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HBL

Profiligen planen Restart mit Zuschauern

Donnerstag, 6. August 2020

Knapp zwei Monate vor dem geplanten Saisonstart erarbeiten die LIQUI MOLY HBL, Basketball-Bundesliga und der Deutsche Eishockey-Bund Pläne, trotz steigender Infektionszahlen mit Zuschauern in die neue Saison zu starten. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann hält eine Hallenauslastung von bis zu 50 Prozent für realistisch.

Die Skepsis vieler Virologen? Die kontroversen Debatten in der Öffentlichkeit? Die steigenden Infektionszahlen? Von all dem lässt sich Frank Bohmann nicht aus der Ruhe bringen. "Stand jetzt bin ich mir sehr sicher, dass wir Anfang Oktober wie geplant mit Zuschauern loslegen können", sagte der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga dem SID. Bohmann hält sogar Hallen-Auslastungen "von 20 bis 50 Prozent für realistisch". Für den offiziellen Saisonauftakt der Handballer, den Supercup am 26. September in Düsseldorf, plant die Liga aktuell mit 6000 Zuschauern.

Bohmann ist Zweckoptimist - und spricht den anderen großen Hallensportarten mit seinen Restartplänen aus der Seele. Im Windschatten der Fußballer basteln Handball, Basketball und Eishockey eifrig an ihren Konzepten für einen baldigen Saisonstart. Mit Fans. So ist auch der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) mit Blick auf den der Saison vorgeschalteten Deutschland Cup (5. bis 8. November) "zuversichtlich, dass wir mit Zuschauern spielen können", sagte DEB-Präsident Franz Reindl dem SID.

"Natürlich ist das angesichts des nicht planbaren Infektionsgeschehens noch ungewiss, aber wir wollen uns nicht vergraben", sagte Bohmann. Die Entwicklung bei den Fußballern, die am Dienstag ihre Leitplanken für die Rückkehr von Fans in die Arenen festzurrten, verfolgen er und Reindl mit Argusaugen.

Die HBL, die am 1. Oktober als erste der drei großen Ligen hinter dem Fußball in den Startblock gehen will, hat zusammen mit den Basketballern und in Abstimmung mit den Bundesbehörden und dem RKI einen Leitfaden erstellt und auf dessen Basis ein Betriebs- und Hygienekonzept erarbeitet. Dies liegt den Klubs vor, vielerorts laufen inzwischen die Gespräche der Vereine mit den örtlichen Behörden.

Wo es geht, werden die Kräfte dabei gebündelt. So haben sich am Mittwoch in Baden-Württemberg Profi-Klubs aus den Sportarten Handball, Basketball, Eishockey und Volleyball zusammengeschlossen, um unter dem Namen Teamsport Baden-Württemberg auf Landesebene mit vereinten Kräften für ihre Interessen einzutreten. Gemeinsames Ziel ist die Vorbereitung einer Wiederaufnahme des Spielbetriebes mit möglichst vielen Zuschauern – in engem Austausch mit den verantwortlichen politischen Akteuren.

"Wenn die Verordnungen gelockert werden, stehen wir Gewehr bei Fuß", sagte Geschäftsführer Gernot Tripcke von der Deutschen Eishockey Liga (DEL) dem SID, betonte aber auch: "Es muss auch wirtschaftlich für uns sein."

Ohne Zuschauer "stünde unser gesamtes Geschäftsmodell weiterhin auf der Kippe", sagt Jennifer Kettemann, Geschäftsführerin der Rhein-Neckar Löwen. Bohmann geht noch einen Schritt weiter: "Wir müssen zurück ins Geschäft, sonst wird es unseren Sport in dieser Form bald nicht mehr geben." Geisterspiele wie im Fußball und im Sommer auch im Basketball hält der Ligachef für nicht zielführend. Zwar sei ein Start ohne Zuschauer grundsätzlich möglich, doch "das würden wir nicht allzu lange durchhalten können", sagte Bohmann: "Zwei bis drei Spiele lassen sich sicherlich überbrücken, dann kommen wir in Bereiche, die wirtschaftlich nicht haltbar sind."

Die mögliche Zuschauerkapazität an den Standorten hängt laut Bohmann von unterschiedlichen Faktoren wie den Gegebenheiten in den Hallen und den Zu- und Abwegen ab. "Auch die unterschiedlichen Lüftungssysteme in den Arenen spielen beispielsweise eine Rolle", erklärt Bohmann. Eine Freigabe von Stehplätzen hält er in der momentanen Situation analog zu den Fußballern für nicht machbar. Reindl dagegen plant im Eishockey mit Stehrängen: "Wir versuchen es, auch wenn die Abtrennung zum Einhalten der Abstände schwierig ist."

Quelle: SID

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