HBL
TBV Lemgo Lippe findet zu alter Stärke zurück und bezwingt kämpferischen HCH
TBV Lemgo Lippe vs. Handball Club Hamburg - Game Highlights
Foto: Cohen
Nach zwei Niederlagen in Serie hat der TBV Lemgo Lippe zurück in die Erfolgsspur gefunden und gegen den Handball Club Hamburg mit 34:30 (16:13) den dritten Saisonsieg eingefahren. Getragen von einer griffigen Abwehr, einer hohen Wurfausbeute und einem herausragenden Niels Versteijnen behielt der Gastgeber in der PHOENIX CONTACT arena durchgehend die Kontrolle.
Der TBV erklärte diesen Erfolg vor allem über zwei Faktoren: Effizienz im Abschluss und Beständigkeit im eigenen Spiel. Während Lemgo mit einer Wurfquote von rund 67 Prozent abschloss und sich dabei nur wenige Fehlwürfe aus freien Positionen leistete, kam Hamburg zwar auf einen vergleichbaren Trefferwert (65 Prozent), verursachte aber zwölf technische Fehler. Genau dieser Unterschied verschaffte dem Gastgeber immer wieder einfache Tempogegenstöße und einen stabilen Vorsprung.
Ein zweiter Schlüssel lag im Innenblock und Rückzugsverhalten. Lemgo verteidigte im gebundenen Spiel über weite Strecken kompakt, in der ersten Halbzeit vor allem gegen die Rückraumwürfe, nach dem Seitenwechsel verstärkt gegen die Anspiele an den Kreis. Constantin Möstl steuerte acht Paraden bei, auf der Gegenseite hielt Robin Paulsen Haug ebenfalls achtmal, sodass das Torhüterduell über lange Phasen ausgeglichen blieb.
Herausragend auf Seiten des TBV war Versteijnen. Der Rückraumspieler traf neunmal, stellte damit seinen Saisonbestwert ein und bereitete zusätzlich sechs Treffer vor. Verlässlich an seiner Seite agierte Hendrik Wagner, der mit sieben Toren immer wieder seinen körperlichen Vorteil aus der zweiten Reihe nutzte. Bei Hamburg überzeugte Kreisläufer Martin Hovde mit sieben Treffern bei makelloser Quote, während Oliver Norlyk nach starkem Beginn auf fünf Tore kam, in der zweiten Hälfte aber an Durchschlagskraft verlor.
Für den TBV hat dieser Heimsieg Gewicht. Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen den HC Erlangen und der Niederlage in Flensburg musste die Mannschaft ohne ihren verletzten Kapitän Tim Suton neue Abläufe finden. Adam Nyfjäll ordnete die Bedeutung ein: "Alle, die die Bundesliga etwas länger verfolgt haben, wissen, wie schwer es ist, nach einer Saison wie der letzten zu bestätigen. Wir wollen das manchmal vielleicht ein bisschen zu viel."
Lemgo kontrolliert, Hamburg hält mutig dagegen
Die Partie begann ausgeglichen. Hamburg erwischte durch Norlyk den besseren Start und lag beim 4:2 vorne, ehe Lemgo über das eigene Tempospiel die Initiative übernahm. Beim 9:7 setzte sich der TBV erstmals etwas ab, zog bis zum 14:11 davon und ging mit einer Drei-Tore-Führung in die Pause.
In der Kabine war die Marschroute klar. Christian O'Sullivan beschrieb den Grund für die Lemgoer Oberhand so: "Wir arbeiten heute viel besser, viel härter in der Abwehr, bewegen unsere Füße besser und setzen Hamburg unter Druck, dann bekommen wir ein paar Tempospielmöglichkeiten."
Nach dem Seitenwechsel baute der TBV den Vorsprung schrittweise aus. Beim 22:16 reagierte Hamburg mit einer Auszeit, doch der Gastgeber behielt die Zügel in der Hand. Zur Stabilität trug auch Neuzugang Lenny Rubin bei, der mit vier Treffern für einfache Lösungen sorgte und das Hamburger Deckungszentrum vor zusätzliche Aufgaben stellte. Zwischenzeitlich wuchs die Führung auf 30:24 an.
Hamburg steckte nie auf und kämpfte sich über das eigene Tempospiel immer wieder auf vier Tore heran, fand im Positionsangriff aber zu selten strukturierte Lösungen und leistete sich zu viele Ballverluste. Adam Nyfjäll sorgte mit seinem Treffer für den 34:30 Endstand. Noah Beyer zollte dem Sieger Respekt: "Erst einmal hat der TBV heute verdient gewonnen. Sie spielen konstant ihren Stiefel herunter, einfach clever mit Hutecek, Versteijnen und Lenny Rubin."
In der Tabelle macht sich der Erfolg bemerkbar: Der TBV klettert mit nun ausgeglichenem Punktekonto (6:6) vom 13. auf den elften Rang. Hamburg bleibt bei 3:11 Punkten und dem 14. Tabellenplatz stehen. Weiter geht es für den TBV bereits am Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim TVB Stuttgart. Hamburg hat etwas länger Pause und tritt erst am Sonntag, 11. Oktober, beim THW Kiel an, dem Auftakt einer Serie von Auswärtsaufgaben.
Die Statistiken zum Spiel
TBV Lemgo Lippe - Handball Club Hamburg 34:30 (16:13)
TBV Lemgo Lippe: Möstl (8 Paraden), Ebner; Versteijnen 9, Wagner 7, Nyfjäll 5, Rubin 4, Wanner 4, Zehnder 2/2, Hutecek 2, Willecke 1, Theilinger, O'Sullivan, Carstensen, Kehrmann, Valkovskis
Handball Club Hamburg: Haug (8 Paraden), Nowottny (4 Paraden); Hovde 7, Jørgensen 5, Norlyk 5, Beyer 4, Gadza 2, Schmidt 2, Kofler 1, Unbehaun 1, Geenen 1, Andersen 1/1, Hadzic 1, Axmann, Daling, Olafsson
Topspieler: Niels Gerardus Versteijnen (HPI 92) / Martin Hovde (HPI 90)
Zeitstrafen: 2 / 2
Zuschauer: 4111 (PHOENIX CONTACT arena)
TBV Lemgo Lippe: Möstl (8 Paraden), Ebner; Versteijnen 9, Wagner 7, Nyfjäll 5, Rubin 4, Wanner 4, Zehnder 2/2, Hutecek 2, Willecke 1, Theilinger, O'Sullivan, Carstensen, Kehrmann, Valkovskis
Handball Club Hamburg: Haug (8 Paraden), Nowottny (4 Paraden); Hovde 7, Jørgensen 5, Norlyk 5, Beyer 4, Gadza 2, Schmidt 2, Kofler 1, Unbehaun 1, Geenen 1, Andersen 1/1, Hadzic 1, Axmann, Daling, Olafsson
Topspieler: Niels Gerardus Versteijnen (HPI 92) / Martin Hovde (HPI 90)
Zeitstrafen: 2 / 2
Zuschauer: 4111 (PHOENIX CONTACT arena)
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