert. Nach einer Sechs-Tore-Führung zur Pause glichen die Gäste in der 47. Minute aus, ehe insbesondere Matthias Musche vom Siebenmeterstrich die entscheidenden Treffer setzte.
Den Unterschied machten am Ende zwei Dinge: die Effizienz im Abschluss und der Siebenmeterstrich. Magdeburg verwertete knapp 66 Prozent seiner Würfe, Stuttgart kam auf knapp 60 Prozent. Dazu bekamen die Gastgeber acht Siebenmeter zugesprochen und verwandelten davon sechs, während der TVB seine beiden Versuche nutzte. Im Tor teilten sich Matej Mandić (sieben Paraden) und Dominik Kuzmanović (vier Paraden) die Arbeit, auf der Gegenseite hielt Mohamed Essam Moustafa El-Tayar neun Bälle, darunter zwei Siebenmeter.
Getragen wurde der Heimsieg von Gisli Thorgeir Kristjansson, der sechs Tore erzielte und drei weitere vorbereitete, sowie von Musche, der ebenfalls sechsmal traf und dabei drei Siebenmeter sicher unterbrachte. Bei den Gästen war Philipp Ahouansou mit sechs Treffern und großem Aufwand in der Abwehr der auffälligste Spieler, El-Tayar hielt den TVB mit seinen Paraden im Spiel. Magdeburgs Trainer ordnete das Ergebnis selbstkritisch ein: Darüber sollten wir heute einfach glücklich sein, dass heute mindestens ein Punktverlust hier drin gewesen wäre. Das ist uns doch allen bewusst.
Für die Gastgeber war es der 30. Heimauftritt in Serie ohne Niederlage.
Magdeburgs klare Pausenführung und ein Comeback nach dem Seitenwechsel
Die Anfangsphase verlief ausgeglichen, Patrick Zieker und Philipp Ahouansou hielten den TVB bis zum 3:3 auf Augenhöhe. Dann zogen die Gastgeber an: Mandić entschärfte reihenweise Würfe, Magdeburg nutzte die Umschaltmomente und setzte sich bis zum 11:7 ab, was der Trainer der Gäste mit einer Auszeit beantwortete. Nach einer Roten Karte gegen Philipp Meyer in der 21. Minute fehlte Stuttgart im Innenblock eine wichtige Säule, Magdeburg baute den Vorsprung auf sieben Tore aus. Zum 18:12 zur Pause gehörte auch, dass beim TVB innerhalb einer Halbzeit zwei Wechselfehler auflaufen, die für reichlich Diskussionen am Kampfgericht sorgten.
Malte Donker benannte in der Halbzeit die Baustelle der Gäste: "Wir haben unsere Chancen einfach vorne und nutzen sie nicht. Wir verwerfen zu viel. Und hinten müssen wir ein bisschen kompakter stehen, dann haben wir, glaube ich, auch noch gute Chancen." Genau das setzte Stuttgart um. In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel trafen die Gäste fünfmal, Magdeburg nur einmal, beim 19:17 war der TVB wieder da. El-Tayar parierte zudem zwei Siebenmeter von Omar Ingi Magnusson, Mohamed Amine Darmoul und Simone Mengon fanden Lösungen durchs Zentrum, und Kai Häfner glich in der 47. Minute zum 24:24 aus.
Die entscheidende Phase begann mit einer Auszeit der Gastgeber. Danach übernahm Musche die Verantwortung und verwandelte zwei Siebenmeter zum 26:24, Felix Claar erhöhte mit zwei Treffern auf 28:25. Stuttgart hielt dagegen, kam durch Häfner und Dario Sanz de Nicolas bis auf 28:27 heran, doch Musche blieb in der 58. Minute vom Strich erneut cool. Ahouansou verkürzte 33 Sekunden vor dem Ende auf 29:28, mehr gab Magdeburg nicht mehr her: Nach einer letzten Auszeit brachten die Gastgeber den Ball über die Zeit und gewannen 29:28. Elf Tore in der zweiten Halbzeit nach 18 in der ersten belegen, wie konsequent der TVB defensiv nachlegte.
Ahouansou zog nach der Partie ein zwiegespaltenes Fazit: "Das war ein brutal umkämpftes Spiel. Es hat natürlich mega Bock gemacht, auch wenn es jetzt ein bisschen ernüchternd ist, weil man sich wirklich gut zurückkämpft." Weiter geht es für Stuttgart bereits am Donnerstag, 22. Oktober, mit dem Heimspiel gegen die SG BBM Bietigheim. Magdeburg ist am Sonntag, 25. Oktober, bei den Rhein-Neckar Löwen gefordert.
Die Statistiken zum Spiel
SC Magdeburg - TVB Stuttgart 29:28 (18:12)
SC Magdeburg: Mandić (7 Paraden), Kuzmanović (4 Paraden); Kristjansson 6, Magnusson 6/3, Musche 6/3, Claar 5, Pettersson 3, Serradilla 2, Lagergren 1, Thielicke, Weber, Rasmussen, Bergendahl, Saugstrup, Mertens, Jónsson
TVB Stuttgart: El-Tayar (9 Paraden), Kornecki; Ahouansou 6, Häfner 5/2, Darmoul 5, Nicolas 4, Mengon 3, Häfner 2, Zieker 2, Lien 1, Matzken, Meyer, Heydecke, Donker, Schmid, Nigg
Topspieler: Gisli Thorgeir Kristjansson / Philipp Ahouansou
Zeitstrafen: 1 / 4
SC Magdeburg: Mandić (7 Paraden), Kuzmanović (4 Paraden); Kristjansson 6, Magnusson 6/3, Musche 6/3, Claar 5, Pettersson 3, Serradilla 2, Lagergren 1, Thielicke, Weber, Rasmussen, Bergendahl, Saugstrup, Mertens, Jónsson
TVB Stuttgart: El-Tayar (9 Paraden), Kornecki; Ahouansou 6, Häfner 5/2, Darmoul 5, Nicolas 4, Mengon 3, Häfner 2, Zieker 2, Lien 1, Matzken, Meyer, Heydecke, Donker, Schmid, Nigg
Topspieler: Gisli Thorgeir Kristjansson / Philipp Ahouansou
Zeitstrafen: 1 / 4
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