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Ebner und Versteijnen überragen: TBV behält in heißer Schlussphase die Nerven

Sonntag, 4. Oktober 2026

TVB Stuttgart vs. TBV Lemgo Lippe - Game Highlights

Foto: Weller

Der TBV Lemgo Lippe hat sich in der Porsche-Arena mit 27:30 (15:16) beim TVB Stuttgart durchgesetzt und dabei vor allem von einer leidenschaftlichen Abwehr und einem im zweiten Durchgang überragenden Domenico Ebner profitiert. Niels Gerardus Versteijnen prägte mit acht Toren und sieben Vorlagen das Angriffsspiel der Gäste, während sich die Gastgeber zu viele technische Fehler leisteten.

Das Spiel entschied sich weniger in der Offensive als im Defensivverhalten. Lemgo präsentierte sich über weite Strecken als das abgeklärtere Team und spielte seine Angriffe konsequent zu Ende. Bei einer Wurfquote von gut 65 Prozent und nur sechs technischen Fehlern blieb der TBV über die gesamte Spielzeit sehr effizient. Dem gegenüber standen bei Stuttgart 13 technische Fehler, die den Gastgebern immer wieder den eigenen Rhythmus nahmen und einfache Gegenstöße ermöglichten.
Der zweite entscheidende Faktor stand im Lemgoer Tor. Nach wechselhaftem Beginn übernahm Ebner und kam am Ende auf elf Paraden bei einer Fangquote von knapp 38 Prozent. Gerade in den Phasen, in denen Stuttgart das Spiel drehen wollte, lieferte er die nötigen Paraden. Trainer Florian Kehrmann ordnete die Leistung ein: "Wir haben eine sehr leidenschaftliche Abwehrleistung gezeigt und es immer wieder geschafft, die Zweikämpfe zu stellen und zu schließen. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann auch eine Torhüterleistung, die den Unterschied gemacht hat."
Im Angriff war Versteijnen der Dreh- und Angelpunkt des TBV. Der Rückraumspieler verband eigene Abschlüsse mit viel Übersicht für die Mitspieler und verdiente sich damit den HPI von 100. Unterstützung erhielt er unter anderem von Adam Nyfjäll am Kreis, über den Lemgo immer wieder Lösungen fand. Auf Stuttgarter Seite ragten Mohamed Amine Darmoul mit sieben Treffern aus dem Rückraum und Kai Häfner mit sechs Toren heraus, doch die kollektive Effizienz blieb hinter den eigenen Ansprüchen zurück.
Für Lemgo hat das Ergebnis spürbaren Wert: Nach dem frühen Rückschlag durch den Ausfall von Schlüsselspieler Tim Suton und der anschließenden Heimniederlage gegen Erlangen hat die Mannschaft wieder zu ihrer Stabilität gefunden. Mit dem Erfolg klettert der TBV in die obere Tabellenhälfte, während Stuttgart der angepeilte Sprung nach vorne vorerst verwehrt bleibt.
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Stuttgarts Fehlerlast und ein starker Schlussspurt der Gäste

Die erste Halbzeit verlief eng und bot das erwartete Kräftemessen zweier Teams auf Augenhöhe. Lemgo setzte früh auf das Spiel über den Kreis und erzielte allein in Durchgang eins sechs Tore aus der Nahdistanz. Stuttgart hielt mit einem effizienten Positionsangriff dagegen, in dem vor allem Darmoul in der Anfangsphase auffiel und einen großen Teil der ersten Treffer beisteuerte. Zur Pause lag der TBV knapp mit 15:16 in Führung.
Entscheidend wurde der Start in die zweite Hälfte. Stuttgart leistete sich eine Serie von Ballverlusten und blieb fast fünf Minuten ohne eigenen Treffer, während Lemgo konsequent zusetzte und sich auf 18:22 absetzte. In dieser Phase bekamen die Gastgeber weder in der Abwehr die nötige Kompaktheit noch im Angriff die Fehler in den Griff, wie Philipp Meyer schon zur Pause einräumte: Man stehe zu isoliert, zu frei, nicht eng genug.
Doch der TVB gab sich nicht auf. Mit dem siebten Feldspieler und mehr Energie in der Deckung arbeiteten sich die Gastgeber Schritt für Schritt heran und glichen rund siebeneinhalb Minuten vor dem Ende beim Stand von 26:26 wieder aus. In der Schlussphase behielt Lemgo die Nerven und zog mit einem kleinen Lauf davon, getragen von wichtigen Paraden Ebners und entschlossenen Abschlüssen. Beim 27:30 war die Entscheidung gefallen.
Patrick Zieker, der mit diesem Spiel zum alleinigen Rekordtorschützen des TVB in der Bundesliga aufstieg, haderte vor allem mit der eigenen Leistung: "Wir scheitern heute ein bisschen an uns selbst. Wir lassen zu viele freie Bälle liegen und machen zu viele technische Fehler, die direkt zu Gegenstößen führen."
Tabellarisch bringt das Ergebnis beide Teams in Bewegung: Lemgo verbessert sich vom elften auf den siebten Rang und steht nun bei 8:6 Punkten in der oberen Hälfte. Stuttgart rutscht trotz unveränderter 7:7 Punkte vom achten auf den zehnten Platz. Weiter geht es für den TVB Stuttgart bereits am Donnerstag, dem 8. Oktober, mit dem Heimspiel gegen die HSG Wetzlar. Der TBV Lemgo Lippe ist am Sonntag, dem 11. Oktober, bei den Füchsen Berlin gefordert.
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Die Statistiken zum Spiel

TVB Stuttgart - TBV Lemgo Lippe 27:30 (15:16)

TVB Stuttgart: El-Tayar (4 Paraden), Kornecki (4 Paraden); Darmoul 7, Häfner 6/2, Lien 4, Matzken 3, Mengon 2, Häfner 2, Zieker 1, Heydecke 1, Schmid 1, Meyer, Ahouansou, Donker, Nigg, Nicolas

TBV Lemgo Lippe: Ebner (11 Paraden), Möstl; Versteijnen 8, Nyfjäll 5, Zehnder 4/4, O'Sullivan 4, Wanner 3, Rubin 2, Willecke 2, Hutecek 1, Wagner 1, Theilinger, Carstensen, Valkovskis

Topspieler: Mohamed Amine Darmoul (HPI 80) / Niels Gerardus Versteijnen (HPI 100)
Zuschauer: 4975 (Porsche-Arena)
Zeitstrafen: 3 / 4

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