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Wetzlar dreht Sechs-Tore-Rückstand und ringt den Rhein-Neckar Löwen ein Remis ab

Freitag, 2. Oktober 2026

Foto: Röczey

Die HSG Wetzlar hat sich nach frühem Rückstand zurück ins Spiel gekämpft und am Ende ein 30:30 gegen die Rhein-Neckar Löwen gerettet. Vor allem ein herausragendes Torhüterduell prägte die Partie, in der Wetzlar zwischenzeitlich sogar in Führung ging, ehe Gino Steenaerts kurz vor Schluss zum Endstand ausglich.

Das 30:30 war in erster Linie ein Produkt zweier überragender Schlussmänner. Bart Ravensbergen kam auf 17 Paraden und eine Fangquote von rund 38 Prozent, auf der Gegenseite hielt David Späth 16 Bälle. Dass sich beide Mannschaften bei nahezu identischen Wurfbilanzen die Punkte teilten, lag genau an diesem Duell: Wetzlar und die Löwen trafen jeweils 30-mal bei vergleichbaren Quoten, doch an den entscheidenden Stellen entschieden die Keeper die Großchancen.
Besonders folgenreich war die Ausbeute vom Siebenmeterpunkt. Die Löwen vergaben vier ihrer fünf Strafwürfe, Ravensbergen parierte vier Versuche. Diese liegengelassenen sicheren Treffer kosteten die Gäste letztlich den Auswärtssieg, den sie sich in der ersten halben Stunde erarbeitet hatten.
Der zweite Schlüssel war die Entwicklung in der Wetzlarer Abwehr. Zu Beginn fand die HSG kaum Zugriff und ließ die Löwen zu einfach durch die Mitte kommen, mit einem offensiveren Innenblock um Petter Øverby und David Cyrill Akakpo wurde der Verbund dann deutlich kompakter und aggressiver. Dass die Gastgeber am Ende nur einen Punkt holten, obwohl ihnen gleich mehrere Rückraumspieler fehlten und Dominik Mappes nach einer Roten Karte ausfiel, unterstrich diese Steigerung.
Herausragend auf Wetzlarer Seite war neben Ravensbergen auch Niklas Theiss, der mit neun Treffern bester Werfer der Partie war und seine Mannschaft in der Phase der Aufholjagd immer wieder trug. Bei den Löwen stach Edwin Aspenbäck heraus, der sechs seiner sieben Würfe verwandelte und mit seinen Tempovorstößen für Gefahr sorgte. Daneben kamen Dani Baijens und Haukur Thrastarson jeweils auf ein halbes Dutzend Tore.
Für Wetzlar war es der zweite Punktgewinn der Saison, der erste Sieg bleibt der HSG jedoch weiterhin verwehrt. Die Löwen wiederum verpassten die Chance, sich im Mittelfeld nach oben zu orientieren. Ravensbergen fasste die Gefühlslage im Anschluss zusammen: "Im Moment ist es schon eine Enttäuschung. Am Ende hätten wir die zwei Punkte in den Händen und geben das noch weg. Klar muss man auch sagen, wir haben einen riesigen Kampf hingelegt, ich bin richtig stolz auf die Jungs."
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Vom frühen Rückstand zum packenden Schlagabtausch

Die Löwen erwischten den besseren Start. Angeführt von Thrastarson spielten die Gäste schnell und zielstrebig, während die Wetzlarer Abwehr noch keinen Halt fand. Beim Stand von 4:10 war der Rückstand der HSG auf sechs Tore angewachsen, Trainer Rúnar Sigtryggsson nahm früh seine Auszeiten.
Mit der Umstellung in der Deckung kam Wetzlar jedoch Schritt für Schritt zurück. Der Innenblock stand kompakter, Ravensbergen hielt die HSG mit seinen Paraden im Spiel, und so verkürzte die Mannschaft bis zur Pause auf 13:16.
Nach der Pause kippte die Partie endgültig. Getragen von der lauter werdenden Halle und der nun griffigen Abwehr drehte Wetzlar den Rückstand und ging seinerseits in Führung. Über 24:22 setzte sich die HSG ab und hielt den Vorsprung bis zum 28:25, während die Löwen über eine lange Phase ohne Treffer blieben.
In der Schlussphase übernahm bei den Gästen Jacob Lassen das Kommando und bereitete die wichtigen Tore vor. Steenaerts glich knapp eine Minute vor dem Ende zum 30:30 aus. Den letzten Wurf der Partie entschärfte Späth, sodass es beim Remis blieb. Löwen-Trainer Maik Machulla haderte danach mit dem verschenkten Vorsprung: "Wir müssen einfach lernen, dass du in dieser Liga nichts geschenkt bekommst. Alle können Handball spielen, alle können kämpfen, und wenn sich einmal der Moment dreht und die Halle kommt, dann wird es auswärts verdammt schwer."
In der Tabelle verändert der geteilte Punkt wenig: Die Rhein-Neckar Löwen bleiben mit nun 7:7 Punkten auf Rang zehn, Wetzlar steht mit 2:12 Punkten weiter auf Platz 17 und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg. Beide Teams sind bereits am Donnerstag, 8. Oktober, wieder gefordert: Wetzlar gastiert beim TVB Stuttgart, die Löwen empfangen den ThSV Eisenach.

Die Statistiken zum Spiel

HSG Wetzlar - Rhein-Neckar Löwen 30:30 (13:16)

HSG Wetzlar: Ravensbergen (17 Paraden), Bartucz, Pantel; Theiss 9, Akakpo 4, Nafea 4, Læsø 3, Kirschner 3/2, Mappes 3, Simic 2, Piroch 1, Øverby, Mraz, Soler, Löwen, Pehlivan

Rhein-Neckar Löwen: Späth (16 Paraden), Jensen (1 Paraden); Thrastarson 7/1, Baijens 6, Aspenbäck 6, Steenaerts 3, Seesing 3, Nothdurft 2, Lassen 1, Timmermeister, Mierzwa, Steinhauser, Mahé, Kohlbacher, Jaganjac, Ciudad-Benitez

Topspieler: Niklas Theiss (HPI 99) / Edwin Aspenbäck (HPI 86)
Zeitstrafen: 2 / 5

Alle Partien der Opel HBL und 2. HBL werden live von Dyn übertragen.

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