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Niklas Theiß und David Móré: Durch starke Leistung in der Opel HBL zum Debüt im Nationalteam

Dienstag, 3. November 2026

Foto: Röczey/ Heilwagen

15 arrivierte Kräfte und zwei Neulinge – mit diesem Kader geht Bundestrainer Alfred Gislason in die letzten Länderspiele des Jahres. In der EM-Qualifikation geht es gegen Belgien und die Slowakei, aber der Blick geht natürlich schon Richtung Heim-WM.

Das WM-Fieber steigt in Handball-Deutschland, aber bevor die deutsche Mannschaft mit dem Eröffnungsspiel am 13. Januar im SAP Garden in München gegen Tunesien in die Heim-Weltmeisterschaft startet, beginnt erst einmal die Qualifikationsrunde zur EM 2028. Am Donnerstag, 20.30 Uhr, geht es in der Uber Arena in Berlin gegen Belgien, am Sonntag, 18 Uhr, steht das Auswärtsspiel bei der Slowakei in Presov an. Natürlich geht es Bundestrainer Alfred Gislason um vier Punkte in der EM-Qualifikation. Gleichzeitig dreht sich in der Lehrgangswoche in Berlin schon vieles um die Heim-WM, bei der 20 Jahre nach dem WM-Titel von Köln wieder Geschichte geschrieben werden soll.
„Wir wollen Spiele gewinnen, das ist auch das Ziel der Woche mit den Spielen gegen Belgien und die Slowakei. Trotzdem werden wir aber auch an der Festigung unserer taktischen Abläufe mit Blick auf den Januar arbeiten“, sagt Gislason, der seine 17 nominierten Spieler am Montag in Empfang nahm- darunter als Neulinge Niklas Theiß (HSG Wetzlar) sowie David Móré von ThSV Eisenach. Ursprünglich hatte Gislason 18 Spieler eingeladen, aber ausgerechnet für das Heimspiel in der Hauptstadt musste Füchse-Spielmacher Nils Lichtlein wegen einer Schulterverletzung absagen.
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Theiß und Móré hatten sich durch ihre Leistungen in der Opel Handball-Bundesliga für ihre Premiere im Nationalteam empfohlen. Mit aktuell 56 Treffern ist Theiß bester Werfer der HSG Wetzlar, Móré, der vor der Saison seinen Heimatverein Rhein-Neckar Löwen verlassen hatte und zu den Thüringern wechselte, traf bislang 41-mal für Eisenach, bei einer Torquote von 91,1 Prozent. „Das ist eine Riesenehre, dabei zu sein. Ich freue mich auf die Woche und darauf, alle kennenzulernen sowie Nationalmannschaftsluft zu schnuppern. Ich hoffe natürlich auch, dass ich zum Einsatz komme“, sagte Rückraumspieler Theiß vor seiner Abreise nach Berlin.
Linksaußen Móré war ebenso überrascht, als sich Alfred Gislason meldete: „Das habe ich nicht erwartet. Ich habe gute Leistung gebracht, das weiß ich. Aber ich weiß ganz genau, was die anderen Linksaußen in Deutschland leisten. Deswegen war es für mich eine coole Nachricht“, sagt der frühere Jugend- und Junioren-Nationalspieler.
Unter Alfred Gislason (seit März 2020 im Amt) sind es die Debütanten 32 und 33: „Wir arbeiten mit einem Stamm, der die Abläufe kennt und eingespielt ist. Wir haben aber auch betont, dass wir auf einzelnen Positionen mehrere Spieler und ihre Leistungen beobachten. Daher sind Niklas Theiß und David Móré dieses Mal neu dabei, da wir sie bei uns sehen wollen“, sagt der Bundestrainer.
Einen Tipp für Theiß und Móré hat Nationalspieler Marko Grgic von der SG Flensburg-Handewitt parat: „Sie sollen ihr Debüt mit Spaß und Fokus angehen und das Ganze nicht allzu verkopft nehmen. Bei meinem Debüt war ich total aufgeregt und hatte die Hosen voll. Sie sollen es locker sehen und so spielen, wie sie es immer machen. Ich habe keine Sorgen, dass die beiden das nicht hinbekommen“, sagte Grgic, der bei seinem ersten Länderspiel wie jetzt Móré im Eisenacher Trikot in der Bundesliga auflief.
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„Niklas und David hatten und haben jetzt einige erste Male: die erste Anreise, die ersten Trainingseinheiten und vielleicht dann auch die ersten Länderspiele“, ergänzte Nationalmannschaftsmanager Benjamin Chatton im DHB-Medientermin am Dienstag: „Sie sollen eine gesunde Portion an Nervosität und Aufgeregtheit behalten, sie positiv umwandeln und dann gute Leistungen bringen.“ Das sieht DHB-Sportvorstand Ingo Meckes ähnlich: „Das ist eine Superchance für junge Spieler, sich beweisen zu können und zeigt auch die Durchlässigkeit in unserem Kader.“
Aber es geht in dieser Woche für die DHB-Auswahl auch darum, eine Serie zu verteidigen: In EM-Qualifikationsspielen ist Deutschland seit dem 3. Mai 2015 und nunmehr 26 Partien ungeschlagen, die letzte Niederlage gab es mit dem 20:26 in Leon gegen Spanien auf dem Weg zur dann siegreichen EM in Polen. Es folgten 22 Siege in Serie – bis zur Quali für die EM 2026, als man in Wien (26:26) und Zürich (32:32) gegen Österreich und die Schweiz knapp an Niederlagen vorbeischrammte. Nimmt man nur Heimspiele in der EM-Qualifikation, gab es die letzte Niederlage am 1. November 2012 mit einem 27:31 in Mannheim gegen Montenegro.
Die Partie am Donnerstag gegen Belgien wird live im Free-TV bei Pro 7 und als Stream bei Joyn sowie bei Opel HBL-Medienpartner Dyn gezeigt, das Auswärtsspiel im slowakischen Presov am Sonntag läuft als Livestream bei Sportschau.de. Dritter Gegner in der EM-Qualifikation ist das von Bob Hanning trainierte Team aus Italien. „Dem wollen wir dann natürlich zeigen, dass wir besser sind“, sagt Matthes Langhoff, der von Hanning entdeckt wurde und seither für die Füchse aufläuft. Die jeweiligen acht Gruppensieger und Gruppenzweiten sowie die vier besten Dritten qualifizieren sich für das EM-Turnier in Spanien, Portugal und der Schweiz. Bucht die DHB-Auswahl das EM-Ticket, spielt sie ihre Vorrunde in Zürich, die Hauptrunde wäre in Lissabon, das Finalwochenende wird in Madrid ausgetragen.
Bei der Heim-WM 2027 geht es am 13. Januar gegen Tunesien, dann folgen die Partien gegen Uruguay (15. Januar) und Serbien (17. Januar). Erreicht die deutsche Mannschaft einen Platz unter den besten Dreien, geht es ab 19. Januar weiter mit der Hauptrunde in Köln, wo ab den Viertelfinals dann auch alle weiteren WM-Spiele bis zum Finale am 31. Januar stattfinden.
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